Dr. Leslie Winkle aus „The Big Bang Theory“

Leslie Winkle ist nicht nur cool und schlagfertig, sondern den male geeks auch intellektuell mehr als gewachsen.

Leslie Winkle ist nicht nur cool und schlagfertig, sondern den male geeks auch intellektuell mehr als gewachsen.

Illustration: Elisabeth Moch

 

Dr. Leslie Winkle trägt eine Schutzbrille und ist konzentriert über einen Laser gebeugt: „Warte, ich versuche gerade herauszufinden, wie lange es dauert, mit einem 500-Kilowatt-Laser meine Nudelsuppe aufzuwärmen.“ Zwei Sekunden lang beschießt sie die Suppe und ähnlich zielorientiert reagiert sie auch auf den Vorschlag ihres Laborkollegen Leonard, ein gemeinsames „Experiment“ durchzuführen.

Abendessen, Kino, Knutschen? Man könne doch gleich zum letzten Teil übergehen, der Erfolg lasse sich schließlich auch anhand der biochemischen Reaktion beim Abschiedskuss ermitteln. Zu dem die beiden nach ihrer präzisen Anleitung – „romantisch, aber mit geschlossenem Mund“ – dann auch sogleich übergehen.

„The Big Bang Theory“ basiert ganz auf dem Vorurteil, Physiker seien hyperintelligente Loser, die außerhalb der Sphären von Wissenschaft und Star Trek verloren seien. Winkle stellt hier keine Ausnahme dar: Optisch und in Weltfremdheit steht sie den männlichen Charakteren um nichts nach. Als Frau bildet sie eine wohltuende Ausnahme, denn der einzige andere weibliche Charakter in den ersten Staffeln der Sitcom ist eine blonde Kellnerin namens Penny, die denkt, Newton sei ein Keks. Winkle ist dagegen nicht nur cool und schlagfertig, sondern den male geeks auch intellektuell mehr als gewachsen. Und als Superbonus legt sie sexuell selbstbewusst jeden flach, der ihr gefällt – und damit das dröge Stereotyp ad acta, schlaue Mädchen kriegten keinen ab.

Mit Leonard und Leslie wird es leider trotzdem nichts: Als er sie nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht am nächsten Tag im Labor küssen will, erklärt sie ihm trocken, sie habe nur Sex gewollt und sei jetzt bis Silvester bedient. Sodann entlässt sie ihn mit einem fröhlichen „Thank you“ aus ihrem Labor, um sich wieder der Suche nach der Supersymmetrie zuzuwenden.

„The Big Bang Theory“ läuft in Deutschland seit 2009 auf ProSieben. Die ersten vier Staffeln sind außerdem auf DVD erhältlich.

  • krasser Punk von der dreckigen Straße ähh Uni

    Nicht vergessen – die Nerds von heute sind die Bosse von morgen!


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