Editorial 04/14

 

Liebe Leserin, lieber Leser.

Wir waren uns schnell einig: Einen locker-flockigen Schwerpunkt wird es in diesem Heft nicht geben. Zu traurig sind die Nachrichten aus aller Welt, die täglich in unsere Wohnungen flimmern. Egal, ob aus Syrien, Irak, Palästina, Liberia oder Sierra Leone. Menschen sind auf der Flucht – und das in so hoher Zahl wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Sie machen sich auf einen mitunter lebensgefährlichen Weg, auf dem sie nicht selten ausgenutzt werden. Und wenn sie einmal in Westeuropa angekommen sind, erfahren sie, dass hier keine Willkommenskultur, sondern ein undurchsichtiger Bürokratiedschungel auf sie lauert. All dem wollten wir in unserem Dossier Raum geben. Es ist ein Versuch.

Angesichts der Weltereignisse in Depressionen zu verfallen, hilft jedoch niemandem. Deswegen ist der größte Rest des Hefts erbaulicheren Themen gewidmet. Zum Beispiel unserem Coverstar, der österreichischen Schauspielerin Nina Proll, die in ihrem neuen Film „Talea“ als Exknasti Kontakt zu ihrer Tochter sucht.

Mit Müttern geht es auch weiter: Vier Frauen aus Ostdeutschland sprechen darüber, was sie von ihren Müttern an Emanzipation herübergerettet haben. Und das ist eine ganze Menge. Jedenfalls war es in der DDR keine Frage, dass Frauen über ihren Bauch selbst entscheiden konnten. Westdeutsche PolitikerInnen können das auch im Jahr 2014 immer noch nicht begreifen und stellen sich gegen die Rezeptfreigabe der „Pille danach“. Wie ihr das in Notfällen begehrte Präparat stressfrei bekommen könnt, erfahrt ihr von Silvia Baum.

Weitere Tipps – gegen akute Langeweile, Aktivismusnotstand und Backlash Blues – bekommt ihr auf 114 Seiten.

Eure Redaktion