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#BlackHistoryMonth: 6 Schwarze Feministinnen und ihre Vorbilder

Im Februar ist der Black History Month: Einen Monat lang gilt es, Schwarze Geschichte sichtbar zu machen und den Fokus auf wichtige Akteur_innen zu richten.

17.02.15 > ,

Yaa Asantewaa

von Jamie Schearer

Yaa Asantewaa agitierte gegen die koloniale Besetzung der Asante im heutigen Ghana und mobilisierte so einen anti-kolonialen Aufstand gegen die Briten, der sonst nicht Zustande gekommen wäre. Sie führte die Kampfhandlungen an und war der strategische Kopf, wenngleich sie wahrscheinlich nicht selbst gekämpft hat. Sie machte deutlich, dass sie und andere Frauen bereit waren zu kämpfen, um sich dem Kolonialismus der Briten zu widersetzen.

Bild: WikiCommons

Yaa Asantewaa zeigt die Stärke von Schwarzen Frauen und dass wir nicht warten müssen, bis irgendwer etwas für uns macht, sondern dass wir als Schwarze Frauen ebenso in der Lage sind, den von uns gewollten Wandel herbeizuführen. Frei nach dem Leitspruch: If you want something done, do it yourself… Entsprechend sehe ich sie als einer der wichtigsten Vorbilder für Schwarze Frauen.

Sie ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist zu sprechen, wie wichtig unsere Perspektiven für unsere Gemeinschaften sind und welchen Schatz sie für unseren Widerstand gegen Unterdrückung bergen.
Leider gibt es viel zu wenig Literatur, Filme oder Hörspiele zu Yaa Asantewaa.

Jamie Schearer, Jahrgang 1985, ist aktiv bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und #Schauhin. Seit 2014 ist sie Bewegungsarbeiterin bei der Bewegungsstiftung. Derzeit sucht sie noch SponsorInnen, die ihren Aktivismus unterstützen. Mehr Informationen gibt es hier.

 

Bild: Model 500

Juan Atkins, der „Godfather of Techno“
von Dominique Haensell

Für den größten Teil meines Teenagerdaseins prangte auf meinem verbeulten, dunkelblauen Eastpack-Rucksack, schön säuberlich mit Edding vorgezeichnet und mit Tipp-Ex ausgefüllt, ein im wahrsten Sinne legendäres Zitat: „Let’s call it…Techno“. Dieser Satz, die quasi mythische Geburtsstunde elektronischer Tanzmusik aus Detroit, wird Juan Atkins zugesprochen. Ob er dies je gesagt hat, ist nebensächlich. So organisch, wie diese neue technologische Musik gewachsen war, lässt sie sich sicher nicht auf eine Einzelperson oder auch eine Gruppe zurückführen (häufig wird Atkins als Teil des „Techno-Triumvirats“ gemeinsam mit Kevin Saunderson und Derrick May genannt).

Für mich, als frisch sozialisierte Raverin in Südhessen, spielte das aber auch keine Rolle. Ich verewigte Juan Atkins auf meiner Schultasche natürlich einerseits, um szenige Zugehörigkeit zu beweisen, andererseits, und das begriff ich erst später, war es ein ziemlich deutlicher Ausdruck meines persönlichen Unbehagens in der Subkultur. Die deutsche Technoszene, damals wie heute, ist unheimlich weiß. Nicht nur die DJs, deren Radiosets ich aufnahm, die Raveline-Charts anführten und zu deren Gigs ich nach Frankfurt pilgerte (die Ausnahme war vor allem DJ Rush, aber das ist nochmal eine andere Geschichte). Auch und vor allem unter anderen Ravern fühlte ich mich oft… komisch.

Gerade unter den Technojüngern der, nennen sie wir mal „idyllischeren“ Flecken der Republik, tummelten sich allerhand dubiose Gestalten. Klar, auf der Tanzfläche war alles Peace, Love and Unity ­– aber irgendwie… Dieses Unwohlsein bin ich tatsächlich nie ganz los geworden. Was mir vor 14 Jahren half, war die Sichtbarmachung der Schwarzen Ursprünge von Techno – direkt auf meinem Rücken.

Sehtipp: Interessanterweise ging es bei Detroit-Techno oft darum, jegliche sozialen Marker unsichtbar zu machen, als Ausdruck einer subjektlosen, körperlosen, technofuturistischen Musik. Darin fußt beispielsweise die notorische Anonymität von Acts wie Drexciya oder die maskierten Auftritte von Kollektiven wie Underground Resistance. Dass heute allerdings vielen frühen ProtagonistInnen aufstößt, wie unpolitisch und depersonalisiert die Geschichte dieser Musik zumeist in den USA erzählt wird (vor allem angesichts eines lukrativen Massenphänomens wie EDM) zeigt sich unter anderem auch in Projekten wie The House That Chicago Built, einer Dokumentation über die Ursprünge von House.

Hörtipp: Ich beschäftige mich in meiner Dissertation mit globaler Schwarzer Kultur, aber auch mit Fragen nach der Konstruiertheit von Blackness. Eben dieses fiktionale, afrofuturistische Moment und der Verweis auf die wässrigen Mythen des Black Atlantic findet sich beispielsweise im Technoprojekt Drexciya, deren 1997er Album The Quest, ich jeder ans Herz legen würde.

Lesetipp: Alles, was heute innerhalb eines kulturell-geschichtlichen Rahmen wie dem Black History Month verhandelt wird, lässt sich meiner Meinung nach fantastisch durch die Detroit-Techno-Linse betrachten. Einerseits antizipiert der cyberpunkig-afrofuturistische Ansatz des Technos die interessantesten Aspekte aktueller Post-Race/Post-Gender Debatten. Andererseits sollte spätestens seit dem Aufkommen von Ruin Porn in Detroit klar geworden sein, wie symbolhaft und symptomatisch dieser Ort für den Spätkapitalismus geworden ist.

Mit dem Erscheinen von Edward Babtists Studie zu Sklaverei und Kapitalismus in den USA hat sich im öffentlichen Diskurs ein Paradigmenwechsel angekündigt, der keinerlei Zweifel über die folgenschwere Verbindung von Kolonialismus, Sklaverei und Kapitalismus as we know it mehr zulässt. Detroit, als Sammelbecken der Großen Migration, als postfordistisches Wasteland und Geburtsort der wichtigsten musikalischen Strömungen der Gegenwart, hat diesbezüglich noch viel zu erzählen. (Edward E. Baptist, The Half Has Never Been Told: Slavery and the Making of American Capitalism. 2014)

Dominique Haensell, 1986 in London geboren, hat ihre Kindheit und (wilde) Jugend in Nürnberg und Darmstadt verlebt und Literaturwissenschaft, Anglistik und Critical Theory in Berlin und London studiert. Sie lebt in Berlin, schreibt bei Missy über Politik und Popkultur und promoviert zu diasporischem Kosmopolitismus.

 

Maya Angelou war Schriftstellerin, Professorin und Aktivistin. Ihr Tod im Mai 2014 ist nicht einmal ein Jahr her. Bild: Adria Richards

Es lebe die Schwarze Sisterhood!
Beatrice Cobbinah

Teil zu sein von einer emanzipatorischen Schwarzen Bewegung jenseits des weißen Mainstreams, die von dem Mut, dem Wissen und der Unnachgiebigkeit aller lebt, ist bereits unglaublich bestärkend. Denn jede einzelne von uns ist unentbehrlich in dieser Bewegung, die miteinander und füreinander und nebeneinander Räume für Schwarze Identität schafft und Schweigen bricht. Und jeder einzelnen ist zu verdanken, dass aus dem „Ich“ ein „Wir“ mit einer gemeinsamen Vision geworden ist.

Gloria I. Joseph (Hg.), Theorie und Politik afro-amerikanischer Frauen
May Ayim, Blues in Schwarz Weiss
Maya Angelou, I Know Why the Caged Bird Sings
bell hooks, Ain’t I a Woman: Black Women and Feminism
Noah Sow, Deutschland Schwarz Weiß

Seit 2014 arbeitet Beatrice Cobbinah, 1984 geboren, bei LesMigraS, dem Antidiskriminierungs- und Antigewaltbereich der Lesbenberatung Berlin e.V.

Bild: Nikolas Coukouma

Octavia Butler
von Maisha Auma Eggers

Immer wenn ich den Namen Butler höre, denke ich zuerst an Octavia Butler und dann erst an Judith Butler und dann denke ich darüber nach, dass Butler doch ein recht häufiger Name ist. „Be aware of your perspective“, betont Octavia Butler im Gespräch über ihre futuristische Entwürfe von Gesellschaft, von dem Aufeinanderbezogensein lebendiger Wesen, von dem Erhalt und die Zerstörung des Planeten als Lebensraum, von möglichen neuen Ordnungsformen, Lebensformen, Zugehörigkeitsformen, Liebesformen. Octavia Estelle Butler ist eine mehrfach ausgezeichnete Schwarze feministische Science-Fiction-Autorin.

Octavia Butler kommt auf die Welt in einer Zeit in der Lebens- und Handlungsräume Schwarzer Frauen sehr eng, sehr eingegrenzt sind. Ihre Mutter wächst in den segregierten USA auf. Ihre Mutter muss die Schule mit 10 Jahren verlassen. Sie wird Hausangestellte. Sie wohnt mit Octavia bei der weißen Familie, für die sie arbeitet in Kalifornien. Octavias unbeugsamer Wille und ihr Wille zur Beugsamkeit (Flexibilität) dem Leben gegenüber werden zum Schnittpunkt ihres Schaffens, ihrer Kreationen. Sie thematisiert grenzauflösende Begehrens- und Zuwendungsformen. Ihre Visionen sind sozialkritisch und an ganz konkrete Erfordernisse des Zusammenlebens geknüpft. Ihre Science Fiction thematisiert die Zukunft der Konsequenzen von Versklavung bspw. Sie betont vor allem die kreative, gestaltende Kraft von Nebeneffekten, Unvorhersehbarem und daher unkalkulierten Folgen von Handlungen, Begegnungen, Zusammenschlüssen. Sie starb 2006 im Alter von 58 Jahren, doch hinterlässt 11 publizierte Romane und eine futuristische, intersektionalen Perspektive auf unsere intergalaktischen Weltverhältnisse.

„All that you touch you change. Everything you change, changes you.“ Nichts womit wir uns befassen lässt uns unberührt. Berührung ist Wandlung. Der Wandel ist anhaltend, fortdauernd, beharrlich.

„When I meet a woman who attracts me, I prefer women,‘ she said. ‚And when I meet a man who attracts me, I prefer men.‘ ‚You mean you haven’t made up your mind yet.‘ (fragt Teray). ‚I mean exactly what I said.“ (erwidert Amber).

Diese Unterhaltung lässt Octavia Bulter zwei Protagonist_innen in dem Roman Patternmaster (1976) führen. Patternmaster ist der erste Roman in einer Serie von fünf zusammenhängenden Romamen.

Zu ihrer Kurzgeschichte Bloodchild and Other Stories (1996), stellt sie fest: “Bloodchild“ is my pregnant man story.”

Ganz gleich was Mensch also von Octavia Butler liest, der unbeugsame Wille zur Beugsamkeit, strahlt durch. Das nicht Vermutbare bekommt Platz. Es geht offenbar darum, dass wir, dass Menschen in Kontakt kommen mit den eigenen verdrängten Sedimenten mit den eigenen noch ungedachten Potentialen.

Maisha Auma Eggers, 1973 in Kisumu, Kenia, geboren, ist Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies). Ihre Schwerpunkte sind Gender Studies, Rassismuskritik und Kindheitswissenschaften. Aktivistisch ist sie seit 1993 bei Adefra, Schwarze Frauen in Deutschland, verankert. Sie lebt in Berlin.

Bild: H. Seymour Squyer

Harriet Tubman
von Simone Dede Ayivi

Ich war wohl so im Grundschulalter als mir eine ältere Frau (was auch immer das damals für mich bedeutete, vielleicht war sie jünger als ich es heute bin) von Harriet Tubman erzählte. Ich weiß nicht mehr ob sie diesen Namen tatsächlich erwähnte. Ich erinnere mich aber, dass ich ein bisschen das Gefühl hatte, einen Test nicht zu bestehen, als sie mich fragte, ob ich denn wirklich noch nie von der Frau gehört hätte, die sie Moses nannten.

Harriet Tubman war Abolitionistin – also Kämpferin für die Abschaffung der Sklaverei, Kundschafterin, Spionin und Krankenschwester im amerikanischen Bürgerkrieg und engagierte sich für das Frauenwahlrecht. Sie war selbst der Sklaverei entflohen und verhalf unter hohem persönlichem Risiko vielen anderen versklavten Menschen zur Freiheit. Erst viele Jahre nach dieser ersten Begegnung, als ich begann, mich aktiv mit der Geschichte Schwarzer Frauen zu beschäftigen, stieß ich wieder auf ihre Biographie. Und die hat mir gezeigt, dass Schwarze Frauen unter den widrigsten Bedingungen und unter höchstem Risiko für das eigene Leben, gegen ihre Unterdrückung gekämpft haben.

Buchtipp: James A. McGowan und William C. Kashatus: Harriet Tubman: A Biography

Simone Dede Ayivi wurde 1982 geboren, lebt in Berlin und macht Theater.

 

Bild: Roland Godefroy

Nina Simone
von SchwarzRund

Zum #blackhistorymonth habe ich überlegt, welche Person und welche Worte mich am meisten inspirieren, stärken und empowern. Es gibt so viele gute Zitate, aber keines fühlte sich gerade richtig an, um davon zu berichten. Bis zum Berlinale Screening von Nina Simone’s Biographie „What happend, Miss Simone?“. Ich entschied mich für folgende Worte:

„Why am I alive anyway?“
Ain’t Got No, I Got Life – Nina Simone
(veröffenlicht 1968)

Eingequetscht in die eher passgenauen Sitze im Kino International schaue ich vorsichtig nach links. Dort sitzt Lisa Simone, Nina Simones Tochter. Ein bisschen aufregend ist es schon, neben ihr die Biographie zu sehen. Wir beide singen still mit, tauschen Blicke aus.
Schrift läuft über den Bildschirm aus Tagebucheinträgen:

Ich bin depressiv
Ich will tot sein
Ich will mir das Leben nehmen

Nina, das kenn ich.
Auf einmal geht es Schlag auf Schlag, es wird berichtet, wie Nina Simone diagnostiziert wurde, als bipolar. Sie bekam als eine der Ersten ein Medikament, das extra für Bipolare erstellt wurde: Ein ziemlicher Hammer, der nach wenigen Jahren zu verschiedensten körperlichen Einschränkungen führen konnte. Verlust der motorischen Fähigkeiten zum Beispiel. Gerade für eine Pianistin nicht das Beste.
Und ab dem Moment warte ich darauf, es zu erfahren. Bipolare mit so frühen Selbstmordgedanken schaffen es oft maximal zum 30. bis 40. Lebensjahr. Das Bild, das ich immer wieder sehe, die Geschichte, die ich immer wieder höre, klingen wie ein Todesdatum in mir wider. Wann würde der Satz im Film kommen „und dies sollte der Tag sein, an dem Nina ihr Leben beendete“?

Mit drei, vier Jahren habe ich das erste Mal aufgegeben Leben zu wollen. Es ist etwas zutiefst Verwurzeltes in mir. Mein Vater wollte nicht in diesem kalten, weißen Land leben – meine Mutter sehnte sich nach ihren Freundinnen und nahm mich kurzer Hand mit nach Deutschland… und ich vermisste.
Sosehr, dass ich aufhörte sein zu wollen. Zuerst stellte ich das Sprechen ein, dann das Essen, zuletzt auch das Trinken.
Eine Sonde half zwar mich am Leben zu halten, aber die Ärzte machten meiner Mutter klar, dass ein so junges Kind, das unter so schwerem Kummer leidet, durchaus trotz ärztlicher Aufsicht sterben kann. Also kam mein Vater nach Deutschland, er ist bis heute hier.
Ich war mir also schon sehr, sehr früh darüber bewusst, dass es eine weitere Lösungsmöglichkeit gibt. Wenn andere Menschen für ein Problem zwei Lösungen sehen, sehe ich drei. Nicht drei gute, sinnvolle Lösungen, sondern eine, die ich verstecken, kaschieren und ignorieren muss. Die dritte ist gesellschaftlich verpönt, ungewollt und schamvoll. Sosehr, dass darüber nicht gesprochen werden darf. Die, die Selbstmordgedanken als Lösung sehen, müssen sich dafür schämen, dürfen es nicht sagen, müssen es schweigend bekämpfen.
Nur Menschen, die zu weich sind, denken an Selbstmord. Nur Egoisten sind sich dessen bewusst, dass Tod auch immer eine Variante des Entkommens ist.

Nina Simone lebte 70 Jahre lang, sie vollbrachte Großes, erlitt Schreckliches und tat Furchtbares. Aber sie überlebte. Sie überlebte 70 Jahre lang, davon mindestens 50 Jahre mit wiederkehrenden Selbstmordgedanken. Das bedeutet, sie hat 50 Jahre lang die Fluchttür mit der Aufschrift „Suizid“ verschlossen, der Verlockung widerstanden und sich für die anderen Wege endschieden. Sie ist sicher kein Role Model in allen Belangen, aber in vielen. Ihre Kraft, als Schwarze Pianistin zu kämpfen, um sein zu dürfen, um in den weißesten Orten zu spielen. Ihre Kraft, der geliebten und existenzsichernden Karriere als klassische Pianistin den Rücken zu kehren und stattdessen der Schwarzen Bewegung die Worte zu geben, die noch immer in unseren Herzen Kraft und Zorn spenden. Auch ihr Humor, ihre radikale Akzeptanz ihres Körpers in einer so rassistischen und körperfeindlichen Gesellschaft, ihre Worte und ihr Leben mit der Bipolarität inspirieren, stärken und empowern mich im Heute.

Sie hat einmal zu Martin Luther King jr. gesagt, dass sie nicht gewaltfrei für die Rechte der Schwarzen kämpft. In einem Interview spricht sie davon, wie sehr sie sich danach sehnte auf den Straßen mit Fäusten für die Schwarze Bewegung zu kämpfen, und wie ihr klar wurde, dass sie mit ihren Worten dies umso gewaltvoller kann.
Sie hat alles aufgegeben, verloren, gewonnen, wieder und wieder – und doch die Tür immer ignoriert. Der Film endet mit ihrem Tod, aber ohne Erklärung wie sie starb. Später erfahre ich, sie ist nach 70 Jahren an Krebs gestorben. Und Nina beeindruckt mich erneut, denn das ist ein Ende das Schwarze, bipolare Biographien zu selten haben. Klar, Sterben ist immer irgendwann angesagt, aber sie hat die Tür immer ignoriert und bewältigt.

Danke Nina, dass du in deinen Büchern geschrieben hast, was deine Gedanken waren. Danke, dass du von einem Leben mit Suizidgedanken erzählt hast. Danke, dass du als eine so starke Schwarze Aktivistin eine weitere Nuance preisgegeben hast, die heute Schwarze bipolare Menschen stärken kann.
Die Worte in deinen Liedern stärken mich sehr, aber am meisten stärkt mich, dass du in Worte verpackt hast, was nicht gesagt werden darf. Du hast deine Stimme auch genutzt um zu benennen, was du fühlst, dass es für dich diese Tür gibt, sie immer am Rande deiner Wahrnehmung ist und jede Krise im Leben zusätzlich abverlangte, diese Tür verschlossen zu halten.
Danke, dass du über das geschrieben hast, über das kaum einer spricht.
Ich nehme mir ein Beispiel an dir, und werde diesen Text veröffentlichen. Es macht Angst – aber die hat dich ja auch nie von etwas abgehalten!

SchwarzRund ist ein queerfeministisches Blog über die Erfahrungen einer dicken, bipolaren, queeren, vegan lebenden, Schwarzen Frau. Die Autorin wurde 1989 geboren und lebt in Berlin.


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