Das vergangene Wochenende war das bisher wärmste in Berlin in diesem Jahr. Ich hing natürlich im Park und am Spreeufer rum und viele Berliner_innen taten es mir gleich.
Was mir nach einiger Zeit ins Auge stach, waren die unzähligen nackten Männeroberkörper, die ganz selbstverständlich und über jeden Zweifel der Formschönheit erhaben ungeniert durch die Gegend blitzten. Nicht, dass es mich sonderlich belästigt hätte, neben Muskeln auch Haare auf diversen Rücken und Brüsten (und Bäuchen) zählen zu müssen, doch irgendwann stieß ich von all dieser Nacktheit auf, wie nach einem Backfischbrötchen bei Nordsee: Ich sah keine einzige Frau mit entblößten Brüsten. Natürlich nicht. Laut Strafgesetzbuch §183a (Erregung öffentlichen Ärgernisses) kann bereits unzureichende Bekleidung relevant sein, zumal die weibliche Brust biologisch als Geschlechtsorgan behandelt wird, was ihre Verhandlungsmacht um straffreie Nacktheit nicht unbedingt stärkt.
Schlimmer noch ist allerdings die Tatsache, dass allein steife Nippel (beim fehlenden BH keine Seltenheit), Aufmerksamkeit erregen, die gern mal falsch in Richtung Schlampen- oder Emanzenhaftigkeit gedeutet wird. Penisse hingegen fristen ein von der Allgemeinheit unbeachtetes Dasein in viel zu engen Hosen, bei einigen Männern kann ich bereits aus meterweiter Entfernung erkennen, ob es sich um einen Links- oder Rechtsträger handelt bzw. grobe Schätzungen über die Erektionsgröße machen. Das ist nicht mehr oder weniger offensiv als steife Nippel oder nackte Brüste.
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Posted: June 7th, 2010 under Gastblog Medienelite.
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