Music is my Girlfriend: Missy-CD #01

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Happy Virus

Den Eröffnungstrack liefern die Geschwister Eva und Phillip Milner aus Hamburg. „Happy Virus” verkörpert den typischen Hundreds-Sound: viel Elektronik, ein paar Synthies, ein Klatschen hier, ein Aufatmen dort. Die beiden schaffen mit ihrer Musik eine Welt, die nichtvon dieser ist.

Plaided
It Is Over Toni

Riot Grrrl is not dead und kommt jetzt aus Wien. Veronika und Julia von Plaided lassen es schrammeln und bleiben dabei so gut gelaunt, dass ihre Kolleginnen von Luise Pop und Clara Luzia Beifall klatschen würden. Da setzt man sich erst mal hin, trinkt eine Mélange und geht danach in die Indiedisco.

Austra
Beat And The Pulse

Besser als bei Austra hat die Beschreibung „unter die Haut gehen” selten gepasst: Düstere, treibende Beats lassen den Puls schneller schlagen. Atmosphärischer Synthiepop, wie ihn auch Fever Ray oder The Knife nicht besser können.

Pascal Pinon
I Wrote A Song

Nicht zu glauben, dass die Zwillinge Ákadóttir aus Reykjavik erst 14 waren, als sie „I Wrote A Song” aufnahmen! Ein bisschen süss ist der Song schon, aber wer mit inzwischen 16 Jahren schon so leichtfüssigen Gitarren-Ohrwurm-Pop schafft, hat noch Großes vor sich. „All that terrible shit” singen sie – kündigen sich da die Poprebellinnen von morgen an?

Jeannel
They Come And Change It All

Jedes Land braucht sein Wunderkind: Schweden hat Lykke Li, Österreich Soap&Skin und Deutschland jetzt Jeannel. Seit sie fünf ist, spielt Jeanne Kaiser Cello, später brachte sie sich selbst das Klavierspielen bei. Noch ein paar Jahre später entdeckte sie ihre Liebe für die Kölner Clubszene. Aus all diesen Einflüssen hat Jeannel jetzt einen perfekten Popsong geschaffen.

Natalie Beridze / TBA
What About Things Like Bullets

Natalie Beridze aka TBA befindet sich im Krieg und schießt mit elektronischen Klangpatronen um sich. Die georgische Musikerin rast hier erst wütend durch einen verschneiten Winterwald, entzündet Feuerwerke – und kommt am Ende doch noch zur Ruhe. Der Soundtrack zur nächsten Clubnacht.

Kitty Solaris
Get Used To It

Get used to it? Von wegen. Unsere Titelheldin Kitty Solaris kann sich noch lange nicht an „das gute Leben” gewöhnen. Statt zu arbeiten, Sport zu treiben oder all die anderen Dinge zu tun, die von vernünftigen Erwachsenen erwartet werden, will sie rauchen und trinken. Wer kann das unsympathisch finden?! Leise Akustikgitarrenmelodien treffen auf Bläser und so entsteht ein kleines Meisterwerk. Mit einer derart gesunden Verweigerungshaltung prophezeien wir Kitty Solaris eine goldene Zukunft.

Heidi Mortensen
Et Stykke Mindre

Heidi Mortensen erfindet sich immer wieder neu: Do It Yourself steht bei ihr in allen Bereichen im Vordergrund. Sie spielt nicht nur jedes Instrument auf ihrem Album selbst, sondern betreibt auch ihr eigenes Label Wired Records. „Et Stykke Mindre” ist damit ein echtes Stück handgemachte Nerdmusik.

Lydia Daher
Flüchtige Bürger

„Flüchtige Bürger in statischen Städten. Wir können uns nicht helfen, wir können uns nur retten”, singt Lydia Daher, Musikerin und Lyrikerin aus Augsburg auf diesem Track. Musik und Text ergänzen sich perfekt und treiben die Melancholie zur Vollendung.

Anbuley
Tsakemo

Anbuleys Musik scheint mit ihrem Geburtsort Wien nichts gemein zu haben. Sie singt in ihrer Muttersprache Ga, eine von vielen Sprachen, die in Ghana gesprochen werden. In „Tsakemo” setzt sie sich mit Identität auseinander. Elektronik- und HipHop-Produzent Hen Boogie liefert den Sound dazu.

Chra
Von der Liebe

Der Titel ist Programm: Chra singt volle vier Minuten von der Liebe. Ein würdiger Abschluss. „Was liebt sich, das neckt sich”, heißt es hier, es klingt wie ein vertontes Gedicht. Die Erfinderin des deutschen Elektrochansons.

Texte und Zusammenstellung: Bettina Wilpert

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