L-Beach, Tag drei: holidays & politics

Wie immer an Festivals, wird es gegen Ende erst richtig interessant. Man braucht zwei Tage Zeit um sich zu aklimatisieren, sich kennenzulernen und gemeinsame Erfahrungen zu machen, die Gespächsstoff bieten. So habe ich  in den letzten Tagen sehr interessante Frauen kennengelernt. Den trotz der, für meinen Geschmack, etwas zu mainstreamigen Ausrichtung, kamen auf L-Beach eine sehr große Vielfalt an unterschiedlichen Frauen zusammen, die die Chanche nutzten sich zu vernetzen. Ob schweizerische Journalistinnen mit Anspruch, dänisch-caribische Bloggerinnen, Hamburger Femme-Aktivistinnen oder atemberaubende NGO- Agentinnen, die in Russland die queere Bewegung anführen. Irgendwie ist also das Festival aus dem eigenen Motto ” girls, music, fun, holidays” gewachsen. Aber dass hier “holidays” unumgänglich mit “politics” verbunden ist, war während des Festivals immer auf angenehme Art klar  – die Veranstalterin Claudia Kiessel gab sich auf der Pressekonferez bewußt darüber, dass L-Beach auch politische Arbeit für die Community ist. Wie schön also, dass man political correctness mit Urlaub verbinden kann! In diesem Sinne gehe ich jetzt wieder an die Sonne..

bis später Margarita

L-Beach Festival – weiter am Tag: Pool Party

Die Sonne scheint erfreulicherweise durch die Glasdecke des Wasserparadies-Areals am Weissenhäuser Strand. Bei diesem Tropen-Klima denke ich für einen Moment, ich wäre in Skala Eressos: dem Strand auf der griechischen Insel Lesbos, Geburtsort der Dichterin und Frauenliebhaberin Sappho und heutiges lesbisches Urlaubsmekka. Ein durchaus gelungener Simulationsversuch, denke ich, und komme in Stimmung. Die Pool-Party steigt, ein Meer von Bikinis tobt zu Electro. Noch heisser ist es nur noch in einem kleinen Kino innerhalb des Schwimmbads, das queer-feministische Pornofilme zeigt (Maria Beatty, Sadie Lune etc). Man kann nichts sagen, der Ort ist für das Filmgenre sehr gut gewählt…

Das muss jetzt genossen werden, deswegen erstmal.. bis später, Margarita

L-Beach, 16-18.04. Live aus dem Frauenplanet am Pool…

faggets_beide1Wir sind zwar nicht in Los Angeles, aber auf dem L-Beach Festival am Weißenhäuser Strand kann frau auch in Deutschland ein Stück West Coast-Feeling erfahren. Neben dem offenen Meer an der Ostsee ist es, als würde die Welt aus der TV-Serie L-Word Realität werden. „Beach” ist eher rhetorisch gemeint: angesichts der April-Temperaturen findet das Stranderlebnis am Indoor-Pool statt. Der kurze Spaziergang an den Dünen hat mich sehr schnell überzeugt, umgehend wieder das tropische Wasserparadies aufzusuchen.

An die 5000 Frauen sind seit gestern zum größten Indoor-Festival Europas angereist. Angelehnt an amerikanische Frauen-Mega-Partys entsteht hier eine Art Frauenplanet – was, selbst für mich, einer Liebhaberin exklusiver Frauenräume, manchmal etwas scary wirkt.

Das Programm ist so überwältigend wie die Zahl der Besucherinnen. Vier Bühnen, Filmprogramme, Lesungen, Wellness-Angebote und eine kollektive Pool-Party sorgen für einen vollen Urlaubsstundenplan. Die erste Festivalnacht hatte es schon in sich: gestern waren die beiden großartigen Damen von Fagget Fairys zu bewundern, die für ihre „sisters” mit einem extra langen Konzert den Saal rockten.

Nun werde ich den leichten Kater mit der Yoga-Stunde am heutigen Nachmittag bekämpfen. Und freue mich auf MEN mit JD Samson und vor allem auf den Celebrity-Check-Höhepunkt des Tages: Leisha Hailey, alias Alice Pieszecki aus L-Word, spielt am Abend mit ihrer Band Uh Huh Her. L-Word-Heldinnen zum Anfassen…

Bis bald mit freshen News aus dem Beach,
Eure Margarita