Gastblog Side-Glance

Netzfeministischer Chat

Nachdem hier nach meinem letzten Artikel die Idee aufkam, zusätzlich zu den netzfeministischen Real-Life-Treffen auch ein Online-Zusammentreffen zu gestalten, startet nun der Versuch eines netzfeministischen Chats. Ziel ist es, einen besseren, gemeinsamen Austausch zu netzfeministischen Themen zu organisieren – vor allem für Menschen, die nicht zu Treffen im Real Life gehen können oder wollen.

Der erste Chat findet am kommenden Donnerstag, dem 10. November 2011 ab 20 Uhr, im IRC-Channel #nfc auf chat.indymedia.org statt.

Ein paar Gedanken zum Netzfeminismus

Der Oktober neigt sich bereits dem Ende zu und wie man es vielleicht von meinem Blog gewohnt ist, erschienen auch hier viel weniger Artikel als ich eigentlich hätte schreiben wollen. Das liegt nicht daran, dass ich plötzlich leer und ohne Gedanken und Ideen bin, sondern vor allem an chronischem Zeitmangel. Während ich durch den Alltag von Termin zu Termin hetze, brodeln Gedanken in mir und ein paar davon möchte ich heute noch festhalten.

Diese Woche erschien ein sehr lesenswerter Artikel von Julia Seeliger zum Thema Netzfeminismus. In diesem beschreibt sie zunächst ihren eigenen Feminismus, dessen Ursprung und Entwicklung anhand ihres Werdegangs. Weiterhin geht sie auf feministische Themen ein, ihre persönliche Meinung dazu und wie diese sich im laufe der Zeit entwickelt hat. Im letzten Abschnitt erklärt sie schließlich, was ihrer Meinung nach Netzfeminismus sein sollte und spricht in diesem kurzen Abschnitt Themen an die bisher für manche vielleicht nicht unbedingt direkt mit Netzfeminismus gemeint waren. Anlass für diesen Artikel war vermutlich die Seite netzfeminismus.org, die im September von Teilnehmer_innen der diesjährigen re:publica (Konferenz von und für Bloggende) ins Leben gerufen wurde um eine Plattform für netzfeministische Themen zu schaffen. Bisher veranstaltet netzfeminismus.org das Netzfeministische Biertrinken Berlin und erstellt gerade eine Liste von Sprecherinnen um auf den Frauenmangel auf Konferenzen deren Podien zu reagieren.
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Leben im Netz

Als der Begriff Web 2.0 zum ersten Mal bei mir ankam war ich zunächst unbeeindruckt und sah keine größere Bedeutung für mein eigenes Verhalten. Anschließend war ich sowohl von den Social Networks, als auch der Blogosphäre für einige Zeit überfordert. Es war, als würde mich ein unaufhaltsamer Informationsstrom davon spülen und ich sah kaum Möglichkeiten der Beteiligung ohne unendlich viel Zeit zu investieren und den Überblick komplett zu verlieren. Ich stand Social Networks von Anfang an kritisch und vorsichtig gegenüber und es ist, als würden sich regelmäßig zwei Meinungen in meinem Kopf darum streiten, ob ich mich nicht besser bei diversen Seiten löschen sollte und den Quatsch gar nicht erst mitmachen. Schon davor bewegte ich mich regelmäßig in Communities, hatte liebevoll gepflegte Webseiten und kommunizierte mit Menschen die ich entweder “wirklich” kannte, oder eben nur virtuell. Ich habe winzige Spuren hinterlassen im Netz und bin meinem jugendlichen Ich heute sehr dankbar, dass es nicht noch mehr waren (und meinem Gedächtnis, dass ich mich besser spät als nie an diverse Passwörter erinnerte). Auch bin ich mir dankbar, dass ich damals weder meinen vollen Namen noch meine Telefonnummer so großzügig wie andere Mädels im jugendlichen Alter verteilte. In letzter Zeit überkommt mich immer ein bisschen Mitleid, wenn ich sehr junge Menschen in Social Networks beobachte. Read more »

Ada Lovelace Day 2011

Heute, am 7. Oktober ist der mittlerweile dritte Ada Lovelace Day und obwohl der Tag sich langsam schon Richtung Ende neigt, darf mein Artikel zum Thema nicht fehlen. Hinter dem Ada Lovelace Tag steckt die Idee, Frauen im STEM- bzw. MINT-Bereich* dadurch sichtbarer zu machen, dass an diesem Tag möglichst viele Menschen eine solche Frau in einem eigenen Blogpost oder einem Kommentar auf der Seite Finding Ada vorstellen. Vor allem aber geht es darum, möglichst eine Frau vorzustellen die eine_n persönlich inspiriert hat.

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Der wahre Preis unserer IT-Gadgets

Wir kaufen Bio-Eier, weil wir uns informiert haben und den Gedanken an eingepferchte Hühner in Käfigen nicht mehr ertragen. Manche von uns schaffen es sogar, noch einen Schritt konsequenter zu leben und kaufen gar keine Eier, leben vegan. Längst wissen wir, wie es auf Farmen und Schlachthöfen aussieht, die Fastfoodketten und namhafte deutsche Fleischproduzenten beliefern. Und falls nicht, wird uns eines Tages das ein oder andere Bild, Video oder der ein oder andere Artikel im Netz über den Weg laufen. Vielleicht kaufen wir uns auch ein Buch und beschließen dann eine Weile oder für immer kein Fleisch mehr zu essen, wenn nicht schon längst geschehen. Vielleicht macht es uns auch nicht so viel aus, weil wir keinen Bezug zwischen unserer Nahrung und Tieren herstellen um uns vor unserem Gewissen zu schützen, oder weil uns Tiere (zumindest im ein oder anderen Moment) dann doch irgendwie auch ein bisschen egal sind. Bei Lebensmitteln die von Menschen produziert werden helfen uns mittlerweile diverse Siegel bei der Erkennung ob es sich z.B. um fair gehandelte Ware handelt. Dokumentationsfilme und Bücher öffnen uns die Augen über die Produktion unserer Lebensmittel.

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Warum Informatik? – (K)eine Antwort.

Ich stehe auf einer Gummimatte, bekleidet nur mit einer Unterhose und schaue durch den Raum. Um mich herum stehen viele Regale mit Büchern und unter mir kniet eine Frau mit weißem Kittel und schaut jeden einzelnen meiner Leberflecken mit einem kleinen Mikroskop an. Sie fragt: “was studieren Sie denn?” und ich antworte “Informatik”. Es gibt Standardantworten die ich daraufhin immer wieder höre und wie so oft bin ich auch diesmal ein bisschen gespannt, welche die Fragestellerin wählt. “Puhh, also davon hab’ ich überhaupt keine Ahnung!” lautet die Antwort der jungen Ärztin. Als ob die Ahnung von Haut und Haaren hatte, als sie aus der Schule kam, wohl kaum. Aber Haut und Haare kann man anfassen, Bits und Bytes eben nicht. Mein Studienfach bietet allerlei Gedankenspielraum für Vorurteile und verknüpft mit dem Thema Geschlecht führt das oft zu den absurdesten Statements und Fragen. Read more »

Unsere Gastbloggerin im Oktober: Melanie Niethammer von Side-Glance

Maria Wersig von Recht und Geschlecht hat an diesem letzten Septembertag demnächst noch einen Beitrag für Euch parat – danach wird das Zepter weitergereicht: Melanie Niethammer ist unsere Gastbloggerin im Oktober. Schon seit 2001 veröffentlicht sie ihre Gedanken im Netz und seit 2009 spezialisiert sie sich auf ihrem Blog Side-Glance auf die Themen Frauen in der IT und Feminismus.

Sie sammelt Nachrichten, die ihr über den Weg laufen und berichtet von Erfahrungen, die sie selbst in diesem Gebiet sammelt. Denn gerade studiert Melanie technische Informatik, hat vorher aber schon diverse Arbeitserfahrungen als Systemadministratorin mitgenommen und eine IT-Ausbildung hinter sich gebracht. In letzterer sei sie mit 16 Jahren zum Feminismus gekommen – als sie aufgrund ihres Geschlechts eine schlechtere Note bekommen hat.

Wir sind gespannt auf Melanies Beiträge und freuen uns auf einen Oktober im Zeichen des Technik-Feminismus!