Tod den Kategorien

Missy Basteltipp: DIY-Festival und BarCampConference

Do it yourself ist eine politisch-kreative Strategie, die vor keinem Lebensbereich halt macht, egal ob es sich um Konsum, Design, Arbeit oder Medien handelt. Die Ausstellung „DIY- die Mitmachrevolution“ des Frankfurter Kommunikationsmuseums widmet sich noch bis Feburar 2012 der ganzen Bandbreite der Selbstmachkulturen vom 19. Jahrhundert bis zu Web 2.0. Verbraucher*innen und Produzent*innen vertauschen hier die Rollen, wenn es um Häkelnadeln, Telefonzellen, Guerilla-Gardening oder digitale Tools geht. Vom 1.-3.12. lädt der Bereich Visuelle Kultur (Institut für Kunstpädagogik/Goethe Universität Frankfurt) zur BarCampConference (tagsüber) und DIY-Slam (abends) ein. Gemäß dem Motto DIY ist das Format des Festivals offen für alle, die sich einbringen möchten. Wenn du eine Idee hast, gestalte das Festival mit! Rund um Strickzirkel, Hardware-Löten, Open-Source-Utopien, Upcycling, Basteln, Heimwerken und vielem mehr, gibt’s Vorträge und Workshops. Wenn du Themen, Ideen oder Fragen hast, schreib an:  diy2011@under-construction.cc

Wann & Wo:

vom Donnertag, den 1.12. bis Samstag, den 3.12. im Museum für Kommunikation Frankfurt, Schaumainkai 53, Frankfurt am Main

Das Musik- und Kunstfestival Dockville steht in den Startlöchern – Open call for entries 2012

Das Dockville Festival für Kunst und Musik bezeichnet sich selbst als Kategoriefehler. Kategorisch verirrt, irritiert oder doch verwirrt? In diesem Sinne ruft das Festival Künstler*innen aller Disziplinen auf, sich auf die Suche nach Schubladen machen und ihre Projektideen zum Titel „Entweder. Oder“ einzusenden. Das Kunstcamp des MS Dockville, das Ende Juli 2012 wieder beginnen wird, hat in den letzten Jahren viele Künstler*innen von überall her zusammengebracht und einen Ort geschaffen, an dem gemeinsam gelebt und gearbeitet wird. Dieser Prozess wird dann als Open-Air-Ausstellung mit vielfältigen Veranstaltungs- und Vermittlungsformaten dem Publikum geöffnet. Also, worum geht’s? Entweder Handwerk oder Kunst? Entweder Musik oder Lärm? Entweder Party oder Performance? Entweder oder? Wozu eigentlich? Sendet eure Projektideen bis zum 7. Februar 2012 ein. Ausführliche Infos gibt’s hier.

Außerdem: Letzte Chance! Nur noch bis zum 4.Dezember habt ihr die Möglichkeit Festival-Karten zum Frühbucherpreis zu kriegen!

Voll fett! Unsere neuen Gastbloggerinnen im Dezember

Das Blog der Uni Münster ist (zum Glück) noch nicht ganz durch und wird uns auch den Dezember über noch eine Weile begleiten. Wir freuen uns aber ganz besonders, euch schon mal unsere neuen Gastbloggerinnen für den Monat Dezember ankündigen zu können. Die nächsten 31 Tage wird die Wiener “ARGE Dicke Weiber” hier im Blog schreiben und diskutieren. Die ARGE ist eine Gruppe Frauen, die die Schnauze voll hatten von Schlankheitsterror und Gewichtsdiskriminierung. Die Normierung von Frauen und Frauenkörpern ist für sie Sexismus, den sie seit 2009 als Gruppe gemeinsam bekämpfen. In ihren eigenen Worten:

Die ARGE Dicke Weiber ist eine feministische Initiative dicker Frauen, die sich gegen Gewichtsdiskriminierung und Schlankheitsterror – für Vielfalt und positive Selbstbilder einsetzt. Gegründet 2009 im autonomen FrauenLesbenMädchenZentrum Wien, trifft sich die Gruppe seither regelmäßig jeden 2. und 4. Freitag des Monats, tauscht persönliche Erfahrungen aus, organisiert Veranstaltungen und Aktionen, beteiligt sich an Frauendemos und betreibt einen eigenen Weblog argedickeweiber.wordpress.com.

Die “Argen Dicken Weiber” verstehen sich als Dicken-Aktivistinnen, die beschlossen haben, mit ihrem eigenen Körper Frieden zu schließen und die Lebensbedingungen aller dicken Frauen und Mädchen zu verbessern. Und sie verstehen sich als Feministinnen, die sich allgemein gegen die Normierung und Zurichtung von Frauen und Frauenkörpern, gegen Schönheitsideale und den Missbrauch des Wortes Gesundheit wehren. Denn sie sind davon überzeugt, dass jeder Körper ein guter Körper ist und dass körperliche Vielfalt generell eine Bereicherung darstellt!

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Team Serien: Hey Baby, I need fresh blood – “True Blood” und das Coming-Out der Vampire

Die TV-Serie „True Blood“ nutzt den aktuellen Vampirhype zur Gesellschaftskritik und vergisst dabei nicht, die Zuschauer_innen blenden zu unterhalten.

Ja, es geht um Vampire. Ewiges Leben, ewige Liebe, Triebhaftigkeit, Projektionsfläche für Ängste, Sehnsüchte usw. Ein Konzept, welches in den letzten Jahren in Büchern, Filmen und Serien scheinbar bis aufs Äußerste ausgereizt wurde. Doch eine Serie, die bekennende Fantasy-Hasser_innen bekehrt, die von der englischen Zeitung „Daily Mail“ für ihre „Verdorbenheit, expliziten Sex an der Grenze zur Pornographie und vulgäre Sprache“ gescholten wird und dabei Emmys und Golden Globes abräumt, ließ mich neugierig werden.

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DIY-Music-Ladies – Islaja und Golden Disko Ship

Islaja spielt aus ihrem neuen Album „Keraaminen Pää“ (auf deutsch Keramiktopf, Fonal 2010). Merja Kokkonen, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, in Finnland aufgewachsen und heute in Berlin lebend, fällt durch die einzigartige Ausdrucksweise ihrer Stimme und ihrem Spiel mit der Sprache und den Tönen auf. Islaja geht mit einem DIY-Ansatz an ihre Kompositionen heran. Daraus entsteht eine Musik, in der sich Elemente aus Folk, Elektronik mit abstraktem Glucksen und Gurgeln vermischen. Die One-Girl-Band Golden Diskó Ship, alias Theresa Stroetges, steht mit Guitarre und Laptop auf der Bühne. Ebenfalls in der DIY-Bewegung verwurzelt, klingt ihre Musik zerbrechlich, chaotisch, gleichzeitig schön und traurig. Das „Klangbad“ aus Gesang und minimalistischen Elektro-Beats, ist voller Impressionen aus Island, wo Theresa lebte. So geht auch der Name auf ein verrottetes altes Disko-Schiff zurück, das im Hafen von Reykjavik liegt.

Wann & Wo:
am Donnerstag, den 01.12.2011 im Kater Holzig, Michaelkirchstr. 23 in Berlin, Einlass schon um 19.30 Uhr

No more digital gender gap – das Webmagazin „Frau Lila“ sucht eine/n ProgrammiererIn

Das neue Onlineprojekt “Frau Lila” möchte die Sichtbarkeit von Frauen im Netz stärken und sie ermutigen, aktiv zu werden. Außerdem dreht sich „Frau Lila“ um Gender-Themen wie Steuerrecht, Schönheitsideale und dem Leben mit oder ohne Kinder. Barbara Streidl, Susanne Klingner und Katrin Rönicke, die Initiatorinnen der Netzzeitschrift, sind schon seit Jahren mit dem Blog mädchenmannschaft online präsent. Sie haben damit auch das Bild des Feminismus positiv verändert, was nicht zuletzt mit Preisen (2008 Auszeichnung mit dem Best Of Blogs-Award der Deutschen Welle, Nominierung 2009 für den Grimme Online Award und den Alternativen Medienpreis) honoriert wurde. Die Webfeministinnen vernetzen sich nicht nur online, sondern sind auch offline auf verschiedenen Diskussionsveranstaltungen und Konferenzen anzutreffen. Damit das neue Webmagazin auch technisch einwandfrei aus den Startlöchern kommt, suchen sie eine/n technikbegeisterte/n, kreative/n ProgrammiererIn, die/der eine journalistische Denkweise mit sehr guten PHP-Kenntnisse und einem vertrauten Umgang mit WordPress verbindet. Kontakt: post@fraulila.de

Team Musik: Parental Advisory, Index und FSK – wer entscheidet eigentlich, was als diskriminierende Musik gilt?

Sidos erste LP „Maske“ (2004) steht drauf, „Debil“ (1984) von den Ärzten stand jahrelang drauf und auch eine Atari Teenage Riot LP („The Future of War“, 1997) steht drauf. Cannibal Corpse genauso wie Cotzbrocken, NOFX genauso wie Napalm Death. Manny Marc, Taktloss und King Orgasmus One… die Liste der auf dem Index stehenden Bands und Künstler_innen ist quasi endlos. Aber wer entscheidet eigentlich, was diskriminierend ist und was sind die Kriterien, die hierfür angelegt werden?

In Deutschland wird der Index von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien geführt. Gesetzlich ist es so, dass Meinungsfreiheit und Kunst da aufhört, wo kein Jugendschutz mehr gewährleistet ist. Medien können erst nach ihrer Veröffentlichung indiziert werden. Read more »

Team Film: Einmal alles bitte! Ein bunter Strauß an Kurzfilmen und die schmale Gratwanderung zwischen Unterhaltung und Klischeereiterei

Als am 28. Dezember 1895 eine panisch kreischende Menschenmasse vor einer vermeintlich auf sie zurasenden Eisenbahn aus dem Saal floh, drehten die Gebrüder Lumiere, die grade ihren „Cinematographen“ zum ersten mal der (Pariser) Öffentlichkeit präsentiert hatten, wahrscheinlich gerade lächelnd an ihren Schnurrbärten. Die rasante Entwicklung des neuen Mediums konnte schon erahnt werden, schließlich schien es die vermeintliche Realität abzubilden wie kein anderes. In der Welt des Kinos hat sich seitdem, neben der Tatsache, dass es mittlerweile auch Regisseur_innen gibt, einiges verändert. Zum einen kann uns heute eine Eisenbahn im Kino nicht mal ein müdes Lächeln abgewinnen (auch nicht in 3D). Zum anderen bildet es Raum für verschiedene Genres jenseits der Blockbuster, die einen wachen Blick auf gesellschaftliche Missstände richten und das, was wir für Realität und „gegeben“ hinnehmen, kritisch hinterfragen. Read more »

Missy Konzert-Tipp: Berlin-Premiere von Maria Minerva

Eingeladen wird zur Beerdigung. Die Handschrift der Ecriture féminine hinterlässt deutliche Zeichen: an diesem Abend werden Geschlechterklischees musikalisch zu Grabe getragen. Headlinerin ist die in Estland geborene und in London lebende DIY-Künstlerin Maria Minerva, die auf ihrer 25tägigen Europatour zum ersten Mal auch nach Berlin kommt. Mit ihrer neuen LP „Cabaret Cixous“ – der Name ist an die französische Philosophin Helene Cixous angelehnt – bewegt sie sich irgendwo außerhalb der Geschlechtergrenzen, das Musikblog Pitchfork beschrieb sie als „halb abgeklärte Disco-Diva, halb labilen Weirdo, die als kurioses Ganzes atemlose, keuchende Sexualität verkörpert“. Zum „Mort à la differénce“ rufen neben Maria Minerva an diesem Abend auch aMinus und Kaleid live auf. Gemeinsam mit Joey Hansom, Kool Thing und Petra Flurr hinter dem DJ-Pult werden danach die letzten Geschlechterunterschiede um die Ecke gebracht.

Wann & Wo:

Freitag, den 25.11. um 22 Uhr im Chez Jacki, Berlin, chezjacki.com

Heute: Queere Performance – Club Burlesque Brutal

Seit Jahren performen Miss Bourbon, Cunt, Miss Kottlett, Madame Don Chanel, Dr. Sourial, Frau Professor la Rose, Madame Cameltoe und Rosebutt in Wien. Jetzt fordern sie mit ihrer queeren Show das Publikum im Berliner SO36 hemmungslos heraus. Was auf der Bühne passiert, ist vorher nicht unbedingt festgelegt. In der Performance spielen die queer femmes mit Geschlecht, Körpern, Lust und den darauf gerichteten Projektionen. Lesbisches und queeres Begehren on stage macht auch vor dem Publikum nicht halt. Das exzessive Ausziehen auf der Bühne ist vielmehr ein lustvoller Akt des Zerlegens von heteronormativen Bildern, das auch die Zuschauer*innen mit sich reißt.

am Donnerstag, den 24.11., Einlass um 20 Uhr im SO 36, Kreuzberg, Berlin

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