Im vergangenen Jahr war ich das erste Mal auf dem CSD in Berlin. Ich hatte nie das Bedürfnis einen CSD zu besuchen, weil mich die Klientel, “das bunte Treiben”, zu sehr abschreckte. Schräge Vögel in knapper Kleidung, die für mehr Akzeptanz kämpfen, laute Musik und ein paar Wagen, die durch Berlin ziehen. Ich halte nicht viel von Trillerpfeifentoleranzpartys. 2009 folgte also meine soziologische Feldforschung und meine Vorurteile bestätigten sich. Zu Beginn war ich angefixt, fühlte mich heimisch, nur Homosexuelle, die ein bisschen Spaß haben wollen und nebenbei noch etwas politisieren. Rentnerinnen in Rollstühlen, die klatschten, “uns” zujubelten, sich von ihren Pflegerinnen Kippen schnorrten, alles schien “Friede, Freude, Eierkuchen”. Als der Tross auf die Potsdamer Straße einbog und Richtung Innenstadt marschierte, kam ich mir allmählich wie im Zoo vor. Menschen am Straßenrand, die die Fotoapparate zückten, winkten und nett lächelten. Tolle Wurst. Toleranz für das Andere, das Bunte, für nackte Haut und Federboas, Partei-Wagen, die sich ganz crazy und queer fanden – stets mit der Prosecco-Flasche in der Hand. Langweilig.
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Im vergangenen Jahr war ich das erste Mal auf dem CSD in Berlin. Ich hatte nie das Bedürfnis einen CSD zu besuchen, weil mich die Klientel, \"das bunte Treiben\", zu sehr abschreckte. Schräge Vögel in knapper Kleidung, die für mehr Akzeptanz kämpfen, laute Musik und ein paar Wagen, die durch Berlin ziehen. Ich ...
Posted: June 28th, 2010 under Gastblog Medienelite.
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