Gastblog Gender Studies Basel

Team TV: Vroni – ein offenes Ohr für alle!

Ja, wer braucht es nicht ab und zu mal? Und Vroni hat sogar zwei davon, die sie immer wieder gerne Bedürftigen leiht. Die 24-Jährige ist in Luzern zu Hause und geniesst diesen Umstand von Tag zu Tag. Meistens trifft man sie am Seeufer oder an Konzerten an, wo sie das Leben in vollen Zügen geniesst. Man könnte sagen, sie ist ein „New Wave Hippie“. Doch auch ein Flowerpower-Girl braucht Geld zum Leben. Schon seit ihrer Kindheit träumt sie von einer Karriere als Journalistin. Fleissig sammelt sie deshalb im gesamten Medienbereich Erfahrungen und übt sich im Schreiben. Da dies leider noch keinen Lebensunterhalt garantiert, arbeitet sie nebenbei auch noch als McCafé-Angestellte für McDonald’s. The Lady in Pink weiss, was sie will. Sie steht auf Musik, sie steht auf Red Bull und auf all die schönen Dinge des Lebens. Und sie ist hier, um zu schreiben. Na dann – auf geht’s!

TEAM TV: TV SERIEN – HIER BIN ICH MENSCH, HIER DARF ICH’S SEIN

„Hallo zusammen… Ich bin Martina und ich hasse Tierkinder“… Das ist, was mir gerade durch den Kopf geht: beim Schauen der TV-Serie Bauer sucht Frau. Nämlich in dem Moment, als der Moderator mit sonorer Stimme erklärt, dass die heikle Heike aus Heilbronn das Gesabber einer kleinen Kuh schon noch zu schätzen lernen wird. Muss Heike doch – wie alle Frauen – unbeholfene Tierkinder lieben.

Wie alle Frauen, klingt es bei mir nach. Der Satz hat auf mich immer dieselbe Wirkung: In meiner geistigen Selbsthilfegruppe sitze ich mit Ausgestossenen ähnlicher Art. Wir sitzen im Kreis, melden uns abwechslungsweise und erzählen einander, warum wir uns nicht friedlich einreihen können in die Riege liebevoll geklöppelter Frauenbilder. Read more »

TEAM TV: GESTATTEN, MARTINA

Martina Piasevoli ist 31 Jahre alt und wohnt in Basel. Als Dipl. Sozialarbeiterin ist sie darauf spezialisiert, Projekte und Workshops im sozialen Bereich durchzuführen. Im Moment ist sie in einem kleinen Team von Wissenschaftlerinnen tätig, die regelmässig Workshops für wissensdurstige Kinder durchführen. Ihr zweites Standbein ist die Arbeit an Texten. Sie layoutet und veröffentlich Bücher im Selbstverlag und ist angestellt als Texterin in der Basler Papiermühle, dem schweizerischen Museum für Papier, Schrift und Druck. In einem kleinen Pensum studiert sie “Gender Studies” an der Universität Basel. Sie sieht die stetige Auseinandersetzung mit dem Thema Gender als Querschnittsaufgabe in allen ihren Jobs und freut sich ausserordentlich, etwas fürs Missy Magazine beizusteuern.

TEAM AUAwirleben: „Trip by Trip- Artwork!“ Hochschule der Künste Bern, 06-05-2011 Tojo Theater Reitschule

Ein Horrortrip durch flache Witze, schlechte Figuren, Sexismus und blosse Langeweile. „Gähn“ beim ersten Teil, „Nerv“ beim Zweiten, bis hin zu leichten Einschlaftendenzen, was mich dazu bewogen hat, den dritten Teil ausfallen zu lassen, was höchst selten vorkommt.

Geschichten, die niemanden interessieren, brav vorgespielt von SchülerInnen, die fest Freude hatten, dass sie vor ihren Eltern und FreundInnen etwas vorspielen durften, was ordentlich geübt und durchexerziert wurde.

Über den unreflektierte Umgang mit osteuropäischen Ländern und Geschlecht im allgemeinen hilft auch der Satz im Programmheft „ .. gesungen und getrunken wird dort kräftig und Klischees lassen sich überall ausleben,…“ nicht hinweg. Wenn in den Sprachen Polnisch, Ungarisch und Lettisch durchexerziertwerden muss, ob nun das Auto abgeschlossen ist, heisst das implizit, es muss dort abgeschlossen werden, weil „die dort“ sowieso alles stehlen, was zwei deutsche Mädchen aus der schönen Heimat mitbringen. Read more »

TEAM AUAwirleben: „Matrix“ nach A.+ L. Wachowski, Leitung: Florian Loycke, Produktion: Das Helmi (Berlin), Premiere: 16.09.2009 , 04-05-2011 Schlachthaus Theater

„Matrix“ wird bestritten von vier (Schau-) SpielerInnen und einigen Puppen. Eine musikalische Schlacht der Welten, denn das Helmi lässt sich kaum Kategorisieren. Das Ganze soll Spass machen und nach einer Stunde ist man bereit, über alles zu lachen, ob der Kopf der Puppe abfliegt, die/der SpielerIn gerade selbst vor Lachen nicht weiter kommt, der Spass macht sich breit. Es gibt keine Illusion, nur der rote Faden des geteilten Wissens um den Film Matrix, viel Improvisation und keine sichtbaren Grenzen, SpielerIn und Puppe performen die Geschichte, singend, am Schlagzeug oder auch an der Gitarre.

Das Helmi hat Mut. Nicht nur, dass sie mit den üblichen Theaterkonventionen wie Form, Szenenstruktur, Ästhetik oder Spannungsbogen brechen, sie bauen sehr unprätentiös ihr eigenes Spiel auf und stellen es zur Schau. Sie singen, spielen, lachen, reimen, werfen sich Puppen und Wortfetzen um die Ohren und als Zuschauerin frag ich mich „Wo bin ich gerade?“. Read more »

TEAM TV: Hopfen und Malz, ab in den Hals! Aber in welchen genau?

Gemäss einer Studie aus dem Jahre 2002/03 trinken 62,3% der deutschen Bevölkerung Bier. Das entspricht einem Potenzial von 40,02 Millionen KonsumentInnen. Dabei sind Männer in dieser Zielgruppe deutlich stärker vertreten als Frauen (TdW). 2008 ermittelte die Nationale Verkehrsstudie II einen Konsum von 92,3 l Bier bei Männern und lediglich 14,2 l bei Frauen im Jahr.

Doch wie kam und kommt es dazu?

Zu den möglichen Ursachen hierfür fiel mir spontan folgendes ein: könnte es zum Beispiel an unterschiedlichen Geschmacksnerven der beiden Geschlechter liegen – und, falls es die gäbe, könnte man deren Unterschiede einfach so verallgemeinern? Oder ist Biertrinken vielmehr ein gesellschaftlich hergestelltes Konstrukt, das mich einem bestimmten Geschlecht zuweist? Und wäre ich demnach dann ein “Mann“, wenn ich als Frau Bier trinke? Oder liegt es an dem Image, das mit dem Biertrinken konnotiert ist – dem Feierabendbierchen, dem Durstlöscher nach hart getaner Arbeit, im Kollektiv zum Zusammenschweißen einer Mannschaft (Bsp.: Sport)? Oder ist es gar auf den Kaloriengehalt dieses – meist in Mengen konsumierten – sogenannten „Flüssigbrotes“ oder auch “Blechschnitzels“ zurückzuführen, dass Frauen eher zu einem Gläschen Sekt oder Wein greifen? Oder liegt es gar daran, dass überwiegend Männer als Zielgruppe von Bier-Marketing angesprochen werden? Read more »

TEAM TV: Gestatten, Laura, die Bierkönigin

Laura, *1986, erlebte ihre ersten fünf Lebensjahre in Sri Lanka, die darauffolgenden fünf in Indonesien, seitdem pendelt sie zwischen Deutschland und der Schweiz. Seit 2007 studiert sie Soziologie und Gender Studies an der Universität in Basel und jobbt zwischendurch immer wieder mal als Animateurin im Ausland, Kunstmesse-Hostess, Nummern-Girl bei Fight Nights oder auch als Flyer-Verteilerin für Tally Weijl im Ganzkörper-Hasen-Kostüm. Sie ist eben jung, Studentin, und braucht das Geld. Drei Dinge, die sie mitnehmen würde, falls sie einmal inhaftiert werden sollte: ihre Hündin „Chica“, kiloweise Schokolade und eine Fitness-DVD.

TEAM TV stellt sich vor

Im Anfang war das Wort“ – und: „Du sollst dir kein Bild machen.“

Diese beiden biblischen Weisheiten haben wir laut Peter Härtling, einem deutschen Schriftsteller, längst ins Gegenteil verkehrt, wenn es um das Leitmedium unserer Zeit geht. Er meint, nicht wenigen Kindern und Jugendlichen (aber auch Erwachsenen) werde heute bereits ein Bild gemacht, ehe sie überhaupt zu Wort kommen. Gemäss der 1989 verstorbenen US-amerikanischen Schauspielerin Bette Davis ist dieses Medium fabelhaft: Nicht nur Kopfschmerzen bekommt man davon, sondern man erfährt auch gleich in der Werbung, welche Tabletten dagegen helfen.

Die Rede ist – ihr habt es bestimmt schon gewusst – vom Fernsehen.

Längst als kulturelle Institution begriffen, strahlt es nicht bloss informative Nachrichtensendungen, unterhaltsame Sitcoms oder abenteuerliche Gameshows aus. Nein, sein bedeutungstragendes Potential reicht weit über die Sinnfreiheit einer schlechten Realitydoku à la „Schwiegertochter gesucht“ hinaus.

Während sich also die hoffnungslosen Hoffnungslosesten auf die Suche nach ihrer Traumfrau begeben (im Notfall auch mit Muttis Unterstützung), sind wir versucht, euch mit viel Optimismus und einem kritischen Gender-Blick zu illustrieren, welchen alt eingestanzten Blick-Regimes, klischierten Geschlechterpräsentationen oder visuellen Wahrnehmungsprozessen Zuschauende beim und im Fernsehen unterstellt sind. Wir berichten beispielsweise über Werbung, TV-Serien oder Musikclips. Doch auch weitere interessante Fernsehgattungen sind keineswegs ausgeschlossen.

Seid gespannt und „zappt“ euch durch!

Eure TV-Gruppe

TEAM Film. Musik. Tanz. Körper: Frauenfiguren in Tarantino Filmen – von Kampfmaschinen und Sexobjekten

In Filmen reproduzieren sich Normen, Regeln und Verhaltensmuster direkt, aber auch indirekt, vor unseren Augen. Die Leistung des filmischen Mediums besteht darin, „dass es etwas, das für sich bereits etwas bedeutet, auf eine bedeutende Art und Weise kommuniziert“ (Borstnar et al 2002: 12). Deshalb lassen uns Filme nicht nur das sehen, was der Regisseur oder die Regisseurin intendiert, sondern wir „hören und sehen viel mehr als das“, weil wir unsere eigenen Erfahrungen und Werte miteinbeziehen (Monaco 2006: 46).

Auch deshalb befasse ich mich mit dem Medium Film; und um genau zu sein, mit Filmen, die in der heutigen Zeit aktuell und auch gleichermassen umstritten sind – und welche Werke wären dafür besser geeignet als die von Quentin Tarantino? Kaum ein Regisseur versteht es dermassen, mit Normen und Verhaltensregeln zu spielen. Gerade Tarantino ist dafür bekannt, Tabus und Normen zu brechen bzw. diese zu parodieren. Allerdings werden manchmal eben erst durch den spielerischen Umgang und durch die Brüche die mit der Zeit Norm gewordenen Regeln einer Gesellschaft sichtbar. Aus diesem Grund gilt es nun die Frauenfiguren in Tarantinos Filmen einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Read more »

Team Film. Musik. Tanz. Körper: Sexuelle Revolution auf dem Tanzparkett

Der Film stammt aus dem Jahr 1987, spielt im Jahr 1963 und wurde 1997 auf Bitten vieler Fans wieder re-released – komplizierte Sache also. Doch was macht diesen Film, vor allem bei Frauen, so beliebt?

Die Story von Dirty Dancing ist wohl jedem bekannt: die 17-jährige Mini-Revoluzzerin Frances, die von allen äußerst liebevoll „Baby“ genannt wird, geht über den Sommer zusammen mit ihrer Familie in ein Feriencamp, in dem sie sich in Tanzlehrer und Frauenschwarm Johnny Castle verliebt. Der wird aufgrund ihrer Liaison jedoch gefeuert, düst zum melancholischen „Shes like the wind“ ab und lässt Baby alleine zurück. Am Ende kehrt er jedoch bei der großen Abschiedsshow wieder zurück, beide haben ihre fünf Minuten auf der Bühne, alle sind begeistert und sogar der erzkonservative Vater ändert seine Meinung – Happy End. Read more »