Editorial 03/15

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Mykki Blanco beim Fototermin in einer Pariser Wohnung. Hier und auch sonst sehr reflektiert. (Foto: Natalie Weiss)

Liebe Leser_innen.

Finanzkrisen sind bei Missy so was wie unsere Spezialität. Dank eurer wahnsinnigen Unterstütz­ung sind Ende Mai allerdings fast 50.000 Euro für „Mehr Missy“ zusammengekommen! Die investieren wir jetzt schön nachhaltig in unsere Netzaktivitäten. Das Ergebnis gibt’s im Herbst zu sehen.

Ein Crowdfunding gab es auch für die nachhal­tige Griechenland-Rettung – leider ohne Erfolg. Es wäre das Wunder gewesen, auf das wir alle seit Wochen warten. Stattdessen spitzt sich die Lage im Herkunftsland von Missy-Mitherausgeberin Margarita Tsomou weiter zu. Drastisch. Also haben wir anderthalb ­Wochen vor Heftabgabe unser eigentliches Dossier-Thema umgeschmissen und fragen jetzt ab Seite 56: Was macht die Krise mit den Frauen?

Von der Dauerkrise, die es bedeutet, wenn die eigene Geschlechtsidentität nicht mit den Vorste­llungen der Mehrheitsgesellschaft zusammengeht, können unsere Titelstars berichten. Mykki Blanco und Laverne Cox sind nicht nur international gefeierte Künstler_innen, sondern auch zwei der wichtigsten Stimmen, wenn es um feministische Kritik an homo- und transfeindlicher Gewalt und Rassismus geht. Warum eine Schwarze Transfrau auf dem Cover des „Time Magazine“ noch keinen Gendersommer macht, lest ihr im Gespräch mit den beiden. Prepare to have your minds blown away.

Wir wachsen und verändern uns derweil auch in der Krise stetig weiter und hoffen, dass euch diese Ausgabe so viele Haha- und Aha-Momente beschert, wie wir sie bei der Arbeit daran hatten. In Liebe,

Eure Redaktion

P.S. In dieser und allen folgenden Ausgaben schreiben wir die Bezeichnung „weiß “ kursiv und „Schwarz“ groß. Wer wissen will, was es damit und mit anderen Begriffen auf sich hat, findet eine ­Erklärung auf www.missy-magazine.de/sprache