Feminismus und andere Verschwörungstheorien – ein Rant

In meiner letzten Gastblogwoche schließe ich mich all jenen an, die eine bessere Welt für ALLE Menschen wollen, für Männlein, für Weiblein, für Menschlein, unentschlossene, uninteressierte, schwarze, weiße, gelbe, blaue, grüne, buntgestreifte und die quergepunkteten auch. Alle eben.
Bis vor ein paar Monaten dachte ich ja, Feminismus wäre die Weiterentwicklung des Humanismus und überhaupt supertoll. Und dann kamen zum Glück ein paar Männer (ja wirklich), die mir milde auf die Schulter klopften und meinten, das wäre falsch, ein Irrglaube und ich solle doch meine feministischen lila Scheuklappen absetzen und endlich sehen, wie sehr doch Männer von Feministinnen gegängelt werden. Feminismus ist doch das Schlimmste überhaupt und zwar aus folgenden sehr fundierten Gründen.

Sie sagten mir, dass Feministinnen (männliche Feministen gibt es nur in Form von lila Pudeln ohne eigene Meinung) Männer, wahre Männer abschaffen wollen. Weil sie Angst vor ihnen haben. Obwohl diese Männer ja Angst vor Feministinnen haben. Oder so. Ne warte, doch nicht. Männer haben keine Angst vor Feministinnen, sie werden von ihnen ja beherrscht und sind die armen Opfer ohne Ausweg. Also obwohl sie die absoluten Herrscherinnen sind und Deutschland/Österreich/Schweiz/Europa schon matriarchale Züge trägt, wollen sie wahre männliche Männer und alles männliche überhaupt abschaffen. Männlich ist Wettbewerb, ist Bewegung, ist toben, ist blau, sind Lego und Holzschwerter. Sind große, dicke, schnelle Autos und schwere Goldketten. Sind Firmenleitung und Vorstandsposten. Sind Erfinder und Genies. Und Sport. Und Haare auf den Zähnen und auf der Brust.

Die Feministinnen wollen das alles weghaben. Sie sind an allem schuld. Sie haben das Schulsystem so vereinfacht, dass Mädchen jetzt nur noch super abschneiden und Jungen allesamt furchtbar schlecht sind und die Hauptschulen füllen. Ja, die Mädchen können auf einmal sogar Mathe, Chemie und Physik. Da muss man(n) ja jetzt nichts mehr können und Jungens fühlen sich unglaublich unterfordert. Dann randalieren sie. Sie schikanieren keine anderen Jungs – sie müssen männliche Hierarchien bilden. Sie schikanieren keine Mädchen – für die interessieren sie sich nicht und wenn, dann nur im positiven Sinne, dass sie vor ihnen bestehen wollen. Sie schikanieren keine Lehrer/innen – und wenn, dann zu Recht. Die können halt nix und bevorzugen nur Mädchen. Jungs dürfen einfach gar nichts. Niemand fragt sie, was sie wollen. Niemand fördert sie. Dabei wollen sie doch nur gelie… ach ne warte, das ist unmännlich. Jungs wollen nur raufen und kämpfen und Wettbewerbe austragen. Und niemand lässt sie. Dann gehen sie verfrüht von der Schule ab und werden arbeitslos. Und depressiv. Und dann bringen sie sich um. Und all das, weil sie in der Schule nicht gefördert wurden. Und weil sie keinen Vater hatten. Den haben die Feministinnen ihnen weggenommen. Zumindest haben sie den Frauen die Möglichkeiten gegeben die gemeinsamen Kinder für sich zu beanspruchen und den Vätern die Kinder, den Kindern die männlichen Vorbilder zu entreißen, zu entfremden. Weil alle Väter dem Männerideal entsprechen.

Selbst wenn Jungs und junge Männer nicht arbeitslos sind, machen Feministinnen ihnen das Leben schwer. Eigentlich wollen sie nur ein Mädchen für sich gewinnen und mit ihm Nachwuchs in die Welt setzen. Damit ein Mädchen sich für sie interessiert, müssen sie aber furchtbar viel geleistet haben. Viel Geld haben. Viel Status. Denn Mädchen und Frauen wollen jemanden, der sie versorgt. Also arbeiten die Männer 60-80 Stunden in der Woche, um sich teure Autos und ein Einfamilienhaus zu kaufen. Im Idealfall kommt dann die richtige hübsche Frau und liebt sie. Und schenkt ihnen Nachwuchs. Ach ne, Nachwuchs ist ja keine gemeinsame Sache, sondern gehört der Frau. Und der Mann muss weiter 60-80 Stunden in der Woche schuften und Karriere machen. Um seine Familie zu versorgen. Wer braucht einen Vollzeitjob, wenn er auch für zwei arbeiten kann? All die Überstunden bringen doch auch mehr Geld – für die Familie. Nach der Arbeit soll der Mann dann noch einfühlsam und für seine Familie da sein. Sonst fühlt die Frau sich vernachlässigt und verlässt den Mann. Und bekommt das alleinige Sorgerecht. Das haben die Feministinnen so gebaut. Hängt der Mann einmal am Haken, muss er tun, was die Frau will.
Aber selbst die Arbeit ist dem armen Manne nicht gegönnt. Da wollen doch tatsächlich ein paar Frauen seinen Job machen. Ohne 60-80 Stunden zu schuften. Sondern nur die vorgesehenen 40. Und das gleiche Gehalt wollen sie haben. Aber nur für die guten Jobs. Nicht die schwierigen. Wie Müllabfuhr oder Militär. Achso, Militär auch. Ja aber dafür wollen sie weniger leisten. War ja schon damals im Schulsport so, dass Mädchen weniger machen mussten für die gleiche Note.
Am Ende will noch eine Frau seinen Job, die fürs Kinderkriegen ausgesetzt hat. Überhaupt, was will die ihre Kinder auch noch auf seine Steuerkosten fremdbetreuen lassen – wieder mehr Kinder, die nur von Frauen umgeben sind. Aber ne, ganz Zuhause bleiben dürfen Frauen auch nicht, dann kostet sie ihn ja noch viel mehr Steuern. Und er muss noch mehr arbeiten.

An allem Unrecht, dass Männern geschieht, sind Feministinnen schuld. Wie konnte ich das nur übersehen?
Weil nicht das Schulsystem furchtbar veraltet und nicht mehr zeitgemäß ist. Sondern Mädchen von feministischen Lehrerinnen bevorzugt werden.
Weil nicht alle Kinder sollen ruhig und aufmerksam sein. Sondern nur Jungs.
Weil Jungs in ihrem Schulleben nur von Frauen umgeben sind. Aber Boys Days Jungs in schlechte Berufe drängen, während Girls Days Mädchen dazu anhalten Karriere zu machen.
Weil ja alle männlichen Wesen viele Freundinnen und Frauen wollen. Aber nur die Arschlöcher mit den Motorrädern sie bekommen.
Weil nicht das wirtschaftliche System ununterbrochenen Einsatz und stetiges Wachstum verlangt. Sondern alle Männer 60-80 Stunden in der Woche arbeiten wollen. Und Frauenquoten ihnen das verbieten.
Weil Väter nicht Hausmänner werden dürfen, nicht Teilzeit arbeiten dürfen. Weil die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur Frauen betrifft.
Weil Frauen so versessen auf Nachwuchs sind. Und Männer nicht.
Weil alle Väter ihre Kinder lieben. Und Mütter ihre Kinder nur gegen den Vater ausspielen.
Weil Frauen sich ihr Leben so ausgesucht haben. Und Männer nicht.

Weil es wirkliche Probleme in dieser Welt gibt. Die gäbe es ohne Feminismus nicht.

Comments

Pingback from Mädchenmannschaft » Blog Archive » Nicht nur für Mütter und Richard Dawkins – unsere Blogschau
Time: July 9, 2011, 5:45 pm

[...] beliebt sind dieser Tage ja auch wieder Verschwörungstheorien. Wie Feminist_innen die Welt ruinieren, hat Khaos.Kind im Missy-Gastblog [...]

Comment from razor
Time: July 9, 2011, 9:54 pm

Hi!
Das ist schon mal eine gute zusammenfassung. Es fehlen zwar noch ein paar aspekte, und einige andere wurden verzerrt bzw. falsch wiedergegeben, aber niemand ist perfekt. Einsicht ist der beste weg zur besserung!
Gruß :)

Comment from Christian
Time: July 10, 2011, 8:03 am

Was spricht eigentlich dagegen sich mal die Sorgen der Männer aus ihrer Sicht anzuhören?
Zumal ein Teil deiner Stellungnahme ja im wesentlich billige Polemik ist. “och die armen Männer haben es ja sooo schwer” macht es sich doch wirklich etwas einfach. Warum die Sorgen von Männern beispielsweise bezüglich des Sorgerechts runtermachen? Immerhin hat ein unverheirateter Vater in der Tat eine schwere Position und braucht ein Gerichtsverfahren um überhaupt am Sorgerecht partizipieren zu können.
Und Feminismus mag im Grundsatz eine Weiterentwicklung des Humanismus sein, aber es ist – wie du ja ebenfalls gerne betonst – eben in viele verschiedene Ausrichtungen aufgespalten, die sich zum Teil widersprechen. Wenn schon soviel interne Unstimmigkeit besteht – Matriarchatsfeministen würden sagen, dass Wettbewerb etwas ist, was Frauen nicht mögen, Gleichheitsfeministinnen a la Beauvoir würden sagen, dass Frauen genau so sehr am Wettbewerb interessiert sind wie Männer – warum sollte dann Kritik am Feminismus etwas anstössiges sein. Ich könnte die offenen Fragen und Widersprüche des Genderfeminismus hier auch noch mal aufführen, aber es ist wohl nicht der richtige Ort dafür.

Natürlich ist es falsch, dem Feminismus eine Alleinschuld zuzuweisen. Aber Feminismus ist eben auch eine Interessenvertretung für Frauen. Das Männer dann andere, engegenstehende Positionen vertreten liegt fast in der Natur der Sache.

Comment from Steffi
Time: July 10, 2011, 10:50 am

Ich denke es gibt einen großen Unterschied zwischen Kritik am Feminismus und den sogenannten Männerrechtlern, die tatsächlich so eine Art feministischer Weltverschwörung propagieren, die schon längst die Macht übernommen hat, was angesichts aller Zahlen und vor allem wenn man die Geschlechterverhältnisse im Blick hat einfach der totale Blödsinn ist.

Comment from Geschlechterchaos
Time: July 10, 2011, 12:02 pm

(an alle Mitlesenden: Antworten an Christian fallen von meiner Seite bewusst so aus, wie sie ausfallen. Das liegt an einer Vorgeschichte, die ihr nicht kennt. Ich kann auch freundlich :) )

@Christian

Was spricht eigentlich dagegen sich mal die Sorgen der Männer aus ihrer Sicht anzuhören?

Nichts. Hab ich das irgendwo behauptet?

Zumal ein Teil deiner Stellungnahme ja im wesentlich billige Polemik ist.

Also ehrlich. Ist dir der Titel des Blogeintrages nicht deutlich genug, um zu erkennen, dass es eine überspitzte Darstellung ist? Wenn du das jetzt ernst nimmst, bist du selbst schuld.

Aber Feminismus ist eben auch eine Interessenvertretung für Frauen.

Nein, ist er nicht.

Comment from Piratenweib
Time: July 10, 2011, 7:16 pm

@Christian schrieb: “Immerhin hat ein unverheirateter Vater in der Tat eine schwere Position und braucht ein Gerichtsverfahren um überhaupt am Sorgerecht partizipieren zu können.”

Das ist natürlich Quatsch. Ein unverheirateter leiblicher Vater kann eine Vaterschaftsanerkennung ablegen. Das ist ganz einfach, wenn er sich mit der Kindesmutter einig ist. Dies kann er vor oder nach der Geburt auf dem Standesamt, Jugendamt, Amtsgericht oder beim Notar beurkunden lassen. Die Zustimmung der Mutter ist dafür Voraussetzung, das sollte aber bei den meisten Vaterschaften kein Problem sein, welche Mutter möchte nicht, dass der Vater sich zu seinem Kind bekennt. Der Vater kann mit Zustimmung der Mutter beim zuständigen Jugendamt ebenfalls das Sorgerecht beantragen. Damit haben beide Elternteile für das Kind die gemeinsame Sorge. Dazu muss kein Gericht bemüht werden und kann in einem “Aufwasch” mit anderen Ämterbesuchen erledigt werden, die im Falle einer Geburt sowieso notwendig sind.
Das wollte ich nur der Korrektheit halber hier anfügen.
Und zu dem hier: (von @Christian: “Aber Feminismus ist eben auch eine Interessenvertretung für Frauen. Das Männer dann andere, engegenstehende Positionen vertreten liegt fast in der Natur der Sache.”) kann ich nur sagen: Falsch. Feminismus ist _keine_ Interessenvertretung für Frauen. Und das Männer entgegenstehende Positionen vertreten stimmt ebenfalls nicht. Dass du so denkst, zeigt nur, dass du nichts verstanden hast (oder verstehen willst).

Pingback from „Feminismus und andere Verschwörungstheorien“ « Alles Evolution
Time: July 11, 2011, 5:16 am

[...] hat in einem Gastbeitrag über Kritik am Feminismus einen Rant geschrieben: In meiner letzten Gastblogwoche schließe ich mich all jenen an, die eine bessere Welt [...]

Comment from Christian
Time: July 11, 2011, 7:46 am

“Das ist ganz einfach, wenn er sich mit der Kindesmutter einig ist”

Und da ist eben das Problem. Sie hat ein Vetorecht und wenn sie es ausübt, dann braucht er ein Gerichtsverfahren.

“Feminismus ist _keine_ Interessenvertretung für Frauen.”

Das sehe ich anders. Es ist natürlich eine Interessenvertretung für Frauen, auch wenn diese von einigen durchaus so ausgeübt wird, dass sie auch die Interessen von Männern mitberücksichtigen.

“Und das Männer entgegenstehende Positionen vertreten stimmt ebenfalls nicht.”

Alle Männer stimmen mit feministischen Positionen überein? Seit wann denn das? Noch nicht mal die Feministinnen untereinander stimmen überein, da wäre es ein Wunder, wenn es die Männer machen würden. Es gibt genug Themen, wo Männer (und auch Frauen) anderer Ansicht sind als Feministinnen. Beim Genderfeminismus zB Steven Pinker etc.

Comment from El_Mocho
Time: July 11, 2011, 9:41 am

Chaoskind, was diese Diskussionen so unfruchtbar macht ist, dass die feministische Seite (und du ganz exemplarisch) jeder Diskussion der Grundlagen der eigenen Theorien systematisch ausweicht. Ganz nach dem Motto “Wer kämpft für das Recht der hat immer recht” (Lied der Partei) wird ein politisch/moralisches Programm zur Philosophie ausfgeblasen. Exemplarisch dafür steht Judith Butler, und ich habe weder bei ihr noch in irgendeiner deiner Äußerungen ein Wort darüber gefunden, wie Sprache die materielle Realität konstituieren kann (gemeinhin nennt man sowas Magie).

Comment from Lucia
Time: July 11, 2011, 10:55 am

@Khaos.Kind
Guter Artikel :)

@Piratenweib:

Feminismus ist _keine_ Interessenvertretung für Frauen. Und das Männer entgegenstehende Positionen vertreten stimmt ebenfalls nicht. Dass du so denkst, zeigt nur, dass du nichts verstanden hast (oder verstehen willst).

Ich füge noch nicht können hinzu, weil Christian sowohl Gene als auch Verhaltensweisen geerbt hat, deren Wirkungen zwar nicht zwingend aktiv werden mussten, aber durch seine Weltanschauung wurden sie aktiv.

LG,
Lucia

Comment from Geschlechterchaos
Time: July 11, 2011, 12:00 pm

@Christian
Lass das bitte nicht in eine Diskussion über Anerkennung von Vaterschaft ausarten. Du hast behauptet, die Partizipation eines unverheirateten Vaters ist generell nur über ein Gerichtsverfahren möglich und Piratenweib hat das widerlegt und erklärt, wie es in der Regel abläuft. Gerichtsverfahren sind Ausnahme.

Das sehe ich anders. Es ist natürlich eine Interessenvertretung für Frauen, auch wenn diese von einigen durchaus so ausgeübt wird, dass sie auch die Interessen von Männern mitberücksichtigen.

Das ist schön für dich, dass du es so siehst. Die meisten FeministInnen sehen das anders. Wirf ihnen bitte nicht deine persönliche Meinung vor.

Alle Männer stimmen mit feministischen Positionen überein? Seit wann denn das?

Ich hätte eher deine Behauptung so gelesen, dass du meinst (alle) Männer würden entgegenstehende Ansichten zu feministischen Themen haben. Dem hat Piratenweib imho zu Recht widersprochen. Es gibt genug Feministen, die ihren Widerspruch belegen.
Aber weder sind alle Männer Feministen noch sind alle Männer Antifeministen.

Comment from Geschlechterchaos
Time: July 11, 2011, 12:11 pm

@El_Mocho
Du hast lang genug mit mir an anderer Stelle diskutiert um meinen Nick inzwischen richtig schreiben zu können. Tu das dann auch bitte, ja?

was diese Diskussionen so unfruchtbar macht ist, dass die feministische Seite (und du ganz exemplarisch) jeder Diskussion der Grundlagen der eigenen Theorien systematisch ausweicht.

Das Ausweichen könnte daran liegen, dass eine Diskussion ständig über dasselbe ziemlich müßig ist. Es gibt genug Quellen im Netz da draußen, die dir Antwort geben können. Es könnte auch daran liegen, dass ich (exemplarisch) nicht mit Menschen zu diskutieren pflege, die mir und meinem Studium Anhängerschaft einer Sekte oder “insgeheim wollt ihr die Welt regieren/regiert ihr die Welt” unterstellen. Wie es deine Erwähnung des “Lied der Partei” (exemplarisch) nahelegt.
Wenn dir das als Beleg für deine Verschwörungstheorie reicht – bitte.
Wenn nicht, dann diskutieren wir das an anderer Stelle aus. Die Missys möchte ich damit nicht belangen.

Comment from El_Mocho
Time: July 11, 2011, 1:49 pm

“Lies erstmal XYZ, bevor wir weiter diskutieren” ist natürlich auch kein überzeugendes Argument, sondern ein weiterer Versuch auszuweichen.

Vielleicht kannst du einen Text vorschlagen, über den wir diskutieren könnten? Oder ich mach das?

Comment from Geschlechterchaos
Time: July 11, 2011, 6:32 pm

@El_Mocho

“Lies erstmal XYZ, bevor wir weiter diskutieren” ist natürlich auch kein überzeugendes Argument, sondern ein weiterer Versuch auszuweichen.

“Lies erstmal xyz” ist genau genommen gar kein Argument. Und genau genommen auch nicht das, was ich gesagt habe.
Ich unterstelle dir nicht Unwissenheit, sondern Faulheit. Das ist ein Unterschied. Ich erwarte ja nur, dass du mal ein bisschen nachforscht, ob irgendjemand in diesem Internet nicht auf die Idee kam über (ähnliche) Themen zu schreiben wie jene, die auch dich treiben und interessieren. Wenn nicht, dann kannst du immernoch konkrete Themen ansprechen. Auch gerne in meinem Blog oder du machst einen eigenen auf und stellst Themen und deine Fragen dazu selbst zur Debatte.

Kein Blog, schon gar nicht mein Gastblog, ist dazu verpflichtet irgendwelche (Grundsatz-)Fragen zu beantworten oder zu erläutern, die irgendwelche angeblichen oder realen blinden Flecken und Lücken feministischer Theorie betreffen. Schon gar nicht, wenn diese mit dem eigentlichen Blogpost nichts zu tun haben. Ich bin nicht der Erklärbär.

Vielleicht kannst du einen Text vorschlagen, über den wir diskutieren könnten? Oder ich mach das?

Tu dir keinen Zwang an. Dann aber wie bereits angesprochen an entsprechender Stelle.

Comment from Geschlechterchaos
Time: July 11, 2011, 6:35 pm

@Lucia
Danke :)

Ob eine persönliche Anfeindung einer Person hier wirklich was nützt, wage ich zu bezweifeln. Ich find das eher kontraproduktiv.

Comment from Lucia
Time: July 11, 2011, 10:12 pm

@Khaos.Kind

Für mich ist mein Hinweis auf vererbte Gene sowie Verhaltensweisen, die etwas verhindern könnten, keine persönliche Anfeindung, sondern ein Hinweis darauf, dass das nur sehr selten angesprochen wird.

LG,
Lucia

Comment from Goofos
Time: July 12, 2011, 3:26 am

“Lass das bitte nicht in eine Diskussion über Anerkennung von Vaterschaft ausarten. Du hast behauptet, die Partizipation eines unverheirateten Vaters ist generell nur über ein Gerichtsverfahren möglich und Piratenweib hat das widerlegt und erklärt, wie es in der Regel abläuft. Gerichtsverfahren sind Ausnahme. ”

Also ich weiß nicht, du forderst es gerade heraus. Der Punkt, dass dafür die Zustimmung der Kindesmutter nötig ist, hast du wohl nicht so ganz verstanden. Ob Gerichtsverfahren die Ausnahme sind oder ob die Kindesmutter häufig zustimmt, ist völlig unerheblich. Allein weil die Zustimmung der Mutter nötig ist, ist das eine Diskriminierung des Vaters.
Außerdem ist die Anerkennung der Vaterschaft nicht gleich Sorgerecht. Das sind zwei verschiedene Dinge. Piratenweib hat von der Anerkennung der Vaterschaft geschrieben, Christian hingegen vom Sorgerecht, irgendwie würfelt ihr hier also verschiedene Dinge planlos durcheinander.

Comment from Geschlechterchaos
Time: July 12, 2011, 9:51 am

@Lucia
Naja, vielleicht kam das bei mir falsch an. Mir gings ja nicht um den Hinweis auf vererbte Gene/Verhaltensweisen. Das hab ich nicht kritisieren wollen. Aber auf mich wirkte es so, als würdest du Christian jegliches Verstehen _können_ absprechen. Und da ich ihn nicht so gut kenne um das einschätzen zu können, unterstelle ich ihm lieber Ignoranz als Unfähgikeit ;)

@Goofos
Ich fordere es heraus?
Weil ich im Artikel schreibe, dass es Blödsinn ist, dass Mütter den Kindern die Väter vorenthalten wollen und erst Recht Blödsinn, dass FeministInnen dran schuld sind?
Gut, ich hab den Sorgerechtsteil unterschlagen. Piratenweib hat das aber gut ausgeführt. Erst Anerkennung der Vaterschaft, dann Beantragung des gemeinsamen/geteilten Sorgerechts. Dafür braucht es nicht unbedingt ein Gericht. Und in der Mehrheit der Fälle funktioniert das auch ohne. Es ändert also nichts an meiner Bitte, das Thema beizubehalten und nicht abzuschweifen. Dass es rechtliche Lücken/benachteiligende Regelungen noch gibt, streite ich nicht ab. Daran sind aber immernoch keine FeministInnen schuld.

Comment from El_Mocho
Time: July 12, 2011, 1:01 pm

Geschlechterchaos, ich suche schon länger nach entsrpechenden texten, aber ich habe von feministischer Seite NICHTS entsprechendes Gefunden. Die Grundvoraussetzung, nach der Sexualität grundsätzlich von “Diskursen” und sozialöen Prozessen bestimmt wird, wird immer vorausgesetzt und nie begründet; offenbar versteht man nicht, wie jeamand eine solch fundamentale Wahrheit überhaupt in Frage stellen kann.

Am nächsten kommt dem, was mir vorschwebt immer noch dieser Text: http://www.gradnet.de/papers/pomo98.papers/jsdingle98.htm

Der stammt zwar von einem Mann und es geht auch nicht uasdrücklich um Geschlechterverhältnisse, sondern um Ökologie, aber er thematisert die wesentlichen Fragen, die mich interessieren.

Vielleicht kannst du mal angeben, welcher Ort dir für die Diskussion angemessen erscheint.

Comment from Geschlechterchaos
Time: July 12, 2011, 1:34 pm

@El_Mocho
Spannender Text :) Werde ihn mir die Tage mal näher ansehen. Danke.

Vielleicht kannst du mal angeben, welcher Ort dir für die Diskussion angemessen erscheint.

Ich dachte, das hätte ich deutlich gemacht.
Wenn du Fragen an MICH hast bzw. MEINE Meinung zu einem Thema möchtest: mein Blog oder einer der dort angeführten Kontaktwege
Wenn du allgemein etwas ansprechen, besprechen und/oder hinterfragen möchtest: Mach ein eigenes Blog auf, dann hast du auch Hausvorteil und Kommentarhoheit und kannst selbst bestimmen was stehen bleibt oder gelöscht wird. Wenn du diesen Weg wählst, würde ich um einen Hinweis bitten, damit ich mich an der Diskussion auch beteiligen kann :)

Das Problem ist immer und überall:
Was ist die konkrete Frage(stellung). Willst du wissen, was Sozialkonstruktivismus ist und wie er funktioniert führt das zu einer anderen Antwort als wenn du danach fragst wie Sexualität(en) entstehen. Und wenn du nur auf feministischen Seiten suchst, entgehen dir vielleicht andere Bereiche die nicht explizit feministisch sind – aber vielleicht Antworten auf deine Fragen haben.

Comment from Luna
Time: July 13, 2011, 8:37 pm

Selten so geschmunzelt…
toller Text.

Schade finde ich hingegen die meisten Kommentare. Tut mir leid, aber wer sich immer und überall gleich angegriffen fühlt, sollte mal gewisse sozialpsychologische Entwicklungsphasen abschließen.
Aber ich interpretier das jetzt mal so, dass es auch ein wenig beabsichtigt war?!

Gruß

Comment from El_Mocho
Time: July 14, 2011, 1:30 pm

OK, ich schreib dann mal was auf deinem Blog

Comment from Penny
Time: March 14, 2012, 10:22 am

ich liebe dich für diesen blog.

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