Gastblog I Heart Digital Life

Heute am Kiosk: Missy 01/11

cover_01_11_72dpiGirl, I love you like no other / I’ll be your mistress, be your mistress Girl, / I’ll give it to your mother
– The Gossip

Ab Montag liegt die neue, zehnte Ausgabe von Missy am Kiosk. Darin betreten wir gleich in mehrerer Hinsicht Neuland: Zum einen beschäftigen wir uns im Dossier diesmal mit einem Thema, das wir bislang eher diskret umschifft haben: Liebe. Und bevor ihr jetzt gleich die Augen entsetzt vom Bildschirm abwendet: nein, wir fallen nicht ein in den Chor der Frauenmagazine. Es ist vielmehr so, dass wir das Thema viel zu wichtig finden, um es der Bravo und der Brigitte zu überlassen. Denn auch wenn die Vorstellung von romantischer Liebe Frauen nicht immer die beste Beraterin war und Selbstlosigkeit und  Selbstausbeutung dabei manchmal allzu nah beieinander liegen – aufgeben wollen und können wir sie doch nicht! Deswegen haben wir nicht nur die bekennende Paarkritikerin Christiane Rösinger gebeten, für uns die 10 größten Pärchenlügen aufzuschreiben – sondern haben auch die schönsten Liebeserklärungen und Plädoyers für die Liebe aus den letzten grob 300 Jahren (Pop-)Kultur versammelt, von Emma Goldman bis Miranda July und Buffy the Vampire Slayer.

buttoncdimheftEin weiteres erstes Mal: Zur Feier der zehnten Ausgabe erscheint Missy erstmals mit einer CD im Heft, die 11 brandneue Track von Austra, Pascal Pinon, Lydia Daher, Kitty Solaris und anderen Musikerinnen aus unserem queer-pop-feministischen Umfeld versammelt. Um dieses, wie wir finden wirklich lohnenswerte, Extra zu finanzieren, haben wir den Heftpreis einmalig um einen Euro angehoben, auf 5,90 Euro. Wir wissen, dass viele von euch aufs Geld schauen müssen. Wir glauben aber auch, dass die CD für ein Heft, das sich immer wieder so intensiv mit Musik beschäftigt wie Missy, eine wertvolle Ergänzung ist, für das es sich lohnt, etwas mehr zu zahlen – und hoffen, dass ihr das auch so seht.

Die AbonentInnen bekommen die CD natürlich kostenlos im Rahmen ihres  Abonnements – falls ihr also noch kein Abo habt, ist jetzt und hier eine gute Gelegenheit, um es abzuschließen und das nächste Mal alle Extras kostenlos zu erhalten.

Beim Alten bleibt es lediglich auf dem Titel, wo wir euch wie immer eine äußerst bemerkenswerte Künstlerin vorstellen: die Berliner Singer/Songwriterin, Labelbetreiberin und Herrscherin über ihr eigenes Do-It-Yourself-Imperium Kitty Solaris.

Eine vollständige Übersicht über den Inhalt und die Trackliste der CD  findet ihr hier.

Viel Spaß mit der neuen Ausgabe am Montag! Eure Missys

Märchenausstellung mit Claire Lenkova

claire Lenkova kennt ihr von der letzten Seite des Missy Magazine, wo ihre Comicserie “Der Reigen meiner Verehrer” erscheint. Auch in der aktuellen Ausgabe der Comicanthologie Spring ist sie vertreten.

In ihren verspielten Parallelwelten mischt Lenkova gekonnt absurden Humor mit realistischen Bleistiftzeichnungen. In Hamburg bietet sich nun die Möglichkeit, ihre Arbeiten auch außerhalb von Magazinen und Büchern zu sehen. Zusammen mit anderen KünstlerInnen wie Julia Gordon, Anne Kückelhaus oder Birgit Weyhe zeigt Lenkova aktuelle Zeichnungen in der Ausstellung “Zwerge, Zauber, Zuckerbrote“. Thema sind die Märchen der Gebrüder Grimm, die mit Installationen, Illustrationen und Objekten von den Künstlerinnen ins Hier und Jetzt übertragen werden. Hänsel und Gretel, der böse Wolf und auch Schneewittchen müssen dran glauben. Mehr verraten wir aber nicht.

Wann & Wo?

Noch bis 23.12.2010 Hamburg, Kulturreich Galerie

Nicht vergessen, nicht vergessen, nicht vergessen: Missy Release-Party mit Forgotten Birds in Hamburg

Wir freuen uns derartigst über unsere neue Ausgabe, dass wir die gar nicht oft genug mit euch feiern können. Daher folgt auf die letzte Woche bereits hart gefeierte Party in Berlin am Donnerstag gleich noch eine zweite Sause – diesmal in der Missy-Hauptstadt des Herzens Hamburg. Besonders wird nicht nur der Ort, an dem wir feiern – der temporäre Magazin-Pop-Up-Store “Das Magazin” in der Neustadt – sondern auch der Gast des Abends: Forgotten Birds aus Hamburg, die bislang erst ein paar Stücke im Netz veröffentlicht, uns aber schon voll um den Finger gewickelt haben. Aber hört einfach selbst. Alles Weitere…

Missy Magazine und Das Magazin präsentieren:
Wer soll das denn alles lesen? Missy Release Party 04/10

mit

Forgotten Birds (http://www.myspace.com/forgottenbirds)

Wann: 02.12.10 ab 19:00 h, Konzert 20:30 h

Wo:
Das Magazin
Magazine-Pop-Up-Store
Teilfeld  8
20457 Hamburg-Neustadt
hier

Pssst, für die nächste Missy Magazine Release Party in Hamburg am 02.12.10 haben wir einen ganz besonderen Geheimtipp eingeladen: Jan Gazarra und Judy Willms machen als Forgotten Birds seit Anfang dieses Jahres gemeinsam Musik. Mit hauchzartem Singer-Songwriter-Folk – getragen nur  von Keyboard, Gitarre und den Stimmen der beiden – erzeugen sie einen Bann, der die Menschen bei ihrem letzten Konzert im Schaufenster eines Hamburger Cafés auf dem Bürgersteig festwurzeln ließ. Passend zum aktuellen Missy-Dossier über andere, oft vergessene Tiere und unseren Umgang mit ihnen werden Forgotten Birds bei uns eines ihrer bisher seltenen Live-Konzerte spielen. Ob ihr dann  drinnen oder draußen vor den großen Schaufenstern stehen wollt, könnt ihr selbst entscheiden – der Eintritt ist Pay-What-You-Want. Aber lasst euch das nicht entgehen.

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(c) a href=

(c) Roberto Hegeler

Von Aufwand und Erlös

digitallife-rahmen“Sorry Leute, ich hatte viel zu tun und bin nicht zum bloggen gekommen.” Diesen Satz habt ihr sicher auch schon tausend mal gelesen. Aber es stimmt ja auch. Das Leben an sich nimmt schon viel Zeit in Anspruch. Und dann auch noch andauernd Bloggen? Das ist technisch zwar relativ problemlos zu meistern, aber trotzdem kein unaufwendiges Hobby. Bevor mein Engagement als Gastbloggerin beim Missy Magazine im April zu Ende geht, schicke ich aber doch noch einen letzten Post an die verehrten Leserinnen und Leser.

Eine Anerkennung, dass das kreative Erschaffen von Content, sei es durch verschiedene Formen des Schreibens, Podcasts, audiovisuell mit Videos oder wie auch immer auch einen gewissen Aufwand bedeutet, vermisse ich manchmal, wenn ich Studien über das “Mitmachnetz 2.0″ lese. Es schwingt fast schon ein bisschen Enttäuschung (oder ist es Erleichterung?) mit, wenn zum Beispiel in der ARD-ZDF-Onlinestudie zu lesen ist, wie wenig ausgeprägt die aktive Nutzung des Web 2.0 ist. Es hängt natürlich vom jeweiligen Dienst ab: Während die großen privaten Social Networks von den meisten Leuten auch aktiv genutzt werden und auch bei Fotocommunitys wie Flickr die Beteiligung relativ groß ist, klafft das Verhältnis bei Wikipedia besonders stark auseinander. 65 Prozent der Befragten geben an, Wikipedia zu nutzen, aber nur 4 Prozent haben schon mal selbst einen Artikel bearbeitet oder erstellt. Und wie sieht das bei Weblogs aus? Zu den aktiven Blogger_innen zählen sich nur 4 Prozent der Befragten. Auch ihr bekommt Underground-Credibility, denn angeblich nur 8 Prozent der Internetnutzer_innen lesen Blogs (bzw. wissen, dass sie es tun). Read more »

hack it yourself

digitallife-rahmenWenn Gebrauchsgegenstände nicht mehr tun und dem Problem mit Klebstoff oder Gaffa nicht beizukommen ist, landen sie oft auf dem Müll. Die irische Produktdesignerin Jane ni Dhulchaointigh hatte die Schnauze voll davon: “I don’t want to buy new stuff all the time. I want to hack the stuff I already have so it works better for me.” Jetzt vertreibt sie Sugru, einen Werkstoff, mit dem man Sachen nicht nur reparieren, sondern auch komfortabeler, stärker, leiser, sicherer, haltbarer oder einfach besser machen kann. Jane nennt das “hack your stuff”.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert Woolfiller. Damit lassen sich Klamotten aus Wolle reparieren oder verschönern. Ich bin eher ein Baumwolltyp, aber ich mag die Idee: Leute, die sich mit Materialien richtig gut auskennen entwickeln Produkte, mit denen andere dann kreativ weiterarbeiten können. Als ich von Sugru erfahren habe, sind mir sofort Sachen aufgefallen, die einen Sugruhack vertragen könnten: Der kleine Riss in den Sohlen meiner Lieblingsstiefel, der lose Henkel an unserer Espressokanne, und eine Vorrichtung, mit der die fast leeren Spülmittelflaschen über Kopf an der Wand hängen. Was soll ich sagen? Es funktioniert. Read more »

Von Angesicht zu Angesicht: Gendercamp, Sigint & FrauenImNetz

digitallife-rahmenDie Blogger_innen und Netzkulturkonferenz re:publica liegt jetzt hinter uns, Mein persönliches Hightlight war neben der vielen interessanten Talks und Panels, dass ich viele tolle Leute aus dem Netz wiedergesehen und kennengelernt habe. Bei einer Club-Mate lässt es sich wunderbar über Post-Gender (“Prost, Gender!”) und Post-Privacy (“Prost, Privacy!”) quatschen. Wer diese Gelegenheit, Leute aus dem Netz IRL zu treffen, verpasst hat, muss nicht bis zum nächsten Jahr warten, um über Geschlechterverhältnisse im Netz zu diskutieren und zusammen im Echtzeitraum (das Buzz-Wort der diesjährigen re:publica) zu nerden. In den nächsten Wochen geht einiges, darunter: Ein Barcamp auf dem Lande, eine vielversprechende Konferenz und ein Frauen-Vernetzungstreffen. Read more »

re:publica: Feministische Netzkultur 2.0

digitallife-rahmenDer große Saal der Kalkscheune leerte sich nach dem Vortrag von Udo Vetter über juristische Fragen des Bloggens ein wenig, bevor das anschließende Panel über die Chancen, Risiken und Herausforderungen feministischer Netzkultur (jetzt auf youtube) auf der re:publica 2010 startete. Weil Feminismus immer noch kein Massenthema ist, hatten alle einen Sitzplatz, von dem aus sie der Diskussion mit Helga Hansen (Mädchenmannschaft), Ina Freudenschuß (dieStandard.at), Rochus Wolff (Genderblog) und Chris Köver (Missy Magazine) folgen konnten. Die Leitfragen von Moderatorin Svenja Schröder (Mädchenblog) an die einstündigen Diskussion lauteten: Wo steht die feministische Blogszene? Haben wir schon was erreicht und wo wollen wir überhaupt hin? Nachdem wir auf der letzten re:publica über die Notwendigkeit von Vernetzung gesprochen haben und infolge dessen die Girls On Web Society Gruppe auf Facebook ins Leben gerufen wurde, ging es auf dem diesjährigen Feminismuspanel unter anderem um die überaus spannende Frage der Kampagnenfähigkeit. Read more »

Big Bang Theory und Dr. Horrible erzählen uns vom Nerd als neuem Mann

digitallife-rahmenEs geht heute um Nerds und um eine These, die ich mit Beispielen aus der Popkultur unterstützen möchte. In der aktuellen brandeins ist ein Artikel über diesen Typus Mensch. Nun, eigentlich geht es um diesen Typus Mann: “Praktisch waren es immer Männer”, heißt es. Nerd-Sein wird mit dem Aspergers-Syndrom in Verbindung gebracht, das eine “Extremvariante männlicher Intelligenz” sei. Frauen dagegen kommen in Thomas Vaseks “Die Rache der Nerds” einmal als Sekretärinnen vor, für die frei konfigurierbare Linux-Rechner ein Alptraum sind. Vor allem aber sind sie das potentielle heterosexuelles Gegenüber des Nerds: “Und ja, es gibt Frauen, die Nerds ziemlich erotisch finden.”

Schon wieder kommen weibliche Nerds nicht vor. Schon wieder werden Frauen auf das Beiwerk reduziert, auf diejenigen, deren Körper und Liebe eine Prämie ist. *Gähn* Was ist mit Lisbeth Salander, was ist mit unseren Lieblingsstreberinnen aus den Missy Heften?

Antje Schrupp hat den brandeins Artikel aber anders gelesen als ich und mir mit ihrem Text Nerds (m/w). Eine Analyse und eine Frage zu Denken gegeben. Read more »

Für Mütter und Ehefrauen nicht geeignet

digitallife-rahmenApropos Gender-Technik-Stereotype: Habt ihr, liebe Missy Leserinnen und Leser, schon mal was vom Wife- bzw. Women Acceptance Factor gehört? Der WAF beschreibt die zu erwartende Zustimmung oder Ablehnung der Partnerin, wenn ein Mann ein technisches Gerät für die gemeinsame Wohnung anschafft. Es wird davon ausgegangen, dass sich Männer bei der Kaufentscheidung an der Leistung orientieren, wohingegen für Frauen das Aussehen eines Gerätes ausschlaggebend sei. Zu viele Kabel, hässliche graue Kästen, die Anzahl der notwendigen Fernbedienungen oder dauerhafter Lärm von Lüftern oder Festplatten bringen Konfliktpotential mit sich. Hochtheoretisch heißt es dazu in der Wikipedia:

Der Woman Acceptance Factor ist umgekehrt proportional zum möglichen Konflikt, der aus den unterschiedlichen Ansichtsweisen der Ehepartner resultiert. Je niedriger der WAF, desto mehr Überredungsarbeit muss aufgebracht werden, oder desto mehr Konflikt resultiert aus der Anschaffung oder dem Projekt.

Ich hab sie schon vor Augen: Die Produktdesigner und Werber, die in ihren Meetings voller Marketing-Buzzwords über den WAF diskutieren. Vermutlich haben sie dort auch einen Begriff für die sprichwörtlichen Mütter, die immer dann auftauchen, wenn es um neue Hardware, Software oder Datenträger geht und die Hoffnung besteht, dass sich auch unsere Mütter ™ endlich damit anfreunden. Neuer Kundinnenkreis dank hohem MSF (Mum Suitablility Factor)! Weil mir das schon länger auf die Nerven geht habe ich mich sehr gefreut, als Cory Doctorow in seinem Anti-iPad Artikel auf boing boing ein bisschen darüber gerantet hat. Read more »

Geschichten aus dem Elektronik-Fachmarkt

digitallife-rahmen“Na Mädels? Ihr seht aus, als hättet ihr ein großes Fragezeichen im Gesicht!”, sprach der Verkäufer im Elektronikmarkt eine Freundin von mir an. Sie war mit ihrer Begleitung zielstrebig zu einer Auslage mit externen Festplatten gelaufen und hatte gerade zu ihr gesagt, dass sie einfach so eine nehmen solle. “Ein Terabyte Speicher für 60 Euro. Das ist ein guter Preis für die Größe, kannste nehmen.” Ächz! Ihr merkt schon: Nachdem die ersten beiden Posts hier noch österlich entspannt davon handelten, warum ich das digitale Leben so mag, wird es Zeit für eine feministische Beschwerde. Read more »