Gastblog Gender Studies Basel

Team Alltag: Augen, weit geschlossen

Anlässlich der aktuellen Ereignisse und Diskussionen rund um Sex, Gewalt, Macht und (Männer-)Privilegien macht es durchaus Sinn, sich Stanley Kubricks letzten Film “Eyes Wide Shut” noch einmal vorzunehmen. Denn dieser auf Arthur Schnitzlers Werk “Traumnovelle” basierende Film macht interpretativ seinem Namen alle Ehre. Vielleicht ist es Zeit, den Film mit offenen Augen zu analysieren.

Wenn Man(n) diesen Film gesehen hat, könnte Man(n) sich wohl nichts Aufregenderes vorstellen, als zu ähnlichen Gruppierungen zu gehören. Macht, Mysterien und Orgien könnten alle Wunschbilder des auf Männlichkeitsstereotypien getrimmten männlichen Menschen erfüllen. Read more »

Team Alltag: Gestatten, Maida

Maida Kiefer ist 44 Jahre alt, Sozialarbeiterin BA und Master-Studierende der Soziologie und Geschlechterforschung an der Universität Basel. Sie ist in Bosnien geboren und als Migrantenkind in Lippstadt, einer kleinen Stadt des westdeutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen aufgewachsen. Seit über zwanzig Jahren ist sie Schweizerin, Basler Bürgerin, und hat als Migrantin auch in Kroatien, Serbien und in Frankreich und Indien studiert und gelebt. Sie ist mit Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen und Nationen befreundet und bezeichnet sie sich selbst als „transkulturelle Person“, weil der Einfluss vieler Menschen und ihrer Kulturen ihre Persönlichkeit ausmacht.
Sie bezeichnet sich gerne als Humanistin, da sie sich als Anwältin für Menschen und ihre Anliegen sieht. Dies jedoch immer unter ihrem Moto der, ihrer Meinung nach, zeitgemässen Humanistin: „Nur Hilfe zur Selbsthilfe ist nachhaltig vom Nutzen“. Ihr sind die Menschen in ihrem Umfeld wichtig. Sie sagt, diese geben ihr ein Entwicklungspotenzial, weil nur Menschen, denen wir wichtig sind, uns konstruktive und respektvolle Kritik geben. Ausserdem hat sie keinen Anspruch, fehlerfrei zu sein und findet, dass der Mut, zu eigenen Schwächen und zu Stärken zu stehen, uns zu erfolgreichen, authentischen und zufriedenen Menschen macht.

Team TV: Männer und Frauen in Talkshows

Die Zahl der (Polit-)Talkshows im Fernsehen ist ja schon sehr gross. Teilweise wird man geradezu zugeschüttet mit Sendungen dieser Art. Oft geht es heiss her in den Runden, man hat den Eindruck, alle reden durcheinander und schweifen auch gerne mal vom Thema ab. Doch es lohnt sich durchaus auch einmal, die Auswahl der Gäste sowie deren Verhalten in den Talks genauer unter die Lupe zu nehmen. In diesem Fall unter einem Gender-Aspekt:

Wer wird eingeladen? Wie setzen sich die Runden zusammen? Wer redet häufiger? Wer quasselt gerne mal dazwischen? Wer versucht die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken? Männer oder Frauen? Oder gibt es da gar keine Unterschiede? Read more »

Team TV: Gestatten, Katharina

Katharina, *1988, stammt aus dem Süden Deutschlands und verlässt fast täglich die EU fürs Studium. Sie ist daher viel im Zug unterwegs und hat dort hin auch eigentlich schon ihr Büro verlegt, wenn man so will. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten bei einem Plausch mit FreundInnen im Café. Musik, v.a. aus den 80ern, untermauert den Tag und ist eine Art Akku-Ladegerät für sie. Sie befasst sich auch gerne mit Fremdsprachen und lernt gerne Menschen aus der weiten Welt kennen. Die Arbeit in einer internationalen StudentInnenorganisation ist daher genau das richtige für sie und schafft einen Ausgleich zum Unileben.

 

TEAM TV: DAS BILD DER FRAU IM MUSIKCLIP

Ein Musikstück, das filmischer Umsetzung bedarf, dient – so die ursprüngliche Absicht der Plattenfirmen – zur Verkaufsförderung sowie Imagepflege von MusikinterpretInnen und ihren Medienerzeugnissen. Dass dabei nicht selten gut inszenierte und vor allem geschlechtsneutrale Videodarstellungen entstehen, ist angesichts kritischer Genderdebatten um stereotypisierende und/oder sexualisierende Geschlechterinszenierungen nicht zu leugnen. Dennoch gibt es das eine oder andere Musikgenre, das in misogyner Machart daherkommt. Zu solchen Musikgattungen gehören mitunter Hip-Hop, Heavy Metal sowie Hard- oder Shockrock.

Darin visualisierte Sexualisierungsprozesse lassen sich manchmal ganz offen und direkt, manchmal nur subtil und versteckt beobachten. Bildlich-offen und textlich-direkt ist im Übrigen auch Kanye Wests Musikvideo „Monster“, das in Kollaboration mit Roc-a-Fella-Kollege JAY-Z, Folklore-Sänger Ben Iver, Rapper Rick Ross und Senkrechtstarterin Nicki Minaj auf seinem neusten Album „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ zum Besten gegeben wird. Der US-amerikanische Rapper, Sänger und Musikproduzent darf seit seinem im Jahre 2004 erschienen Debütalbum („College Dropout“) weltweit zu den erfolg- und einflussreichsten männlichen HipHop-Künstlern gezählt werden. Der Videoclip, bei dem Jake Nava Regie führte, ist seit Januar diesen Jahres im Internet zu sehen. Ob (Musik-)Fernsehsender den als sprachlich explizit gekennzeichneten Clip zur Ausstrahlung bringen, sei aufgrund der auf Bild- und Textebene evozierten, überspannten Darstellung von Frauen dahingestellt. Doch nun mehr zu(m) „Monster“. Read more »

TEAM TV: GESTATTEN, ANDREAS

Andreas, *1983, wurde im heutigen Kasachstan geboren. Mit 10 Jahren kam er – ohne zu wissen, wohin die Reise eigentlich geht – nach Deutschland. Die anfängliche Zeit im Land seiner Vorfahren beschreibt er als gewöhnungsbedürftig und fremd, als Kulturschock eben. Zuvor wusste er nicht einmal, was eine Banane ist, geschweige denn wie sie schmeckt. Noch studiert er Medienwissenschaften und Gender Studies an der Universität Basel. Seine große Leidenschaft ist nach wie vor der Sport. Um genau zu sein Basketball. Das Runde gehört halt eben doch nicht ins Eckige. Sein Lebenstraum: Mit 50 die Frührente beantragen und die Welt bereisen. Was man dazu braucht? Ein wenig Glück und noch ein wenig mehr Geld …Vielleicht lässt er sich auch deswegen gern für´s Glückspiel begeistern. Wie Geschlecht RezipientInnen insbesondere in und durch Musikvideos suggeriert wird, versucht er euch anhand eines ausgewählten Fallbeispieles zu zeigen.

 

TEAM TV: HÜLYA, DIE JUDOQUEEN …

Frauen machen Sport, ja, sogar Spitzensport. Welcher Mann hätte gedacht, dass Frauen funktionstüchtige Lungen besitzen? Lange war für Frauen körperliche Anstrengung strengstens verboten. Sie sollten lieber hinter ihrer Familie herlaufen als hinter dem Ball. Eine Frau darf sich ja nicht dreckig machen, nass geschwitzt rumhüpfen, ihre Muckis, die grösser sind als die von den Männern, präsentieren und dabei noch unerotische Posen einnehmen. Wer will schon Mannweiber im Fernsehen sehen? Die Frau muss nur erotisch sein. Für das stereotype Bild von Männlichkeit sollen Anna Kurnikowas Beine interessanter erscheinen als der Punktestand an der Tafel. Das richtige Pin-up-girl, das durch seine Freizügigkeit und Schönheit Millionen verdient hat. Kann sich noch jemand daran erinnern, wie sie gespielt hat?

Oft kommen mir die Gewichtheberinnen in den Sinn. Die Armen müssen ja so viel Gewicht hochheben und werden nicht einmal dabei von den ZuschauerInnen im Fernsehen gesehen! Da wäre es ja noch einfacher, einfach das Bein zu zeigen. Also Frauen, trainiert nicht für eure Sportart, sondern macht etwas für die Schönheit. Sonst will man uns im Fernsehen nicht sehen. Sollten wir vielleicht im Judo ohne Hose kämpfen, was denkt ihr? So könnten wir den Tennisspielerinnen Konkurrenz machen. Aber Ladies, nicht vergessen die Beine zu rasieren!

TEAM TV: GESTATTEN, HÜLYA

Die 25-Jährige Studentin, die von türkischer- kurdischer Abstammung ist, flüchtete im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie in die Schweiz. Sie studiert Soziologie und Gender Studies und liebt ihre Freiheit über alles. Sie engagiert sich für die Rechte der Menschheit. Mit dem Erkämpfen des Sozialplans für die Basler Angestellten des Schnellrestaurant Cindy’s feierte sie ihren ersten Erfolg. Sie wird geachtet für ihren Wahrheitsanspruch und Gerechtigkeitssinn. Nebenbei unterrichtet sie Jugendliche in Judo und war selbst 6-fache Schweizer Judomeisterin. Mit anderen Worten eine wahre Powerfrau, der das Wohlergehen der Menschen am Herzen liegt.

Team TV: Das Ende naht!

Fern zu sehen kann manchmal richtig schwierig sein. Es gibt Sendungen, bei denen es schwer fällt, auch nur eine Minute durchzuhalten. Und trotzdem laufen sie Woche für Woche. Ich habe mir mal eine davon angetan. Eine kleine Schweizer TV-Sendung namens „Jung, Wild & Sexy“ will also am Sonntag Abend für Unterhaltung sorgen. Doch was der Allgemeinheit dienen soll, erweist sich als kontraproduktiv und frauenfeindlich. Eigentlich geht es darum, junge SchweizerInnen in der Partyszene zu zeigen, indem man sie vom „Aufstylen“ zum anschliessenden Clubbesuch und teilweise auch wieder nach Hause  mit der Kamera begleitet.

Nehmen wir mal an, es soll gezeigt werden, wie die Jugend von heute so tickt und wie sie sich in ihrem sozialen Umfeld verhält. Sollte dies jedoch der Fall sein, so wäre unser Ende nah! Es ist schockierend zu sehen, dass Frauen in den Augen von Männern während der Nacht gänzlich zu Objekten mutieren, die man erobern und führen muss, die man aber auch (sexuell gesehen) teilen und hintergehen kann.

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Team TV: Vroni – ein offenes Ohr für alle!

Ja, wer braucht es nicht ab und zu mal? Und Vroni hat sogar zwei davon, die sie immer wieder gerne Bedürftigen leiht. Die 24-Jährige ist in Luzern zu Hause und geniesst diesen Umstand von Tag zu Tag. Meistens trifft man sie am Seeufer oder an Konzerten an, wo sie das Leben in vollen Zügen geniesst. Man könnte sagen, sie ist ein „New Wave Hippie“. Doch auch ein Flowerpower-Girl braucht Geld zum Leben. Schon seit ihrer Kindheit träumt sie von einer Karriere als Journalistin. Fleissig sammelt sie deshalb im gesamten Medienbereich Erfahrungen und übt sich im Schreiben. Da dies leider noch keinen Lebensunterhalt garantiert, arbeitet sie nebenbei auch noch als McCafé-Angestellte für McDonald’s. The Lady in Pink weiss, was sie will. Sie steht auf Musik, sie steht auf Red Bull und auf all die schönen Dinge des Lebens. Und sie ist hier, um zu schreiben. Na dann – auf geht’s!