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Ich hab doch keine Elternzeit!

Als der Mann und ich uns für ein Kind entschieden haben, war relativ schnell klar, dass ich die erste Zeit zu Hause bleiben würde: Ich war diejenige mit Brüsten und dem kleineren Einkommen. Die ersten 12 Monate sollte ich also meinen Beruf aufgeben und Hausfrau und Mutter sein. Der Mann geht im Schnitt 10 Stunden …

18.02.10 >

Als der Mann und ich uns für ein Kind entschieden haben, war relativ schnell klar, dass ich die erste Zeit zu Hause bleiben würde: Ich war diejenige mit Brüsten und dem kleineren Einkommen. Die ersten 12 Monate sollte ich also meinen Beruf aufgeben und Hausfrau und Mutter sein.
Der Mann geht im Schnitt 10 Stunden am Tag arbeiten, weshalb ich 10 Stunden am Tag mit dem Kind allein bin. Ich sehe ihm neidisch nach, wenn er in die andere Welt verschwindet. Er versteht mich nicht, weil ihn traurig macht, so viel Entwicklung vom Kind zu verpassen. Wenn er mir Tipps geben will, wie das Kind besser schläft, isst oder weniger nervt, kann ich sie nur widerwillig annehmen, weil ich oft denke „Was weisst du denn schon, du Wochenendvater?“. Warum können wir uns nicht einfach alles gerecht teilen, jeder bringt die Hälfte Geld rein, und jeder kümmert sich die Hälfte ums Kind. Dann wüsste er, wie anstrengend Kinderbetreuung wirklich ist, und ich wüsste, dass Arbeit auch nicht nur lustige Polonäse durchs Büro ist.

Wir können uns das nicht teilen, weil in seiner Chefetage nur Männer sitzen. Männer, für die es normal ist, dass sie ihre Kinder manchmal Tage nicht sehen, weil sie morgens zu früh gehen und abends zu spät wieder da sind. Männer, deren Frauen anscheinend ganz selbstverständlich die Rolle der ewigen, fürsorglichen Mutter übernehmen, damit die Männer in der Agentur die Unersetzlichen spielen können. Nicht mein Problem, habe ich gedacht. Jetzt leider schon, weil diese Männer ihren antiquierten Lebensentwurf zu meinem machen wollen.

Der Mann wollte zwei Monate in Elternzeit gehen und Elterngeld beziehen. Ist ja auch sein gutes Recht. Wir fanden es beide wichtig, dass er auch, zumindest für einen kurzen Zeitraum, mehr Alltag mit dem Sohn hat. Sein Anliegen musste er mit seinen Geschäftsführungskollegen besprechen, allesamt Väter. Keiner von ihnen hat Elternzeit genommen. Schon in den Vorgesprächen wurde dem Mann durch die Blume gesagt, es wäre besser, wenn er es liesse. Die Meinung eines Kollegen spiegelt gut wider, was für ein reaktionärer Wind in der Chefetage weht: Er vertritt die Meinung, Elternzeit passe nicht zur Rolle eines Geschäftsführers, denn dann bekämen die Kollegen ein schlechtes Bild von dessen Einsatz für die Firma. Wenn jemand, auch jemand in der nächst niedrigen Hierarchieebene, mit dem Wunsch nach Elternzeit auf ihn zukäme, sei dieser vermutlich nicht der Richtige für eine Führungsposition. Und als einer seiner Kollegen ihm berichtete, er sei von selbst darauf gekommen, dass Väterzeit keine gute Idee sei, habe er sich darüber gefreut.

Kein Wunder also, dass sich in der folgenden Diskussion zwei Monate Elternzeit bei 67% Gehalt (wie es ja rechtlich möglich sein sollte), in vier Wochen bezahlten Urlaub, der jedoch nicht Elternzeit genannt werden sollte, verwandelten. Und damit weiterhin das Bild vom Geschäftsführer, der alles für seine Agentur gibt, gewahrt werden kann, sollte der Mann diese vier Wochen nicht Elternzeit nennen. Vielmehr sollte er lieber kommunizieren, er unterstütze mich beim Wiedereinstieg in den Beruf (wir arbeiten in der gleichen Branche).

Was haben diese Männer für ein Problem? Ich würde nur zu gern ganz viele unqualifizierte Dinge von mir geben, aber das haben sie ja bereits zur Genüge getan. Deshalb mache ich an dieser Stelle nur noch einmal darauf aufmerksam, dass das in einer Werbeagentur passiert ist, die sich Innovation und Fortschritt auf die Fahnen schreibt. Selbst dort dürfen also Väter ab einer bestimmten Gehaltsstufe nicht mehr die Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Und wir reden hier von zwei Monaten, danach ist es ohnehin wieder an mir, den Job mit Kind und Tagesmutter unter einen Hut zu bekommen. Ob die Kollegen vom Mann neidisch sind, weil er einfach das macht, was sich sonst keiner traut, nämlich Forderungen zu stellen, oder ob sie wirklich nicht verstehen können, dass er mehr als der Brotverdienerteil der Familie sein will, weiss ich nicht. Und ich weiss auch nicht, was schlimmer wäre.

Auf jeden Fall bin ich schockiert, dass selbst in angeblich so innovativen Branchen Männer mit solchen Einstellungen sitzen. Für mich bedeutet das, dass ich mein Leben auch nach der Elternzeit automatisch mehr dem Kind unterordnen muss als der Mann. Ich muss ein neues Arbeitsmodell finden, das alles unter einen Hut bringt. Und für alle Frauen bedeutet es, dass eine Gebärmutter immer noch beförderungshemmend wirkt. Der Männerclub bleibt eben immer noch lieber unter sich.

  • http://genderblog.de/ rrho

    Ein Bekannter von mir hat ebenfalls zwei Monate Elternzeit genommen; sein Chef verkündete dann den Kollegen, sie könnten sich in der nächsten Zeit keinen Urlaub nehmen, und sie wüßten ja, wem sie das zu verdanken hätten.

    Was mich daran nochmal extra ankotzt, ist, daß der Mann sich nicht nur über den Vater lustig machte, sondern ihm auch noch etwas auflastet, was allenfalls seiner miserablen Personalpolitik (oder seinem fehlenden Budget) zu verdanken ist.

  • http://infemme.twoday.net Rike

    geht gar nicht!
    hat dein bekannter nach der elternzeit probleme bekommen? mit dem chef? mit dem kollegen?

  • andreas

    Ach, die Werbebranche…
    Da „darf“ man ja auch von zu Hause aus arbeiten, wenn man mal krank ist…

  • Michael

    Das ist ja wirklich das letzte, aber ich kann’s mir definitiv von den meisten Firmen vorstellen – ich habe gerade das Vergnügen, in Skandinavien zu arbeiten und obwohl in Deutschland viele Mythen über die Sozialstaaten in Skandinavien grassieren, ist es bei der Elternzeit definitiv so, dass Deutschland (auch rein von der Einstellung her) sehr hinterher hinkt.
    Fünf meiner zehn männlichen Kollegen haben im letzten halben Jahr Nachwuchs bekommen und all nehmen mindestens zwei – drei Monate Elternzeit plus noch Urlaub drum herum- das ist überhaupt kein Thema…

  • http://einmaedchenfueralles.wordpress.com/2009/11/24/kind-oder-karriere/ lovesonic

    Du sprichst mir aus der Seele (siehe Link). Ich hab allerdings die Befürchtung, solange nicht Männer in Scharen erkennen, dass Zeit mit dem Nachwuchs was ist, wofür es sich zu kämpfen lohnt, wird sich am Arbeitgeberverhalten nicht viel ändern müssen. Ich hab nicht sehr viel Hoffnung, dass dem Gesetzgeber da bald mal was sinnvolles dazu einfällt (einfallen will), wie geringere Lohnnebenkosten für Teilzeitarbeitsplätze zum Beispiel.

  • http://infemme.twoday.net Rike

    @andreas: ich hatte mal einen chef, der nachts um halb drei gesagt hat: „Wir brechen hier ab. schlaft euch aus, wir sehen uns statt um neun erst um halb zehn.“

    @michael: toll, dass das in skandinavien so klappt. bis hier die hälfte aller männer ohne probleme elternzeit machen kann, ist mein sohn wahrscheinlich im altersheim.

    @lovesonic: super artikel. hätte ich den vorher gelesen, hätte ich meinen gar nicht mehr schreiben müssen :) allerdings glaube ich nicht, dass die grossfamilie immer die lösung ist. mein bruder zum beispiel wohnt mit frau und kindern im selben haus wie meine eltern, die sich ständig um die kinder kümmern. wenn ich mit meinen eltern unter einem dach wohnen müsste, gäbe es nach spätestens einer woche ein rtl2-familiendrama.
    ich glaube, es ist komplizierter: für jede familie sieht die lösung anders aus und für jede familie, umgebung und gesellschaft muss die gewählte lösung akzeptiert und realisierbar sein. ob es da die tägliche 10-stündige kinderbetreuung ist oder eine 10-köpfige grossfamilie oder oder die frau, die bei ihren 10 kindern zu hause bleiben möchte oder die kommune mit mitgliedern, die allesamt ihre arbeit flexibel gestalten können. oder oder oder.

    und ja, ich weiss selbst, dass das utopisch ist. aber trotzdem!

  • MrsMister08

    Wow, das ist ja wirklich…. Ich möchte diesen Beitrag gerne in eine Steinplatte fräsen, mit der haue ich dann ab jetzt jede/n über den Kopf, der mir entgegnet, wir lebten doch bereits in einer gleichberechtigten Gesellschaft.

  • http://einmaedchenfueralles.wordpress.com lovesonic

    @Rike: Danke :), ich find wir ergänzen uns da inhaltlich durchaus gut, v.a. kann ich (noch) nicht mit der Praxiserfahrung aufwarten.
    Genau und „akzeptiert“ ist da glaube ich das Zauberwort. Ich denke in unserer Gesellschaft ist es warum auch immer kein akzeptierter Zustand, dass Kind und Karriere gemeinsam existieren, ohne sich zu behindern. Mich würde da wirklich mal interessieren, was da in anderen Ländern ideologisch anders läuft.
    Mit Großfamilie meine ich nicht zwangsläufig das Oma+Opa-Modell. Ich kenne so viele junge Mütter, die eigentlich gut mit anderen jungen Müttern vernetzt sind, sich gegenseitig aber wenig betreuungstechnisch unterstützen. Wir brauchen einfach mehr Menschen, die zuständig sind pro Kind und vielleicht die Erkenntnis, dass wir alle in einem Boot sitzen und dass wir ein Recht drauf haben unsere Berufe, die wir mühsam erworben haben, in welcher Form auch immer auch auszuüben.

  • Sonja

    oh manno, da wird mir ja ganz anders! da kommt einem ja wirklich die galle hoch. mein baby-modell, dass ich mir mit dem vater wirklich alles teile, kommt mir mittlerweile immer extraterrestrischer vor. und natürlich können wir das auch nur machen, weil wir es nicht so schlimm finden, wenig geld und keine geregelten arbeitsstrukturen zu haben – und weil die elternunterstützung des österreichischen staates recht großzügig ist. trotzdem kämpfen wir beide auch immer damit, genug zeit für unsere arbeit und das baby zu finden und beides auch noch untereinander gerecht zu verteilen. dass es immer noch keine arbeitsmodelle gibt, die teilzeit für beide, kombiniert mit einem guten betreuungsangebot, ermöglichen, ohne dass das gleich ein „karriereaus“ bedeutet, kotzt mich einfach wahnsinnig an. wie können wir denn da druck ausüben?

  • http://infemme.twoday.net Rike

    @mrsmister08: danke für den kommentar. du solltest mit dem in stein fräsen und über den kopf hauen warten, bis der schnee vorbei ist. sonst kommen die notaufnahmen gar nicht mehr hinterher.

    @lovesonic: mehr leute pro kind hört sich gut an. es ist interessant, dass du ansprichst, dass sich mütter nicht mehr unterstützen, denn das ist bei mir genauso. jede mutter bietet der anderen immer hilfe an und meint es auch ehrlich, aber keine nimmt es in anspruch (ich auch erst einmal). beknackt!
    aber ab montag hat mein sohn einen tagesvater, dann wird alles besser.

    @sonja: dein modell ist schon etwas besonderes. ich habe gestern mit einer bekannten gesprochen, die sich auch alles mit ihrem mann teilt, die wünscht sich lustigerweise mehr struktur und findet gut, dass das bei mir so klar geregelt ist. wobei meine idealvorstellung ja „dreivierteljob für beide und jeder hat feste tage mit dem kind“ ist. den grössten druck müssen wohl die väter machen, denn die müssen ihre elternzeit ja bei ihren arbeitgebern durchsetzen. oder was meinst du?

  • http://twitter.com/irene_muc Irene

    Wieso innovativ? Ich verbinde Werbung und PR mit angepassten und konsumorientierten Menschen, die das produzieren, von dem sie glauben, dass es bei der Masse ankommt.

    Werbung in Deutschland ist stereotyp, nicht zuletzt bei den Frauenklischees, weil diese Branche eben nicht innovativ ist. Sie kommuniziert nur ein kreatives, innovatives, hippes Image. Aber wen interessiert das außerhalb der Branche?

  • MrsMister08

    @lovesonic und rike zum Thema sich gegenseitig helfen: Ja, das ist sicher gut. Ich finde es aber wichtig, die Verantwortung nicht komplett aufs Private abzuwälzen. Der deutsche Staat muss bitte auch mal in die Gänge kommen, wenn wirklich politisch gewollt ist, dass in diesem Land weiter Kinder geboren werden. Sowohl bei der staatlichen Betreuung von Kleinkindern als bei Ganztagsschulen als auch bei Teilzeitlösung als auch beim Mutterbild ganz allgemein ist Deutschland hinterletzte Reihe in Europa. Das finde ich extrem beschämend und ärgerlich.

  • http://www.Garnprinzessin.de Garnprinzessin

    Bäh. Mir läuft da ein ganz kalter Schauer den Rücken runter. Muss mal mit dem Mann darüber sprechen… So nicht!

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  • http://infemme.twoday.net Rike

    @mrsmr08: danke für den wichtigen kommentar! klar müssen veränderungen von allen seiten her.

    @garnprinzessin: der mann kann doch nichts dafür. :(

  • http://einmaedchenfueralles.wordpress.com lovesonic

    Ich finde die Diskussion hier super! Das zeigt doch, dass wir alle unzufrieden sind mit der Situation und den Quatsch mit der angeblich vollkommenen Gleichberechtigung nicht mehr glauben.
    @mrsmr08: Seit der Debatte um die sog. „Herdprämie“, habe ich den leisen Verdacht, dass man auf konservativer Seite eigentlich ganz zufrieden ist mit dem Mutterbild in Deutschland. Ich muss zugeben, ich hab da irgendwie für diese Legislaturperiode die Hoffnung aufgegeben. Aber man sollte es trotzdem mit Nachdruck fordern.

  • MrsMister08

    @lovesonic: Ja, bei der Herdprämie stellen sich mir auch sämtliche Haare an den Armen auf und ich sehe für den Rest dieser Legislaturperiode auch eher gelb-gräulich-schwarz. Aber ich finde, es geht gar nicht um diese Legislaturperiode. Bis sich in Hinblick Mutterbild etwas ändert, wird eher noch Jahre dauern und wir selbst werden vermutlich auch nicht mehr so viel davon haben. Es geht aber ja auch um die Frage: Wo sind wir in zehn Jahren und müssen sich Mütter und Väter dann immer noch mit so einem Quatsch abgeben oder schaffen wir es bis dahin mal besser Rahmenbedingungen zu schaffen?

  • http://infemme.twoday.net Rike

    da kann ich mich meinen beiden vorkommentiererinnen nur anschliessen. die konservative seite unserer regierung findet, dass nur ministerinnen arbeiten sollten und die liberale seite findet das, was die reichen finden, was uns auch nicht weiterbringt. ätzend!
    erstmal sollten überall rumposaunen, was wir inakzeptabel finden und was wir wollen. und wenn da wie beim mann auch nur vier wochen bei rumkommen, er hat das thema in seinem männerclub auf die agenda gebracht und sich nicht unterkriegen lassen. und wenn es bei den nächsten wahlen so viele protestwähler gibt wie bei den letzten, werden wir ja vermutlich eine regierung haben, die die frauen nicht ausschließlich am herd, sondern u.U. auch in anderen bereichen sieht. ich bleibe trotz der ganzen rotze optimistisch.

    p.s.: entschuldigung, dass ich so lange nicht kommentiert habe, aber das kind…

  • Muriel

    das ist wirklich total traurig aber – ich befürchte – auch total typisch für unser Land. :-(

  • http://einmaedchenfueralles.wordpress.com lovesonic

    @MrsMister08, @Rike: Ich hab so die leise Befürchtung, dass Kinderbetreuung und Elternbild auf der „Wen wähle ich“-Liste selten ganz oben stehen, auch bei Frauen. Zudem glaube ich, dass vielen gar nicht klar ist, dass bestimmte Parteien mit einem bestimmten Frauenbild einhergehen. Es gibt ja auch keinen richtigen Beweis dafür, man kann lediglich versuchen einen Zusammenhang zu sehen zwischen konservativer Regierung und Familienbild.
    Ich hab allerdings irgendwie das Gefühl, dass es gerade schon angefangen hat, zumindest gibts mittlerweile wenigstens Paare, die versuchen eine gemeinsame Lösung zu finden. Respekt übrigens an Rike’s Mann fürs Zeichen setzen.

  • MrsMister08

    @lovesonic zum Thema Wahlentscheidungen von Frauen: Wir tun unser bestes, um das zu ändern, etwa mit dem Quiz zu gender- und frauenpolitischen Fragen in den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien (Missy 03/09). Diese Themen sind ja im Wahlkampf meist eh total bedeutungslos (waren es zumindest im letzten), das wollen wir gerne ändern! Wäre doch super, wenn bei den kommenden Wahlen mal nicht nur die Arbeitslosenzahlen und Energie ein Thema wären, sondern Lohngleichheit oder die Familien- und Kinderfrage.

  • http://einmaedchenfueralles.wordpress.com lovesonic

    @MrsMister08: Das halte ich für eine sehr gute Sache! Ich nehm mir jetzt mal spontan vor, meine Mitmenschen sehr zu nerven mit diesen Themen, wenn’s wieder ans Wählen geht.

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  • http://lola-pianola.de/ Lola Pianola

    „Für mich bedeutet das, dass ich mein Leben auch nach der Elternzeit automatisch mehr dem Kind unterordnen muss als der Mann. Ich muss ein neues Arbeitsmodell finden, das alles unter einen Hut bringt.“
    Ich finde diesen Satz ganz problematisch – ich kenne das Problem gut, weil ich jahrelang alleinerziehend und berufstätig war.
    Aber wenn sich beide für ein Kind entscheiden, kann nicht nur einer zurückstecken. Zumal: Ich habe bisweilen den Verdacht, dass Männer die „Inakzeptanz“ benutzen, um zu rechtfertigen, dass sie auf keinen Fall aussetzen können.
    Warum zum Beispiel, kann der Mann nicht nach einem Job suchen, der familienfreundlicher ist? Illusion? Frauen nehmen bei der Jobsuche stark darauf Rücksicht.
    Überhaupt: Angeblich sind Männer ja so durchsetzungsstark – aber für ihr Recht auf Vaterschaft können sie nicht kämpfen? Hmmm …

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