Editorial 02/14

Liebe Leserin, lieber Leser.

Sie ist so sicher wie die ersten Aprilschauer oder die Barrikaden zum ersten Mai. Jedes Jahr, wenn das Thermometer klettert und das fahle Fleisch gemeinsam mit dem ersten Stangel Spargel Richtung Licht drängt, erscheint die Diät-Bikini-Ausgabe der „Brigitte“. Wie vielen anderen Frauenzeitschriften ist der „Brigitte“ der Dialog mit der Leserin sehr wichtig. Das klingt dann etwa so:
„Geil, endlich wieder Bottermelk Fresh in der Eistruhe. Schleck!“, kreischt die Leserin.
„Sag mal, möchtest du nicht mal wieder was für deine Figur tun?“, meldet die „Brigitte“ leise an.
„Ich? Nö!“
„Wir haben hier aber ein paar tolle Methoden zum Abnehmen und Fitwerden. Ich sag ja nur.“

Die Freundschaft leidet daraufhin ein bisschen, die Freundin muffelt rum, kriegt sich aber wieder ein. Denn Frauen lieben Diäten. Und Verlage lieben Diäten, weil sie die Auflage steigern. Oder etwa nicht?

Deswegen haben wir für diese Ausgabe eine Diät entwickelt. Mit ihr werdet ihr den Ballast in Rekordzeit purzeln lassen. Unser Ansatz: Jede Frau kann unsportlichen Bullshit und Wahnvorstellungen loswerden – wenn sie nur die Einstellung findet, die in ihr Leben passt. Und siehe da – selbst Blogger- innen mit Größe 52 oder ausgemachte Fettmuffel finden auf einmal: Ihre Wampe fetzt. Lasst euch von ihnen neue Lust auf Fett machen.

Stichwort neu: Die aktuelle Ausgabe findet ihr im neuen Look vor – wir haben aufgeräumt und alte Schriften in die Ecke getreten, uns dafür neue Rubrik- seiten und farbige Hinterlegungen zugelegt, das Heft insgesamt noch schlichter und zeitgemäßer ge- staltet. Auch inhaltlich haben wir neu aufgefahren. Eine eigene Seite für Serien. Die Rubrik „Now & Then“ mit Künstlerinnen und ihren Vorbildern. Modemache- rinnen statt Modestrecke.

Wir finden: Das fetzt. Und wälzen unser Fleisch jetzt Richtung Licht.

Eure Redaktion