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Missy 04/10 erscheint am 15. November 2010.

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Gastblog InFemme

Lachen ist gesund: wie begegnet man Frauenfeinden?

Es gibt Männer, die vögeln wie die Weltmeister, können total gut Auto fahren und rülpsen das ABC. Es gibt Männer, die weinen bei Schnulzen, kochen gern und kuscheln mit ihren Kindern. Und dann gibt es Männer, die beleidigt sind, weil sie keines von beidem und erst Recht nicht beides zugleich sind. Letztere plustern sich in der Anonymität des Internets auf und beleidigen und bedrohen Frauen. Der sehr gute Beitrag der Mädchenmannschaft macht es unnötig, noch groß was dazu zu schreiben. Lest Euch den Beitrag und unbedingt auch die Kommentare durch, das ist sehr heftig und sehr informativ.
Die meisten in der Diskussion sind dafür, die Kommentare einfach zu löschen. Ich bin eigentlich dafür, dass man die Typen im echten Leben zwingt, einer echten Frau eine Fanta einzuschenken. Aber das ist natürlich kaum zu realisieren, und damit meine ich nicht die Fanta. Read more »

Ich hab doch keine Elternzeit!

Als der Mann und ich uns für ein Kind entschieden haben, war relativ schnell klar, dass ich die erste Zeit zu Hause bleiben würde: Ich war diejenige mit Brüsten und dem kleineren Einkommen. Die ersten 12 Monate sollte ich also meinen Beruf aufgeben und Hausfrau und Mutter sein.
Der Mann geht im Schnitt 10 Stunden am Tag arbeiten, weshalb ich 10 Stunden am Tag mit dem Kind allein bin. Ich sehe ihm neidisch nach, wenn er in die andere Welt verschwindet. Er versteht mich nicht, weil ihn traurig macht, so viel Entwicklung vom Kind zu verpassen. Wenn er mir Tipps geben will, wie das Kind besser schläft, isst oder weniger nervt, kann ich sie nur widerwillig annehmen, weil ich oft denke „Was weisst du denn schon, du Wochenendvater?“. Read more »

Wagner schreibt an die Narren. Ich schreibe an Wagner.

Lieber Wagner,
in deiner heutigen Post an die Narren schreibst du „Gott liebt keine Grimassen“. Aber warum schreibst du dann immer diese Briefe, bei denen ihm alles aus dem Gesicht fällt?
Du prangerst an, dass wir Deutschen jeden Tag und jede Nacht Karneval feiern. Dass wir „ein Cognacglas in der einen und die andere Hand auf dem Schenkel einer Kollegin haben“. Und während du das anprangerst, hast du vielleicht eine Fahne von hier bis Meppen und deine Finger wahrscheinlich nur nicht in der Bluse irgendeiner Kollegin, weil du deine Hände zum Tippen von Quatsch brauchst. Und als wäre das nicht schon bigott genug, setzt du noch einen drauf: Du vergibst die Narrenkappe des Jahres an die Feuilletonisten, die die Hegemann hochgejubelt haben. Dabei hast du, lieber Wagner, bei der Hyperei nur nicht mitgemacht, weil du Urlaub hattest. Sonst hättest du bestimmt so etwas geschrieben…

„Liebe Helene Hegemann,

du bist die Stimme einer neuen Generation. Ich verstehe dich nicht. Aber ich kann dich verstehen. Die Welt ist Schmutz. Der Tod tanzt auf jeder Hochzeit. Die Lüge liegt auf jeder Scheibe Brot. Das Leben bleibt uns im Halse stecken. Es schmeckt nach Kotze und Blut und Fäkalien.
Du bist aus gutem Haus, ein gutes Mädchen. Trotzdem stehst du auf der schmutzigen Seite. Komm rüber. Hier sind Blumen. Hier dreht sich alles lustig. Komm auf meinen Schoß, und ich erzähl dir vom glücklichen Früher.

Herzlichst
Ihr F. J. Wagner“

Ja, das Feuilleton nervt in punkto Hegemann. Aber ich würde mich an deiner Stelle nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn wenn du dich auf eine Stufe mit den Feulletonisten stellst, dann ist das so, als würde ich Stephen B. Hawking schwarze Löcher erklären.

Herzlichst

inFemme

When Jeck meets Gaga: Die besten Karnevalskostüme!

Sie sieht manchmal aus wie die kubistische Version von Marilyn Manson, manchmal als wäre sie gerade aus Alices Wunderland gesprungen (wahlweise als Königin oder die LSD-Cousine vom Hasen) und manchmal wiederum total durchgeknallt. Nachdem sie zu Beginn ihrer Karriere ein Jahr lang immer das Gleiche getragen hat, haben sich heute die Leute über ihr eines Outfit noch nicht fertig aufgeregt, da kommt sie schon mit dem nächsten um die Ecke. Wahnsinn! (Hölle, Hölle, Hölle, Hölle). Da macht die tolle Frau sich so viele Gedanken über Transzendenz, Referenzen, Feminismus, gothischen Tod, geschlechterübergreifende Sexualität, inszeniert sich, was das Zeug hält – und wird trotzdem nur auf das Eine reduziert: eine prima Inspiration für Karnevalskostüme zu sein. Narhallamarsch! Read more »

An die Handarbeit!

Eigentlich wollte ich was über Bushido schreiben. Aber je mehr ich über ihn las, desto weniger wollte ich, aber es ist ganz sicher in seinem Sinne, wenn ich stattdessen über Handarbeit schreibe. Als verheiratete Frau und Mutter ist die Handarbeit nämlich selbstverständlich mein grosses Steckenpferd. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen nähe ich dem Mann Knöpfe an sein Hemd, stricke ich Zugluftstopper und klöppel Untersetzer. Aber natürlich erst, wenn ich durchgesaugt und das Silber poliert habe.
Die Überhöhung macht deutlich: Handarbeit hat keinen guten Ruf unter Frauen, die sich nicht auf die drei Ks festlegen lassen wollen. Was für ein Dilemma. Denn tatsächlich entspannt es mich, wenn ich häkle, an der Nähmaschine sitze oder sticke. Und weil ich weder Platzdeckchen, noch ein Nackenkissen, auf dem „Sweet Dreams“ steht, haben wollte, fing ich an, aus Tattoomotiven Stickvorlagen zu machen. Read more »

Straight Outta Motherhood

Es gibt zwei Dinge, die ein Mensch selbst erlebt haben muss, bevor er davon berichten kann: Töten und ein Kind bekommen. Ich habe schon vielen Menschen einen langsamen, schmerzhaften Tod gewünscht, aber aufgrund pazifistischer Grundhaltung eben auch nur gewünscht. Aber ich habe vor ziemlich genau einem Jahr ein Kind bekommen. Und das war das schrägste, was mir bis jetzt passiert ist. Und zwar nicht in diesem herkömmlichen Sinne, wie es in Büchern steht, z.B.: „Der schönste Moment in meinem Leben: Ich kann dich, Jara, zum ersten Mal im Arm auf meiner Brust halten.“ Ich für meine Person kann mich an diesen Moment kaum noch erinnern, weil ich vollgepumpt mit Medikamenten war, völlig im Arsch von 12 Stunden Wehen und dann doch Kaiserschnitt, und einen Namen hatte der Sohn auch noch keinen. Read more »

Das fängt ja gut an.

Da werde ich gefragt, ob ich Gastbloggerin sein will, ich rufe laut UNBEDINGT, und dann kommt es Schlag auf Schlag: Das Kind kriegt eine Lungenentzündung. Ich eine Grippe. Und dann ist auch noch Franz Josef Wagner mit seiner BILD-Kolumne verschwunden, dabei wollte ich ihm als ersten Beitrag einen gepfefferten Brief schreiben. Während er sich also wahrscheinlich in St. Moritz die Ski an die Füsse an die Theke schnallt, suche ich ein neues Thema. Schliesslich hat die Stadtpiratin ja ordentlich vorgelegt!
Ich brauche etwas mit Wums, vielleicht ein bisschen lustig, Geschlechterbezug wäre auch nicht schlecht. Es ist der erste Beitrag, er sollte catchy sein, damit nicht alle LeserInnen denken „Puh, wann ist endlich der Februar vorbei?“. Falls euch das passiert - oder es euch gefällt, oder ihr irgendetwas loswerden wollt: Kommentiert, schreibt, was ihr doof oder gut sowie geht so findet, ihr lieber hättet oder lesen wollt.

Heute schreibe ich über das Phänomen ‘Promis sind auch nur Menschen’. Von dieser Enttarnung leben unzählige Magazine, Blogs wie Sendungen, und manche Frauen ziehen daraus Schadenfreude sowie einen Grossteil ihres Selbstbewusstseins. Read more »

Gastbloggerin #2: Rike von InFemme unterstellt

infemme-rahmenDie neue Missy-Gastbloggerin ist angekommen und bezieht soeben ihr Gästezimmer. Nach der Stadtpiratin wird nun Rike, im Netz schreiberisch aktiv auf “InFemme unterstellt”, einen Monat lang auch bei uns ihren sehr unterhaltsamen Senf von sich geben. Wir heissen sie herzlich willkommen!

Rike kann nicht gut über sich selbst schreiben, deshalb stellen wir sie jetzt mal vor. 2006 hat sie angefangen zu bloggen, weil ihr der Job als Werbetexterin allein zu langweilig war. Dadurch wurde der Job aber offenbar auch nicht spannender, zumindest hat sie ihn wenig später ganz gekündigt und arbeitet seither freiberuflich. Das hat u.a. den Vorteil, dass sie mehr Zeit hat, um andere Dinge zu schreiben – neben ihrem Blog z.B. immer wieder und mit bemerkenswerter Beharrlichkeit auch für Missy.

Seit 2008 antwortet sie dem BILD-Kolumnisten Franz Josef Wagner in ihrem Blog auf seine “Post von Wagner”, manchmal schickt sie ihm die Briefe auch per Email, aber sie hat noch nie eine Antwort bekommen. Ansonsten schreibt sie über das, was sie in ihrer Umgebung, im Fernsehen oder überall sonst beobachtet. Garantiert nicht schreiben wird sie darüber, wie total süüüüss ihr recht frisch geschlüpfter Sohn ist, was er alles kann usw. Aber vielleicht darüber, worüber sich andere Mütter nicht zu reden trauen, dass man sein Kind auch mal scheisse finden kann zum Beispiel.

Bevor sie Werbetexterin wurde, hat Rike Soziologie, Politik und Germanistik studiert (und auch fertig gemacht) und war zwischendurch ein jahr in Bristol, um dort einen Master of Science in Women’s Studies zu machen. Sowohl ihre Abschlussarbeit in England als auch ihre Magisterarbeit in Deutschland hat sie über Prostitution geschrieben.

Und jetzt übergeben wir an Rike und wünschen ihr, euch und uns viel Spaß mit ihr.