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Zukunftsängste Reloaded

Ilgen-Nur veröffentlicht ihre erste EP „No Emotions“ samt Musikvideo – und spricht mit uns über ihr Debüt.

12.05.17 > Musik

Interview von Hengameh Yaghoobifarah

„No Emotions“ heißt die erste EP der Wahlhamburgerin Ilgen-Nur, die heute mit rauen Gitarrenriffs, ehrlichen Texten und den Sorgen vieler Millenials auf dem Leipziger Kassettenlabel Sunny Tapes erscheint. Neben den fünf Tracks gibt es das Musikvideo zum heimlichen Hit „Cool“, das bei Missy Premiere feiert.

Deine Single „Cool“ fasst sehr gut Gefühle der Teen Angst und des Erwachsenwerdens zusammen. In welchen Kontexten fühlst du dich nicht cool genug?
Ilgen-Nur: In „Cool“ ging es mir hauptsächlich darum, das Gefühl aufzufangen, dass ich mich nicht „gut genug“ fühle.  Als ich den Song geschrieben habe, war ich an einem ziemlichen Down angekommen, ich hatte gerade mein Studium abgebrochen und keinen Job mehr und wusste nicht, ob ich genug Energie und Ressourcen für einen Neuanfang sammeln konnte. Ich wollte richtig gerne studieren, Freund*innen treffen und Musik machen – stattdessen bekam ich nicht mehr genügend Geld für meine Miete zusammen und in Bewerbungsgesprächen eine Absage nach der anderen. Ich hatte keinen geregelten Tagesablauf und war pleite und musste mich damit auseinandersetzen, was ich will und was ich eigentlich kann. Der Song handelt also eher nicht davon, cool vor anderen dazustehen, sondern einen Ausweg zu finden, der mich glücklich macht.

© Maximilian Mundt, T-Shirt von Everyday Powerplay
Welche anderen Themen lagen dir bei deiner ersten EP auf dem Herzen?
Die EP ist für mich ein klassischer Coming-of-Age-Soundtrack. Es geht darum, endlich unabhängig zu sein und Träume zu verwirklichen, die man als Teenager auf dem Dorf hatte, aber auch zum Beispiel Freund*innenschaften, die kaputtgehen, Einsamkeit und Verlangen sowie Wahrnehmung. Der letzte Song der EP „No Emotions“ ist auch der Titel der EP, da singe ich über meine Vorstellung darüber, wie mich andere wahrnehmen und wie ich mich selbst wahrnehme.

Wie gehst du vor: Schreibst du erst Melodie oder erst die Texte?
Als Allererstes schreibe ich Texte, das passiert meistens sehr impulsiv und schnell und ich arbeite nach dem ersten Entwurf auch eigentlich fast nie weiterhin an dem Text.
Anschließend versuche ich, ein passendes Tempo oder eine Melodie auf der Gitarre oder dem Bass dazu zu finden, und habe eine gewisse Vorstellung davon, wie der Song klingen soll. Daraufhin nehme ich eine kleine Demo auf meinem Handy auf und der Track wird anschließend  – wenn ich ihn gut genug finde – im Proberaum weiterausgearbeitet.

„No Emotions“-EP
Ilgen-Nur
Sunny Tapes

Ilgen-Nur live:
17. Mai Berlin, Badehaus (solo / Support für Kele Okereke)
20. Mai Hamburg, Molotow (Euphorie Festival)
21. Mai Berlin, Kantine am Berghain (Support für Trümmer)
22. Juli Varel, Watt En Schlick Festival
20. – 23. September Hamburg, Reeperbahn Festival
30. November Hamburg Uebel & Gefährlich – Festival Für Junge Menschen
01. Dezember Berlin, Festsaal Kreuzberg  – Festival Für Junge Menschen

Wer inspiriert dich in deiner Arbeit?
Hauptsächlich bin ich von Gedanken und Gefühlen sowie menschlichen Beziehungen inspiriert, dabei ist es ziemlich egal, ob diese romantisch oder platonisch sind.
Ich höre zwar selbst auch viel Musik, verfolge gewisse Leute, die ich cool finde, und schaue gerne Filme, die mich inspirieren, aber leider haben diese meistens keinen so großen Einfluss auf das, was ich mache, wie ich es mir gerne manchmal wünschen würde.
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