Magazin

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Missy 04/2016

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Langweilig war uns nie, stets erinnerten uns schreckliche Nachrichten – von der Debatte nach der Kölner Silvesternacht bis hin zu den fast täglichen Terror­anschlägen – daran, dass es noch viel zu tun gibt. Europa schlittert weiter nach rechts. Während wir diesen Text schreiben, stören Mitglieder der soge­na­n­nten Identitären eine feministische Veran­staltung in München, auf der Missy-Redakteurin Stefanie Lohaus einen Vortrag hält. Wie gut, dass wir im Politik­teil ohnehin einen Blick auf die Neue Rechte werfen.

Doch für Missy war 2016 auch ein gutes Jahr: Seit Ende Februar ist unsere neue Homepage online und versorgt euch täglich mit Haltung und Neuigkeiten. Katrin Gottschalk ist nun stellvertretende  Chefredakteurin bei der „taz“, dafür bereichern Anna Mayrhauser und Vina Yun die Redaktion. Wir entschieden uns dafür, ab 2017 von vier auf  sechs Hefte jährlich umzustellen. Und Zuwachs gab  es auch privat: Sonja Eismann brachte im Sommer Magali Golda zur Welt und Stefanie Lohaus wird im November in Elternzeit gehen, so wie auch unsere freie Mitarbeiterin Dominique Haensell.

Ums Kinderkriegen geht es auch in unserem extrastarken Dossier über Reproduktionsmedizin. Moderne Technologien ermöglichen mittlerweile sehr vieles und bieten Alternativen zur Biologie. Eine Befreiung auf gesetzlicher oder gesellschaftlicher Ebene bedeuten diese Veränderungen jedoch nicht – zumindest nicht für alle. Vielmehr formen sich neue Pflichten, einige Normen verfestigen sich, langjährige Kämpfe wie die von Menschen mit Behinderungen werden erschwert. Neue Fragen kommen hinzu, alte, wie die nach dem Recht auf Fortpflanzung, bleiben. Wir wünschen Aha-Momente beim Lesen und freuen uns mit euch auf 2017!

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Dossier: Reproduktionstechnologie

Babys machen:  Sex ist schon lange keine Voraussetzung mehr, um Kinder zu kriegen. Doch nicht immer funktionieren technische Methoden. Für wen gilt eigentlich das proklamierte Recht auf Fortpflanzung? Werden wir befreit oder drohen neue Zwänge? Und wie begegnen wir den feministischen Herausforderungen der globalen Fortpflanzungsindustrie? Mit Beiträgen von Kirsten Achtelik, Judith Köneke, Stefanie Lohaus, Anna Mayrhauser, Jacinta Nandi und  Vina Yun. — 54

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Titel: Margarete Stokowski

Feminsismus, Sex und Anarchie
Von Stefanie Lohaus
Die sexuelle Revolution hat uns eben nicht alle befreit, findet Margarete Stokowski, Kolumnistin mit Biss, Witz und harter Fanbase. Um das zu ändern, hat sie nun ihr erstes Buch geschrieben. — 76

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Aufschlag

Now & Then: Hannah Pilarczyk  über Ellen Willis  — 14

Duales System: Der Shoperfect
Von Ella Carina Werner
Mach mehr aus deinem Typ: Kuratiertes Online-Shopping verspricht Effizienz. Aber nur für Männer. — 15

Typenparade: Black Cracker  — 16
Lieblingsstreberin: Luna Lovegood räumt Hogwarts auf  — 17
Queer Kids on the Blog  — 17

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Kultur

Let It Be Know
Von Vina Yun
Schwarze Menschen existieren im öffentlichen Gedächtnis Österreichs nicht. Auch hier hat der Kolonialismus Spuren hinterlassen. — 19

Jenseits des Willkommens
Von Margarita Tsomou
Die Performancegruppe Schwabinggrad Ballett und das Geflüchtetenkollektiv Arrivati machen gemeinsam Kunst und Politik. — 23

Drei gute Bilder und ein Kind
Von Mascha Jacobs
Ein Biopic erzählt vom Leben der Malerin Paula Modersohn- Becker und von ihrem langen Ringen um Anerkennung. Bis heute hat sich in der Repräsentanz von Frauen im Kulturbetrieb nur wenig getan.— 26

Zusammen mit jungen Darsteller*innen hinterfragt Suna Gürler, wie viel Raum Frauen in unserer Gesellschaft zugestanden wird — 28
Returne The Gaze: Funk, Moderituale und-Dating Apps— 32

SWERF & TERF
Von Hengameh Yaghoobifarah
SWERF und TERF, das klingt zunächst wie „Surf & Turf“. Das ist der Name eines nordamerikanischen Steak- und Meeresfrüchtegerichts, aber auch eine Slangformulierung für Penetrationssex. Tatsächlich stecken hinter diesen Begriffen zwei Akronyme: „Sex Work Exclusionary Radical Feminism“ und „Trans-Exclusionary Radical Feminism“ – ein Radikalfeminismus, der Sexarbeiter* innen und Transpersonen ausschließt. Die Strömung TWERF („Transwomen Erasing Radical Feminism“), spricht sich gegen Transfeminitäten aus und will diese nicht in Frauenräumen und der feministischen Bewegung vertreten sehen. — 31

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Jochen Raiß sammelt Amateurfotografien von „Frauen auf Bäumen“   —  34

Politik

Reporterinnen mit Grenzen
Von Johanna Bröse und Hannah Schultes
Journalistinnen arbeiten in der Türkei unter schwierigen Bedingungen – als Frauen in einer männerdominierten Branche und als unabhängige Reporterinnen unter dem Erdoğan-Regime.— 41

Die Aufwieglerin
Von Carolin Wiedeman
Ada Colau ist seit einem Jahr Bürgermeisterin Barcelonas – und ehemalige Hausbesetzerin. Geht das? — 44

Selfies von vorgestern
Von Kathrin Glösel
Mit ihrer popkulturellen Ästhetik grenzen sich die Identitären deutlich von anderen Neonazi-Gruppen ab. Doch ihr Frauenbild bleibt reaktionär.

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DIY

123: Protestsong schreiben — 49
Reiseführerin: Warschau  — 50

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Anleitung zum Kleben  — 52

Mode

Styleneid: In der Jogginghose chillen mit Neda Sanai —  83

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„Gerechtigkeit lässt sich nicht erkaufen“
Von Miriam Rebecca Zenner
Was macht Mode mit uns als Konsument*innen? In ihrem Buch analysiert die britische
Journalistin Tansy E. Hoskins die Entstehung der Massenmode und das Verhältnis von Körper und Kapitalismus, Werbung und Widerstand.—  84

Sex

Sextest: Love me Tinder  — 87

Wir spritzen zurück
Von Laura Méritt
Ein neues Toy rüttelt am männlichen Monopol auf Inseminieren. Das ändert die Spielregeln.— 88

Edutainment

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Traumfabrik — 91
Musik — 92
Filme und Serien — 97
Literatur — 103
Kunst — 111
Missy präsentiert – 112

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