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Videopremiere: „Hate Cake“ von Squalloscope

Wenn du dich vor Lachen krümmst, während dich etwas innerlich auffrisst.

12.12.17 > Musik

Von Missy-Redaktion

Squalloscope ist ein Alias der in Wien lebenden Musikerin und Künstlerin Anna Kohlweis, die von 2006 bis 2009 drei Soloalben unter dem Namen Paper Bird produzierte. Kohlweis arbeitet gleichermaßen an Songwriting, Produktion, Aufnahme, Artwork und Video und setzt meistens gerne den Text ins Zentrum ihrer Kompositionen.

© Anna Kohlweis

Squalloscope wurde 2012 mit „Soft Invasions“ geboren, einem Album basierend auf Notizen aus Reisetagebüchern, begleitet vom Bild eines vermutlich niemals ankommenden Zuges. Mehrere Singles und EPs verbanden seitdem die künstlerischen Eckpunkte dieses Ein-Frau-Unternehmens: Spoken Word, semifiktives Geschichtenerzählen in Wort und Bild, vielschichtige, mehrstimmige Chöre, die Arbeit mit gefundenen Artefakten und das Zusammenfügen von Beats, akustischen Samples und der eigenen Stimme. Im November 2017 ist das zweite Squalloscope-Album „Exoskeletons For Children“ (Seayou Records/Rough Trade) erschienen, eine Coming-of-Age-Erzählung über das Aufwachsen in der Peripherie.

„Exoskeletons For Children“ ist inspiriert von Kleinstadtjugend und adoleszenter Einsamkeit. Mit wenig Nostalgie ihrem eigenen Aufwachsen in der österreichischen Provinz gegenüber solidarisiert sich Kohlweis mit der Jugend in den Peripherien. Dabei hat es sie selbst in ihren Dreißigern vorübergehend in ihr Elternhaus in Kärnten zurückverschlagen. Auf dessen altem Kinderzimmerdachboden sowie auf Reisen im US-amerikanischen Mittleren Westen wurde „Exoskeletons For Children“ über einen Zeitraum von zwei Jahren in Eigenregie geschrieben, aufgenommen, gemischt und produziert.

Zum Song „Hate Cake“ erzählt Squalloscope: „Es begann mit der besoffenen Handynotiz: ‚abyss mall fountain / donut / puking through the hole‘. Daraus wurde dann ein Lied über die Abgründe zwischen dem Bedürfnis, ein aggressivst optimistisches Leben zu führen, und dem Bewusstsein, dass es nur allzu leicht ist, Menschen Gründe zu geben, jemanden oder etwas abgrundtief zu verabscheuen. Es ist ein spaßiger Song darüber, sich vor Lachen zu krümmen, während dich etwas innerlich auffrisst. Ein Lied über markerschütternde Angst, während man vor dem Badezimmerspiegel Fotogesichter übt. Das Video ist eine glückliche, kaugummifarbene Hommage an Online-Make-up-Tutorials, die in all ihrer Nützlichkeit sämtliche seltsame Produktversprechungen mit sich tragen: Porenverkleinerung! Weg mit den Dingern! Antimimik! Werd die Ringe unter deinen Augen los! Radier die Falten weg! Lass deine Haut verschwimmen! Ich hab mich dafür extra schön gemacht und mein Gesicht einfach ganz verschwinden lassen.“

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