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Weltmännertag

Heute, am 3.11. ist offenbar Weltmännertag. Hätte ich beinahe versäumt, wenn nicht gerade noch ein Spam-Newsletter für „Besseres Leben“ in meinen Posteingang geschneit wäre. Interessant. Was ist denn der Männertag, von wem wurde er wann und wofür eingeführt? (Die Frage, warum gerade ich den Newsletter für den Weltmännertag bekomme, stelle ich mir lieber nicht … …

03.11.10 >

piratenweib-rahmen
Heute, am 3.11. ist offenbar Weltmännertag. Hätte ich beinahe versäumt, wenn nicht gerade noch ein Spam-Newsletter für „Besseres Leben“ in meinen Posteingang geschneit wäre. Interessant. Was ist denn der Männertag, von wem wurde er wann und wofür eingeführt? (Die Frage, warum gerade ich den Newsletter für den Weltmännertag bekomme, stelle ich mir lieber nicht … ;-))

Der Newsletter behauptet, es geht um Männergesundheit. Mal sehen, was Wikipedia so ausspuckt.

Der Weltmännertag ist ein Aktionstag, der seit 2000 jährlich am 3. November stattfindet. Dieser soll laut Aussage des Schirmherrn Michail Gorbatschow das Bewusstsein der Männer im gesundheitlichen Bereich erweitern. So liege die männliche Lebenserwartung im Durchschnitt 7 Jahre unter der der Frauen. Neben Männergesundheit sind auch Bundeswehr und Zukunftsperspektiven Themenschwerpunkte. Ins Leben gerufen wurde der erste Weltmännertag von Andrologen der Universität Wien.

Aha! Seit 10 Jahren gibt es diesen Männertag. Das Thema Männergesundheit begegnet ja auch Feminist_innen auf Schritt und Tritt. Gerade Antifeminist_innen klagen häufig über mangelnde Gesundheitsvorsorge und fehlende Männergesundheitsberichte. Darüber, dass Männer im Schnitt 6,5 Jahre jünger sterben als Frauen. Dass sie an Krankheiten wie Hoden- und Prostatakrebs sterben und darüber keine oder kaum Forschung stattfindet. Ist das realistisch? Tatsache ist, dass Männer im Schnitt früher sterben als Frauen.

Sind aber nun „die Frauen“ oder noch besser „die Feministinnen“ dafür verantwortlich? Oder ist es nicht vielmehr der rollenkonform gelernt laxe Umgang von Männern mit ihrer eigenen Gesundheit? Arztbesuche und Vorsorgeuntersuchungen passen einfach nicht in ein Standardbild von Männlichkeit, oder? Männer sind stark und durch nichts zu erschüttern, oder? Und weil das Rollenbild offenbar immer noch sehr stark bestimmend ist, gehen Männer nicht zum Arzt (oder nur sehr viel seltener als Frauen). Sie opfern ihre eigene Gesundheit, ja gar ihr eigenes Leben, dem Männlichkeitswahn.

Ich wünsche allen Männern heute am Weltmännertag, dass sie in der Lage sein mögen, ihr Rollenkorsett abzulegen. Dass sie bei Beschwerden und Krankheiten frühzeitig zum Arzt gehen mögen und sich behandeln lassen – bevor es zu spät ist. Kranke Männer sind keine starken Männer, sondern – kranke Männer. Also bitte Jungs: Ihr braucht nicht immer stark zu sein. Auch Männer dürfen mal krank werden, auch Männer dürfen sich Hilfe suchen.

Alles Gute zum Weltmännertag!


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