Gastblog Uni Münster

Team Alltag/Lifestyle: Zeige mir deinen Badezimmerschrank, und ich sage dir, wer du bist?

Ein Blick durch die Drogerie um die Ecke genügt und es ergibt sich schnell der Eindruck: Beautyartikel sind Frauensache. Von allen großen Werbeplakaten lächeln stets Frauen mit der neuesten Handcreme oder einem neuen Haarspray und auch die meisten Drogerieketten stellen nach wie vor nur weibliche Verkäuferinnen ein – weil die angeblich mehr Ahnung haben, die Produkte authentischer an die KundInnen bringen.
Aber entspricht das wirklich der Realität? Sind es nicht neuerdings auch die Männer, die immer mehr Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild legen? Und bedeutet das Attribut weiblich denn wirklich zwangsweise, dass Pflegeprodukte unverzichtbar sind und griffbereit im Bad stehen?

Team Serie: „What is his deal?“ – Sexualität in Big Bang Theory

„Howard, do you have latent homosexual tendencies?“ – „No, of course not!“ – „So you say. Yet, here I am!“ sagt Star-Trek-Schauspieler George Takei in Howards Sexphantasie.

Auf den ersten Blick ist die amerikanische Physikerserie Big Bang Theory eine konsequent heterosexuelle Angelegenheit. Die Handlung dreht sich um das Leben der  Astrophysiker Leonard Hofstadter, Sheldon Cooper, Howard Wolowitz und Rajesh Koothrappali zwischen Battlestar Galaktica, Heisenbergscher Unschärferelation, Thai Food und Comicbuchladen. Nur: in der Nerdwelt der männlichen Hauptfiguren fehlt das, wonach sie ständig verzweifelt suchen: Frauen. Read more »

Team Musik: „Steck Bratwurst in dein Sauerkraut“ (Pussy – Rammstein)

 

Wenn ich mich dazu durchringe, ein Video von Rammstein zu schauen, dann muss ich mir fast mantraartig vorsagen, dass ich tolerant sein muss. Brüste, die wackelnd in die Kamera gehalten werden, Frauen die sich ablecken, halbnackte Hintern, welche sich ins Bild räkeln. Soll das noch Ironie sein?  Provokation? Ist das Kunst? Wo muss man eine Grenze ziehen?

Rammstein – Befürworter argumentieren, dass die Band mit Symbolen spiele, um zu provozieren und, dass Provokation eine ganz wichtige Aufgabe von Kunst ist.

Aber wo sind die Grenzen von Kunst?

Das neue Rammstein Musikvideo „Mein Land“, bei dem Jonas Akerlund Regie geführt hat,  beginnt mit einer Art Strandszene in der sich halbnackte Mädchen tanzend und lachend an den Musikern reiben und in devoter Weise ihre Körper zur Schau stellen. Hier könnte man noch anführen, dass Akerlund mit Ironie gearbeitet und  sich streng an der TV – Serie Baywatch orientiert hat.

Die letzten Szenen, die jedoch mit Gewalt, nackter Haut und küssenden Frauen gespickt sind, können doch nicht mehr ironisch gemeint sein. Dass sich Sex gut verkauft ist ja bekannt, aber das sich nahezu jedes Video von Rammstein an diesem Grundsatz orientiert, ist mir zu simpel und bequem.

Rammstein – Mein Land

In vielen Videos von Rammstein werden Frauen als reine Sexobjekte dargestellt (z.B. in Pussy, Mein Land und Das Model – alle von Rammstein), doch das ist längst nicht alles: Darüber hinaus werden immer wieder Bilder entworfen in denen Menschen Gewalt angetan wird. Frauen in devoter, dem Mann dienender Pose, Menschen, die vergewaltigt, aufgegessen und verbrannt werden sind in Videos von Rammstein keine Seltenheit.

Hier geht es um die Erniedrigung von Menschen und die Verherrlichung von Gewalt.

Ich bin nicht der Meinung, dass Kunst nur von Blumen und wohlgeformten Körpern handeln sollte, aber Kunst muss sich konstruktiv mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen und nicht destruktiv, wie in dem Fall von Rammstein.

Kathrin Becker


[1] aus Rammstein – Pussy

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Team Serien: „Ich bin so froh, dass ich ein Mädchen bin!“ – Mit Enid Blyton auf transgender-Fährten

Was war eigentlich los, damals, mit den Fünf Freunden? Ein treudoofer Hund, zwei besserwisserische Brüder, eine ängstliche Heulsuse – und ein Mädchen, das lieber ein Junge sein will? Was hat sich Enid Blyton nur dabei gedacht? Wollte sie wohl in einer Kinderbuch-Serie auf die Lebenswelt von Transsexuellen verweisen? Oder, weniger brisant, alternative Geschlechterkonzepte entwerfen und ihre kindlichen Leser_innen für ein offeneres Weltbild sensibilisieren? Read more »

Boyfriendmode auf dem Vormarsch – Revolution auf allen Ebenen?

Eigentlich ist das hier ja kein Modeblog. Aber beim Blick auf Kleidung, Schuhe & Co. denke ich, dass genderspezifische Grenzen gerne auch mal ignoriert oder auch bewusst aufgebrochen werden. Im Grunde ist genau das in den letzten Jahren verfolgbar gewesen. Der Boyfriend-Look wird milieuübergreifend zelebriert. Boyfriend-Jeans, Boyfriend-Blazer und natürlich das beliebte Holzfällerhemd trägt das modebewusste Mädchen von heute mit Begeisterung. Tatsächlich ist nur wenig davon wirklich vom Herzbuben geliehen, sondern stattdessen direkt von der Massenstange der Frauenabteilung in den Kleiderschrank gewandert.

Team Serie: B(r)e(a)st Friends with Wolowizard – Frauen in Big Bang Theory

Die amerikanische Physiker-Sitcom Big Bang Theory sieht ihre männlichen Protagonisten als Physiker, Nerds oder auch Loser – die weiblichen Figuren jedoch vor allem als eins: Frauen.

Big Bang Theory spielt in der Welt der Astrophysiker Dr. Leonard Hofstadter, Dr. Dr. Sheldon Cooper, Dr. Rajesh Koothrappali und Howard Wolowitz (kein Doktor, nur ein Ingenieur). Die ist vor allem von erwachsenen Männern in Star Trek-Kostümen, Lasern, Spielekonsolen und Komikbuchhelden bevölkert. Eigenständige Frauenrollen tauchen nicht auf. Kommen Frauen dennoch vor, sind es nicht ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse, ihre „Halo“-Fähigkeiten oder die akademischen Errungenschaften, die sie ausmachen, sondern ihre Sexualität.

Irgendeiner will mit ihnen schlafen – das verschafft den weiblichen Figuren einen Platz im Freundeskreis und treibt die Handlung voran. Read more »

Team Alltag/Lifestye: Rosa Zuckerwatte und Til Schweiger – Kino nur für Mädels

“Vor dem Filmstart können unsere Ladys bei einem Gläschen Prosecco in den neusten Ausgaben verschiedener Frauenzeitschriften schmökern oder sich von den Mitarbeiterinnen der Firma La Fleur zu exklusiven Dessous beraten lassen. Zusätzlich gibt es für jede Cinema Lady eine Kostprobe unserer leckeren Smoothies.” Dies ist nur eins von vielen verheißungsvollen Angeboten, die mir von bunten Werbeanzeigen förmlich entgegengebrüllt werden, während ich nichtsahnend auf der Website einer großen Kinokette herumklicke.

Team Serie – Rette die Millionen Klischees

Sollte eine Quizshow nicht lediglich Wissen vermitteln, anstatt Klischees zu reproduzieren?

Es mag ja sein, dass ZDF-Zuschauer_innen im Durchschnitt etwas älter sind und teilweise ein anderes Rollenverständnis haben, aber ist dies ein Legitimationsgrund, um ein derart althergebrachtes Bild der Geschlechter zu zeichnen? Die Quizsendung “Rette die Million”, in der die Kandidat_innen über acht Fragen hinweg versuchen, die Summe von einer Million Euro zu retten, indem sie aus jeweils zwei Kategorien auswählen und Fragen teils allgemeiner, teils spezifischer Art beantworten, geht oft durch die Aussagen des Moderators über ihre Funktion als Wissensvermittlungsinstanz hinaus. Selbstverständlich sollen derartige Shows auch einen gewissen Unterhaltungswert haben, aber muss dies über die Heranziehung stereotyper Geschlechterannahmen geschehen?

So stellt der Moderator Jörg Pilawa beispielsweise Frauen als schwächliche (über festen Händedruck bei einer Frau überrascht), heiratswillige (viele Frauen träumen von einem Heiratsantrag) Personen dar, die auf ihr Äußeres bedacht sind und gerne shoppen gehen. Ein Konfliktpotenzial sieht Herr Pilawa bei zwei Spieler_innen bereits in der Tatsache, dass der Mann länger als die Frau im Bad braucht. Und dass dieser Typ auch noch Glätteisen benutzt, übersteigt dann vollkommen die Vorstellungskraft des Moderierenden. Seine konkreten Assoziationen mit dem vermeintlich starken Geschlecht gehen aber noch weiter.

So sind ihm beispielsweise Männer, vor allem wenn sie wie die beiden Lehrer-Kandidaten aus Dänemark in schwerer Rockerkluft erscheinen, ziemlich suspekt, die sich in der Kategorie “Klatsch und Tratsch”  auskennen. Vielmehr erwartet der Moderator von seinen männlichen Kandidaten, speziell bei solchen “Mannsbildern” wie den zwei angetretenen Zimmermännern, dass sie sich für Fußball und andere “geschlechtstypische” Themen interessieren. Ebenso sieht er es für das Ego eines Kandidaten als problematisch an, dass seine Frau die sportlich gleiche Leistung erbracht hat wie er selbst.

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Team Serien: We’re here. We’re queer. And we’re going to eat you.

Team Serien: “It looks complicated, but the men who designed it made it simple enough for a woman to use” – Frauen in “Mad Men”

August 1963, „Mad Men“ Protagonist Don Draper fährt in seinem Cadillac eine einsame Landstraße des New Yorker Vorortes Ossining entlang. Auf dem Beifahrersitz sehen wir seine aktuelle Geliebte und aus dem Radio tönt Martin Luther King: „I have a dream“. Draper schaltet desinteressiert das Radio ab. Wir befinden uns in der dritten Staffel der US-amerikanischen Erfolgserie „Mad Men“.

Die „Mad Men“ sind ein Haufen exzessiv rauchender, trinkender und sexuell umtriebiger Männer aus der Werbeagentur Sterling Cooper auf der Madison Avenue in Manhattan. Anfang der 60er Jahre „regieren“ diese Männer das Kaufverhalten der Bevölkerung in einer Zeit des Aufbruchs und des Wohlstand, aber auch des Aufbegehrens. Die Bürgerrechts-, die Jugend und die Frauenbewegung sind im vollen Gange und in der bürgerlichen Fassade der weißen Oberschichtprotagonisten werden erste Risse sichtbar. Read more »