Gastblog Geschlechterchaos

Weiterdenken. Weiter geh’n.

Und so neigt sich die Zeit meines Gastblogs beim Missy Magazine dem Ende entgegen. Es war eine spannende Erfahrung und irgendwie viel zu schnell vorbei.

Begonnen hat es mit Räumen. Angelehnt an Virginia Woolfs „A Room of one’s own“ überlegte ich, auf welchen Ebenen Raum geschaffen werden muss, damit er emanzipatorisch sein kann. Und sprach vom Café Rosa, einem Projekt der Österreichischen HochschülerInnenschaft der Universität Wien, einen solchen emanzipatorischen Raum zu etablieren.
Die zweite Woche drehte sich dann um PartnerInnenschaft und Beziehung. Um die Un/Möglichkeit einen Namen für das zu haben, was zwei oder mehr Menschen miteinander verbindet. Und die Bedeutung der Beziehungspflege/Beziehungsarbeit, die dann beginnt, wenn in Mainstreamfilmen der Abspann kommt.
In der dritten Woche wurde es utopisch. Wie stehen die Chancen ein utopisches Ziel zu erreichen und wollen wir das überhaupt? Wo fangen wir überhaupt damit an?
Die vierte und letzte Woche schloss ich mit Verschwörungs-Meckern und Motivations-Motiven. Abschied und Neubeginn.

Ab morgen dann wieder in den eigenen vier Chaos-Wänden. Danke für die Chance und die Möglichkeit, fürs Lesen und Beitragen. Dafür, ein Stück gemeinsam gedacht zu haben. Wer möchte, mir dem und der geht’s dann nach einer kleinen Umbau- und Erweiterungsphase weiter.

Motivation mit Motiv

Kennt ihr diese Tage? An denen die Welt grau und fad scheint und ihr euch fragt „Warum?“. Wenn wieder irgendwo eine Frau geschlagen wurde, wieder ein Vater seinem Kind entzogen, wieder ein Model an Magersucht erkrankt, wieder ein 80h-Arbeitswoche-Herzinfarkt eine Familie zerstört, wieder ein Mensch auftaucht, der euch vorwirft, ihr seid (indirekt) schuld an allem? Weil ihr euch zum Feminismus und/oder zur Idee der Gleichberechtigung bekennt?
Dann hier mal ein paar Sachen, die mir in solchen Momenten helfen. Die mich aufbauen und mir wieder deutlich machen, wofür ich mich einsetze und dass es doch etwas bringt! Read more »

Feminismus und andere Verschwörungstheorien – ein Rant

In meiner letzten Gastblogwoche schließe ich mich all jenen an, die eine bessere Welt für ALLE Menschen wollen, für Männlein, für Weiblein, für Menschlein, unentschlossene, uninteressierte, schwarze, weiße, gelbe, blaue, grüne, buntgestreifte und die quergepunkteten auch. Alle eben.
Bis vor ein paar Monaten dachte ich ja, Feminismus wäre die Weiterentwicklung des Humanismus und überhaupt supertoll. Und dann kamen zum Glück ein paar Männer (ja wirklich), die mir milde auf die Schulter klopften und meinten, das wäre falsch, ein Irrglaube und ich solle doch meine feministischen lila Scheuklappen absetzen und endlich sehen, wie sehr doch Männer von Feministinnen gegängelt werden. Feminismus ist doch das Schlimmste überhaupt und zwar aus folgenden sehr fundierten Gründen. Read more »

Wo Utopie beginnt

Ich will eine bessere Welt. Am liebsten jetzt sofort!
Doch woher weiß ich, was „besser“ ist? Besser als was soll sie sein? Wo lege ich den Maßstab für „besser“ und „schlechter“ an? Wo ist der Nullpunkt? Wo fange ich eigentlich an?

Nehmen wir als Beispiel das Thema der letzten Woche: PartnerInnenschaft.
Die Meisten von uns werden sich schon mal Gedanken darüber gemacht haben. Wie soll die ideale Frau, der ideale Mann, die ideale Beziehung aussehen? Als bekennende Feministin sage ich dann natürlich: Ich will eine gleichberechtigte PartnerInnenschaft. Wenn sie gleichberechtigt sein soll – was verstehe ich, was verstehst du darunter? Diese Überlegungen und das Formulieren, Gestalten von Begriffen ist ein heikles Unterfangen.

Woher weiß ich denn, was mir gefällt und was nicht? Kann ich sagen, wie es sein soll, wenn ich noch nie eine Partnerschaft hatte? Muss ich wirklich alles selbst erlebt haben wie die berühmt-berüchtigte Herdplatte? Das würde bedeuten, die erste Beziehung ist immer die ideale. Und zugleich die schlechteste. Weil eben kaum persönliche Vergleichsmöglichkeiten vorhanden sind. Read more »

Ist der Weg wirklich das Ziel?

In der dritten Gastblog-Woche will ich mal ein bisschen philosophischer werden und euch mitnehmen in meine Überlegungen zu Utopien. Denn – und davon bin ich fest überzeugt – alle Menschen brauchen sie, feministisch orientierte erst Recht. Und ich denke, wir reden zuwenig darüber.
Wie komm ich jetzt wieder darauf? Nun, ich wurde vor kurzem erst wieder gefragt, was ich denn nach meinem Master zu tun gedenke. Wie die Berufsaussichten sind. Wenige Tage vorher las ich davon, dass Feminismus wieder mehr Gedanken an Utopien „verschwenden“ sollte. Das Ziel sei uns abhanden gekommen vor lauter Weg. Also gut, dann verschwende ich mal ein paar Gedanken. Read more »

Und wenn sie nicht gestorben sind…

… dann leben sie noch heute. Heißt es am Ende eines Märchens. Doch – was machen die beiden Hauptfiguren eigentlich den ganzen Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr? Hält das Happy End? Und ist es wirklich das Ende?

Ich bin ja der Meinung, dass die größte Ungerechtigkeiten heutzutage ist, dass uns mediale Vorbilder für gute Beziehungen fehlen. Ob in Büchern oder Filmen – der Mainstream blendet doch gerade dann weg, wenn es zum Alltag geht. Wir sehen nur den spannenden Teil, das Annähern, das um-das-Glück-ringen, den Streit und die Versöhnung. Wir lesen von Trennung und Betrug. Wir lesen nicht vom grauen Alltag. Von nervigen Kindern, stressigen Jobs, davon wie Menschen älter werden. Natürlich, das wäre auch langweilig. Oder? Wo sind denn all die „good news“? Die Bezeichnung der Menschen, die miteinander glücklich sind und das über einen längeren Zeitraum. Wo sind die Erläuterungen, die zeigen „Hey, es geht“? Auch ohne, das eineR von beiden gerade die Welt retten oder eine sich die neuesten Pole-Dance-Positionen aneignen muss. Der Ratgebermarkt für Paare und Beziehungen ist riesig. Denn die meisten Menschen wollen miteinander glücklich werden. Und wollen sehen, was nach dem „Happy End“ kommt. Read more »

Unbegreifliche Begrifflichkeiten

Die zweite Gastblog-Woche dreht sich um das Thema „PartnerInnenschaft“.
Oder Paar-/Beziehung. Oder Intimfreundschaft. Oder Seelenverwandtschaft. Oder… ja, die Problematik des „Wie nenn ich das jetzt“ werden die meisten kennen.

Das fängt ja schon am Anfang an. Ab wann sind denn (min.) zwei Menschen ein Paar? Oder „zusammen“? Die Vorstellung, dass es einen klar erkennbaren Zeitpunkt gibt, ab dem Menschen „zusammen sind“ habe ich mir früh aus dem Kopf geschlagen. Es fragt in der Regel niemand „willst du mit mir gehen“ und ab dem Moment, in dem ich „ja“ sage, bin ich Teil einer PartnerInnenschaft. Das wäre auch zu einfach. Read more »

Ein emanzipatorischer (T)Raum?


Ein Raum voller Träume
Ein Stück Utopie
Ein rosa Ort der Emanzipation?

Am 7. Mai 2011 war ein großer Tag für die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) der Universität Wien. Denn an diesem sonnigen Tag eröffnete sie das Café Rosa, ein Studibeisl mit hehren Zielen. Auf den ersten Blick wirkt es wie ein ganz normales Café. Viele Menschen, viele Gespräche. Und doch ist es irgendwie anders. Read more »

Ein eigenes Zimmer, ein Zimmer nur für mich

Hallo und frohes Lesen bei meinem ersten Eintrag im Missy Magazine Gastblog. Die kommenden vier Wochen habe ich mir vorgenommen, jede Woche ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln oder unterschiedlichen Schwerpunkten zu beleuchten, euch meine Gedanken dazu zu präsentieren und wenn es euch gefällt, dann nehmt ihr ein paar der Gedanken auf und denkt sie weiter. Oder denkt mit. Oder denkt anders. Ich freu mich drauf :)

Diese Woche starte ich mit dem Thema „Räume“. Denn ein solcher wurde mir angeboten. Raum für sich zu haben, ist ja auch eins der älteren feministischen Themen. Denken wir an Virginia Woolfs Essay „A Room of One’s Own“ von 1929. Darin spricht Woolf von zwei Sachen die es braucht, damit auch Frauen große Literatur schaffen können: 500 Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer. Also eine existenzsichernde materielle Grundlage, klar. Doch was ist dieser Raum, dieses „eigene Zimmer“? Für was kann dieses Sprachbild stehen? Read more »

Hallo Chaos: Unsere neue Gastbloggerin Khaos.Kind

Etwas verspätet zwar, aber umso mehr freuen wir uns, euch jetzt unsere Gastbloggerin für den Juni vorstellen zu können. Khaos.Kind von „Die Chaotische Welt der Geschlechter“ sagt über sich selbst:

„Ich bezeichne mich selbst als angehende Berufsfeministin, denn das trifft am Besten, was ich mit meinem Master der Gender Studies anstrebe. Außerdem ist es kurz genug um polemische Fragen abzublocken. Seit Herbst 2010 blogge ich auf www.chaos-leben.de.vu über feministisch relevanten Themen, die mir über den Weg laufen. Inspirieren lasse ich mich dabei von meinem Studium, Blogs, Diskussionen, politischen Entwicklungen oder von Situationen, die mir in meinem Alltag begegnen. ‚Das Persönliche ist politisch’ ist einer meiner Grundsätze. Was ich tue, ist in große Strukturen eingebettet, die ich wiederum mitgestalte und als solche mittrage. Die Kategorie Geschlecht ist davon nicht wegzudenken. Und so versuche ich, ein paar gedankliche Anhaltspunkte in das Geschlechterchaos zu werfen.

Auch noch gut über mich zu wissen: Ich bin Mitte 20, das Kind ostdeutscher Eltern, Wahlwienerin in unklischeebehafteter Partnerschaft und abgesehen von Geschlechterverhältnissen und Feminismus interessiere ich mich noch für menschengerechte ökonomische Ansätze und Gesellschaftspolitiken, Ernährung/Gesundheit, Psychologie, Filme und das Spielen diverser Musikinstrumente.“

Ab Montag wird sie einen Monat lang hier zu Gast sein und aus der chaotischen Welt der Geschlechter berichten.