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Erinnerung in Bewegung

Layla Zami und Oxana Chi organisieren ein Festival über Tanz und Erinnerung.

17.10.16 > Theater

Von Amelia Umuhire 

 

Layla Zami und Oxana Chi veranstalten das Festival „Moving Memory“, das vom 20-22. Oktober in Berlin stattfindet. Ganz im F.U.B.U (for us by us) Sinne, kommen bei dem drei-tägigen Festival Stimmen zu Wort, die leider immer noch wenig Beachtung im deutschen Mainstream finden. Mit Tanz, Spoken Word und akademischen Vorträgen von einflussreichen Feministinnen wollen sie durch die Konfrontation mit der Vergangenheit, Möglichkeiten für die Zukunft aufzeigen. Sie warten nicht auf die Erlaubnis von kulturpolitischen Machthabern und wollen auf eigene Faust „die leeren Seiten derGeschichts –und – Kunst – bücher füllen“. Wir sprachen über ihre gemeinsame Arbeit und darüber wie Tanz und Politik eigentlich zusammenhängen.

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Wie habt ihr zueinander gefunden?
Oxana: Das war bei einer Tanzreihe, die ich 2009 in der WdK Berlin kuratiert habe. Und in dem Rahmen habe ich auch mein Tanzsolo „Durch Gärten“ gezeigt und nach den Aufführungen unterhalte ich mich immer mit den Leuten und mit Layla habe ich mich dann länger unterhalten (lacht).
Layla: Damals wusste ich noch nicht, dass so eine Freundschaft, Liebes- und Arbeitspartnerschaft daraus entstehen würde und dass ich mich auch in meiner Forschung mit Tanz und Erinnerung auseinandersetzen würde.

Bei eurem Festival werden Tanzaufführungen und akademischen Vorträgen ergänzt. Wie hängen Tanz und Politik zusammen?
Layla: Für mich ist die Verbindung zwischen Tanz und Politik vor allem der Körper. Wir wissen ja, dass Rassismus und Sexismus mit Konstruktionen zu tun haben, die auf den Körper projiziert werden. Beim Tanz stellen sich die Tänzerinnen mit dem eigenen Körper auf die Bühne und ich fand es spannend zu schauen wie Körper in Bewegung auf der Bühne diese Projektionen dekonstruieren.
Oxana: Und ich forsche ja auch ganz viel mit dem Körper. Ich benenne erforschtes mit Tanz und die Wissenschaftler-innen benennen erforschtes mit Worten. Und so wachsen wir zusammen und werfen uns die Bälle zu. Das ist einfach toll.

Das Festival heißt ja „Moving Memory“, Erinnerung in Bewegung. Wie seid ihr darauf gekommen euch durch Tanz mit Erinnerung zu beschäftigen?
Layla: Der Titel ist doppeldeutig. Es bedeutet einerseits, dass Erinnerung auf der Bühne, also im physischen Sinne durch den Körper in Bewegung ist, aber auch dass, Erinnerung weiter lebt. Es ist wichtig, dass wir uns mit der Vergangenheit beschäftigen, denn wenn wir es nicht tun, wird sich die Vergangenheit mit uns beschäftigen. Und wir können uns mit dem Trauma aus der Vergangenheit auseinandersetzen und uns dabei trotzdem empowern.

Wie ist es denn als Women of Color in der deutschen Tanzszene?
Oxana: Die Tanzlandschaft ist sehr begrenzt für POC in Deutschland und das hat mich schon immer genervt. Deswegen bin ich auch viel gereist, um auch einfach mal andere Leute zu sehen. Seit 15 Jahren habe ich mich von der deutschen Tanzszene verabschiedet, aber bleibe viel in Kontakt mit Tänzerinnen, deren Arbeiten mir gefällen und vernetze mich mit vielen Künstlerinnen in der internationalen Tanzszene.

movingmemory_flyer_s-1-coverMoving Memory
Symposium über Tanz und Erinnerung
20.–22. Oktober 2016
Berlin

Wie seid ihr bei der Zusammenstellung des Lineups rangegangen?
Oxana: Das sind wirklich Leute, die uns am Herzen liegen. Herzensschwestern und Herzensbrüder.
Layla: Das ist das erste Mal in Berlin, dass eine afro-diaporische Reunion mit Beiträgen von muslimischen, jüdischen, Roma und weißen Personen ergänzt wird. Das Festival ist für alle und ich merke auch, dass so unterschiedliche Leute zusammenkommen und alle gehen empowert da raus und das finde ich wirklich schön. Dank des Studentenwerk Berlin ist der Eintritt diesmal ja auch frei.


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