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Auf die Fahrräder, und los mit der Kunst!

Das Papergirl-Projekt geht in die fünfte Runde. Bis zum 23. Juli werden 240 gratis eingereichte Kunstwerke von namhaften Profis und enthusiastischen Laien in der Neurotitan Galerie Berlin zuerst ausgestellt, dann zusammengerollt und zuletzt vom Fahrrad aus willkürlich PassantInnen zugeworfen. Elise Graton sprach mit Projekt-Gründerin Aisha Ronniger. Hat man bessere Chancen, eine Rolle abzubekommen, wenn man …

10.07.10 >

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Das Papergirl-Projekt geht in die fünfte Runde. Bis zum 23. Juli werden 240 gratis eingereichte Kunstwerke von namhaften Profis und enthusiastischen Laien in der Neurotitan Galerie Berlin zuerst ausgestellt, dann zusammengerollt und zuletzt vom Fahrrad aus willkürlich PassantInnen zugeworfen.

Elise Graton sprach mit Projekt-Gründerin Aisha Ronniger.

Hat man bessere Chancen, eine Rolle abzubekommen, wenn man hier vor der Tür Wache hält?

Eher nicht. Wir fahren schon gezielt in verschiedene Bezirke Berlins, denn wir wollen Leute treffen, die uns weder erwarten noch kennen. Wann, erfährt auch keiner: Die Aktion soll eine Überraschung bleiben.

Was motiviert euch, Kunst zu verschenken?

Ich kann nur für mich sprechen. Als Künstlerin habe ich in der Street-Art-Szene angefangen und dabei immer wieder neue Wege gesucht, um meine Kunst zu veröffentlichen. Dadurch habe ich bemerkt, dass es eine schöne Sache ist, sie einfach zu geben. Die Leute sind überrascht, wenn man sie beschenkt, vor allem, wenn sie erfahren, dass sie dafür nichts tun müssen. Das ist heutzutage gar nicht üblich.

Was gibt es sonst für Reaktionen?

Meist sind die Leute erstaunt und leicht misstrauisch. Manche halten sich auch für zu cool und lassen die Rolle auf dem Boden liegen. Aber im letzten Moment sind sie doch neugierig und nehmen sie mit! Da wir leider nicht so ganz treffsicher sind, gab es auch schon wütende Reaktionen, wenn mal einer die Rolle an den Kopf kriegt. Am Ende freuen sich aber alle.

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Warum heißt das Projekt Papergirl und nicht Paper for free oder sonst anders?

Ich wurde öfters gefragt, ob ein Gender-Gedanke hinter dem Namen steckt. Eigentlich gar nicht. Für mich machte es nur eine logische Brücke, dass man sofort weiß, wo es herkommt, nämlich dass das Vorbild die amerikanischen Paperboys sind, die morgens Zeitungen vor die Türen der Leute werfen. Dabei sind die Paperboys nicht immer nur Jungs, genauso wie bei uns nicht nur Mädchen mitmachen. Aber es ist interessant zu merken, wie Hauptbegriffe meist männlich sind und nie hinterfragt werden, während man bei weiblichen Termini sofort denkt, das sei jetzt speziell für oder von Frauen konzipiert worden.

Das Papergirl-Projekt leitet Aisha Ronniger zum letzten Mal. Gerade hat die 28jährige Berlinerin ihr Grafikstudium an der Kunsthochschule Weißensee absolviert und will sich nun dem eigenen Schaffen widmen. Das Projekt ist mittlerweile aber so gut vernetzt, dass Papergirls 6, 7, 8… zu erwarten sind! Am Donnerstag, den 15. Juli, findet die Diskussion »The art of giving art« in der Neurotitan Galerie mit Papergirl-Gästen aus Berlin, Bukarest, Manchester, Kapstadt und Albany (NY) statt.

Weitere Infos unter http://papergirl-berlin.de


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