Main menu:

Die neue Missy 03/10 findest du ab dem 16. August am Kiosk. Eine Liste der Verkaufsstellen bei dir ums Eck findest du hier.

Missy 04/10 erscheint am 15. November 2010.

Newsletter!

Ich bin der Missy-Newsletter. Abonnier mich und ich werde dich für immer glücklich machen. Echt jetzt.

Missy Magazine bei

Gibst du uns einen aus?

Du magst Missy und möchtest das Heft per Mini-Spende unterstützen? Dann lad uns auf einen virtuellen Kaffee ein. Vielen Dank!

Anzeige:

Recent Posts

Links:

Tags

Gastblog Medienelite

Unbequemlichkeiten vorbereiten

medienelite Liebe Leser_innen,

ich bin jetzt schon ein paar Minuten über die Zeit - mein letzter Blogeintrag soll das hier werden, denn der Monat Juni und damit auch mein Gastauftritt bei Missy sind vorüber. Zunächst möchte ich mich recht herzlich bei euch bedanken: für das Lesen, Verlinken, Kommentieren, Twittern und sonst wie Spreaden meiner Zeilen. Es hat mir sehr viel Spaß bereitet euch unterhalten und zum Nachdenken angeregt zu haben. Und natürlich geht mein Dank auch an das Missy-Team für die Einladung zum Gastbloggen und die Unterstützung während dieser Zeit. Congrats also an alle, die sich angesprochen fühlen.

Read more »

“Arschloch, sensibilisier’ dich selbst!” - Eindrücke vom Transgenialen CSD

medienelite Im vergangenen Jahr war ich das erste Mal auf dem CSD in Berlin. Ich hatte nie das Bedürfnis einen CSD zu besuchen, weil mich die Klientel, “das bunte Treiben”, zu sehr abschreckte. Schräge Vögel in knapper Kleidung, die für mehr Akzeptanz kämpfen, laute Musik und ein paar Wagen, die durch Berlin ziehen. Ich halte nicht viel von Trillerpfeifentoleranzpartys. 2009 folgte also meine soziologische Feldforschung und meine Vorurteile bestätigten sich. Zu Beginn war ich angefixt, fühlte mich heimisch, nur Homosexuelle, die ein bisschen Spaß haben wollen und nebenbei noch etwas politisieren. Rentnerinnen in Rollstühlen, die klatschten, “uns” zujubelten, sich von ihren Pflegerinnen Kippen schnorrten, alles schien “Friede, Freude, Eierkuchen”. Als der Tross auf die Potsdamer Straße einbog und Richtung Innenstadt marschierte, kam ich mir allmählich wie im Zoo vor. Menschen am Straßenrand, die die Fotoapparate zückten, winkten und nett lächelten. Tolle Wurst. Toleranz für das Andere, das Bunte, für nackte Haut und Federboas, Partei-Wagen, die sich ganz crazy und queer fanden - stets mit der Prosecco-Flasche in der Hand. Langweilig.

Read more »

Judith Butler und die schwul-lesbische Dekonstruktion

medienelite Judith Butler lehnt den Zivilcourage-Preis des CSD ab - was für die Medien ein Eklat, ist für die Veranstalter_innen des Berliner CSD und dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) nicht mal eine Stellungnahme wert. Bis zu diesem Zeitpunkt findet sich auf beiden Homepages keine offizielle Entgegnung zu den Vorwürfen, die Butler an die deutsche schwullesbische Bewegung heranträgt. Das ist ärmlich. Lediglich eine anonyme CSD-Sprecherin beklagt, dass sich Butler nicht vorher  mit den Veranstalter_innen unterhalten hätte, Robert Kastl, Geschäftsführer CSD-Veranstalter-Komitees, will von Rassismus innerhalb der Community nichts wissen und Jan Feddersen, von 2005 bis 2009 Mitorganisator des CSD in Berlin, hängt sich lieber daran auf, dass Butler den Business-Class-Flug genoss, statt den Preis im Vorfeld abzulehnen und damit natürlich auch auf ihre Rede am Samstag hätte pfeifen können. Ich sehe hier keine konstruktive Auseinandersetzung mit Butlers Kritik, kein Aufgreifen ihrer Gedanken, nicht mal eine plumpe Rechtfertigung. Schlimmer noch: Subalterne Stimmen von LesMigras, GLADT, Suspect, ReachOut und dem Transgenialen CSD werden in der medialen Auseinandersetzung erneut unsichtbar gemacht, sogar negiert.

Read more »

Homophobie im Fußball - alles eine Frage von Geschlechterinszenierungen?

medieneliteIch war heute auf einem Vortrag von Nina Degele und Tanja Walther-Ahrens an der HU Berlin. Beide gaben jeweils einen theoretischen und einen praktischen Einblick in das Thema Homophobie im deutschen Fußball, viele spannende Fragen aufwarf und für mich überraschende Erkenntnisse mit sich brachte.

Nina Degele begann ihren Vortrag mit einer kleinen Anekdote der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich, als Harald Schmidt den damals noch aktiven Jürgen Klinsmann als “Schwabenschwuchtel” und “Warmduscher” betitelte. Dass das aus Harald Schmidts Mund kommt, hätte ich so nicht erwartet, aber zu der Homophobie-Akzeptanz im Kontext Fußball später mehr.

Read more »

Kuschelig ist’s auch ohne Gender

medieneliteIch bin noch nicht lange Feministin und Verfechterin diverser Gender-Theorien. Genauer gesagt, kam der Impuls zu meinem derzeitigen Studium erst vor etwa einem Jahr auf dem “Gender is Happening” der Heinrich-Böll-Stiftung. Vorher fand ich Quoten doof und schien mir relativ sicher zu sein, dass meine Homosexualität irgendwie genetisch bedingt sei. 24 Jahre meines Lebens konnte ich mit diesen festen Denkstrukturen ganz gut verbringen. Soziale Ungleichheiten trafen mich bis dato lediglich aufgrund meiner Liebe zum gleichen Geschlecht, Sexismen erkannte ich erst gar nicht, sondern dachte mir immer: Männer sind halt chauvi und Frauen sind tussig.

Das Studium, Literatur, Blogs und Gespräche mit Menschen, die essenzialistischen und naturalisierenden Strukturen eher ablehnend gegenüber stehen, erweckten in mir meine gendersensible und feministische Ader. Seitdem befinde ich mich permanent in einem Empowerment- und Befreiungszyklus, der mein gesamtes Denken, Fühlen und Handeln auf den Kopf stellt. Endlich finde ich Antworten auf mein Ohnmachtsgefühl, auf mein Gefühl von Gefangensein und sehe Ungleichheiten, die ich sonst nie in Frage gestellt hätte. Ich kritisiere meine eigenen Vorurteile und versuche mich von unumstößlichen Erklärungen von der Welt zu lösen. Diese Arbeit mit sich selbst brachte in mir unweigerlich Gedanken von Missionierung hervor, halte ich doch das Hinterfragen von Hierarchien und Kategorien für ein besseres Menschenbild als das stereotype Rollenverständnis von Mann und Frau. Ich bin zu einer Kämpferin für Gleichheit und Gerechtigkeit geworden - allerdings mit dem Kopf durch die Wand und netten flauschigen Scheuklappen, die nicht selten den Blick auf Bedürfnisse von anderen verdecken.

Read more »

TITTEN RAUS!

medienelite Das vergangene Wochenende war das bisher wärmste in Berlin in diesem Jahr. Ich hing natürlich im Park und am Spreeufer rum und viele Berliner_innen taten es mir gleich.

Was mir nach einiger Zeit ins Auge stach, waren die unzähligen nackten Männeroberkörper, die ganz selbstverständlich und über jeden Zweifel der Formschönheit erhaben ungeniert durch die Gegend blitzten. Nicht, dass es mich sonderlich belästigt hätte, neben Muskeln auch Haare auf diversen Rücken und Brüsten (und Bäuchen) zählen zu müssen, doch irgendwann stieß ich von all dieser Nacktheit auf, wie nach einem Backfischbrötchen bei Nordsee: Ich sah keine einzige Frau mit entblößten Brüsten. Natürlich nicht. Laut Strafgesetzbuch §183a (Erregung öffentlichen Ärgernisses) kann bereits unzureichende Bekleidung relevant sein, zumal die weibliche Brust biologisch als Geschlechtsorgan behandelt wird, was ihre Verhandlungsmacht um straffreie Nacktheit nicht unbedingt stärkt.

Schlimmer noch ist allerdings die Tatsache, dass allein steife Nippel (beim fehlenden BH keine Seltenheit), Aufmerksamkeit erregen, die gern mal falsch in Richtung Schlampen- oder Emanzenhaftigkeit gedeutet wird. Penisse hingegen fristen ein von der Allgemeinheit unbeachtetes Dasein in viel zu engen Hosen, bei einigen Männern kann ich bereits aus meterweiter Entfernung erkennen, ob es sich um einen Links- oder Rechtsträger handelt bzw. grobe Schätzungen über die Erektionsgröße machen. Das ist nicht mehr oder weniger offensiv als steife Nippel oder nackte Brüste.

Read more »

Das Spiel von Macht und Ohnmacht. Und ein paar andere.

medieneliteGestern stellte die Mädchenmannschaft die Kampagne “One step too far” vor, die gerade in Wales startet und für Sexismus gegen Frauen sensibilisieren soll. Ich verteilte den Link über Twitter und Facebook, er wurde retweeted und reshared von vielen meiner weiblichen Follower und weiblichen “Facebook-Connections”, darunter auch Freundinnen. Es schien mir, als ob die fleißigen Spreaderinnen sagen wollten: “Schaut her. Sowas passiert mir. Und zwar nicht selten.” Von einigen weiß ich, welche ekelhaften Situationen ihnen widerfahren sind und, wenn sie davon berichten, wie selten leider das Verständnis von Männern dafür ist. Eine bekam auf die Schilderung sogar einen sexistischen Kommentar zurück. Klasse.

Nein, Männer sind nicht die Bösen in diesem widerwärtigen Spielchen und Frauen nicht per se Opfer. Das Hauptproblem von Sexismus sehe ich immernoch in der Internalisierung und Bagatellisierung von Sexismus auf beiden Seiten. Die Unterscheidung zwischen harmlosem Flirten und sexistischer Anmache fällt den meisten von uns sehr schwer. Und selbst, wenn wir es als Sexismus enttarnen können, problematisieren wir es viel zu selten, weil wir uns häufig damit abgefunden haben. Es gibt keine perfekte Anleitung für die Identifizierung und Bekämpfung von Sexismus in interpersonellen Kontexten. Puderzucker ist Sexismus auch im eigenen Bekanntenkreis, unter Freunden, ja selbst in einer Beziehung. Bärendienste for the win.

Read more »

Saufen und lächeln

medieneliteNachdem Chris mich schon so herzlich als Gastbloggerin bei Missy willkommen hieß (trotz der gnadenlosen Niederlage in unserem Tischtennis-Fight auf dem Gendercamp), will ich nun höflicherweise noch einmal selbst ein freundliches “Hallo” in die Leser_innen-Runde werfen. Ich freue mich, dass ich euch einen Monat lang mit ein paar hoffentlich interessanten Zeilen versorgen darf.

Passend zu ihrer Frage, wann ich eigentlich schlafe, kommt dieser Post ganz ungeniert zu später Stunde. In der Tat, ich schlafe wenig, was allerdings nicht unbedingt meinem vermeintlich horrenden Arbeitspensum geschuldet ist, sondern oftmals meiner kaum beherrschbaren Sucht nach netten Kleinigkeiten, die das Internet für uns Konsument_innen bereit hält.

Um beim Thema Feminismus, respektive Geschlechterrollen, zu bleiben: Ein guter Freund postete heute auf Facebook folgendes Video. Es zeigt eine unter ihrer eigenen Unbeherrschtheit und Unzufriedenheit leidende Frau, der mit einem Wundermittel zu Besonnenheit und Lebensfreude verholfen wird:

Read more »

Gastbloggerin # 6: Nadine von Medienelite

Nach einem Monat Barbara und Diskussionen zu Musik jetzt ein neues Gesicht bei Missy, diesmal mit schwarz gerahmter Brille. Bitte alle mal schön hallo sagen. Nadine Lantzsch, im Netz normalerweise beheimatet auf Medienelite.de und auf Twitter unterwegs als Lantzschi, wird den kommenden Monat über hier zu Gast sein und für euch bloggen.

Freut mich ganz besonders – nicht nur, weil Nadine als Fellow Feminist Nerdine (FFN) an einer Themenschnittstelle entlang bloggt, die ich selbst sehr spannend finde (Gender + Feminismus + Internetz). Sondern weil sie noch dazu Eier hat, z.B. um sexistische Idioten als das zu benennen, was sie sind oder ein Foto von sich mit Fliegerbrille im Netz zu posten. Außerdem spielt sie verdammt gut Tischtennis, wie ich bei unserer Begegnung auf dem GenderCamp schmerzlich feststellen musste. Aber darüber schaue ich jetzt mal großzügig hinweg.medienelite

Was ihr sonst noch über sie wissen solltet: Sie kommt aus Hoyerswerda, lebt seit 2007 in Berlin, wo sie zuletzt bei Tagesspiegel Online volontiert hat und jetzt an der Freien Universität ihren Master in Gender & Diversity Kompetenz macht. Neben ihrem privatem Blog Medienelite.de, schreibt sie seit kurzem auch für die Mädchenmannschaft. Fragt sich, wann sie schläft, aber das könnt ihr sie ja dann selbst fragen.

Und jetzt halte ich die Klappe und lasse Nadine was sagen.