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Die Hybridität der Huxtable

Schillernde Figur des Nachtlebens, futuristische Künstlerin und Aktivistin: Juliana Huxtable

01.03.16 > Netzkultur

Von Adriana Pauly

Juliana Huxtable ist eine US-amerikanische Künstlerin, DJane und Poetin, die durch ihre Party „SHOCK VALUE“ zahlreiche Fans in der Nightlife Szene in New York gewonnen hat. Als afro-amerikanische Transfrau ist sie außerdem eine Pionierin im Kampf um die Anerkennung von Transpersonen in der Gesellschaft. Huxtable arbeitet in ihrer Kunst, Music und ihren Veranstaltungen gegen die konservative Definition von Identität, sie ist ein Cyborg, dessen Identität nicht gradlinig ist, sondern aus verschiedenen Sexualitäten, Kulturen, Talenten und Ausdrucksweisen besteht.

Juliana Huxtable: There Are Certain Facts that Cannot Be Disputed at The Museum of Modern Art, November 2015. Pictured: Juliana Huxtable. © 2015 The Museum of Modern Art, New York. Photo: Julieta Cervantes
Juliana Huxtable: There Are Certain Facts that Cannot Be Disputed at The Museum of Modern Art, November 2015. Pictured: Juliana Huxtable. © 2015 The Museum of Modern Art, New York. Photo: Julieta Cervantes

In ihrem Interview mit Andy Li für Bluestockings beschrieb die Künstlerin ihre Einstellung zu Identitätspolitik:  „Aufgrund der Eigenschaften, die ich erkunde, unabhängig von meiner eigenen Bedeutung, werden die Leute immer sagen, dass meine Arbeit mit etwas, das als Identität kategorisiert und beschrieben wird, zu tun hat. Ich denke meine Arbeit hat mit viel mehr zu tun. Ich benutze dieses Medium (Identität) nur, um hoffentlich zu einem Ort zu kommen, an dem ich es sprengen kann, weil ich wirklich nicht an Identitätspolitik glaube. Ich glaube, dass sich an dem Begriff festzuhalten, und an dessen Gewicht und Form und Gestallt und Bedeutung, sehr konservativ und spezifisch ist.”

Huxtables Karriere als Künstlerin hat letztes Jahr mit der Teilnahme an der Trianial des New Museums in New York Kraft gewonnen. Sie war mit zwei Selbstportraits und zwei Gedichten vertreten. Allerdings hat die 3D-Skulptur von Huxtables nacktem Körper von Frank Benson am meisten Aufsehen erregt. Die Skulptur zeigt die Künstlerin im Anfangsstadium ihrer Transition und erinnert an das klassisch römische Werk der schlafenden Hermaphrodite, in dem weibliche wie auch männliche Geschlechtsteile gezeigt werden. In Julianas Fall fordert der metallische Glanz der Skulptur, Julianas kühner Blick und das Mudra-Handzeichen den Zuschauer auf, veraltete Ideen von Weiblichkeit zu hinterfragen.

Frank Benson: Juliana, 2015, Painted bronze with Corian pedestal, 137.2 x 121.9 x 61 cm, © Frank Benson/Andrew Kreps Gallery, New York
Frank Benson: Juliana, 2015, Painted bronze with Corian pedestal, 137.2 x 121.9 x 61 cm, © Frank Benson/Andrew Kreps Gallery, New York

In den letzten Monaten hat die Künstlerin an zahlreichen Lesungen teilgenommen, für die sie ihre Gedichte oft in Begleitung mit Musik oder Videokunst vorträgt. Ihre Gedichte wie auch ihre anderen Werke sind von ihrem eignen Leben inspiriert und analysieren und hinterfragen ihre Erfahrungen als intergeschlechtliche Person

in einer konservativen Baptistenfamilie in Texas. Ihre Eltern entschieden sich, sie als Junge großzuziehen, allerdings entwickelte Julianas Körper in der Pubertät immer mehr gesellschaftlich als weiblich markierte Merkmale, für die sie in der Schule wie auch in ihrer eigenen Familie verurteilt, gemobbt und ausgeschlossen wurde. Erst als sie sich entschied nach New York zu ziehen, um ihr Kunststudium am BARD College zu beginnen, hat die Künstlerin angefangen, ihren eigenen Körper zu akzeptieren und zu zelebrieren. Die vielseitige Künstlerin arbeitet mittlerweile als Model für DKNY, Eckhaus Latta und Chromat.

Mit Hilfe des Künstlerkollektivs „House of Ladosha“ hat sie dann zuletzt auch noch ihren Familiennamen aufgegeben. Der Name Huxtable kommt von der bekannten Fernsehsendung „The Bill Cosby Show“, die in den 1980er- und 1990er-Jahren für ein ideales afro-amerikanisches Familienbild stand.

@ Juliana Huxtable
@ Juliana Huxtable

Ihre neusten Performances wie There Are Certain Facts that Cannot Be Disputed“, ein Werk, das sie für das Perfromancefestival Perfroma im Museum of Modern Art in New York aufgeführt hat, handelt von der Kreuzung zwischen Online- und Offline-Realität. Huxtable interessiert sich hier für die Entwicklung des Internets von einem Medium, das hauptsächlich auf Text basiert war, zu einem, das heutzutage fast hauptsächlich aus Bildern besteht. Huxtable entdeckt in dieser Evolution einen Ort für Sehnsucht und Begierde. Videos, digitale und reale Charaktere sowie andere visuelle Symbole treffen hier aufeinander, um Themen wie Evolution und pre-koloniale Globalisierung zu diskutieren.


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