Editorial 01/12

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

jemand hat dir auf der Straße tadelnde Blicke zugeworfen, weil du hungrig ein Doppeldeckersandwich runtergeschlungen hast? Du bist nachts gestresst von den schritten hinter dir? Der Trottel aus dem Nebenbüro ist auf einmal dein Chef, auch wenn er kaum seinen Namen buchstabieren kann? Ha-ha-ha, das Leben als weiblich identifiziertes Wesen ist wirklich lustig mitunter.

Dass es trotzdem seit einigen Jahren immer mehr zu lachen gibt, haben wir nicht nur der wachsenden Gleichberechtigung, sondern auch einer neuen Welle verdammt komikbegabter Ladies zu verdanken. Ob auf der Kinoleinwand, in Serien oder auf der Bühne: In den Fußstapfen von Marilyn Monroe und Katherine Hepburn reißen weibliche Witzgranaten wie Tina Fey, Zooey Deschanel, Anke Engelke, Lady Bitch Ray oder Vanessa stern derzeit überall das ruder an sich und bringen unser Zwerchfell schwer in Wallung. Dass Melissa McCarthy gerade mit ihrer rolle in „Brautalarm“ für den Oscar als „Best Supporting Actress“ nominiert wurde, war da nur noch das letzte Schaumkrönchen. Er war eh schon höchste Zeit, dass wir diesen Funny Ladys ein Dossier widmen.

Grund zum Lachen hat im Moment auch unsere aktuelle Titelheldin Speech Debelle. Die britische Rap-Rakete, die mit ihrem Debüt 2009 gleich den renommierten Mercury Preis abräumte, hat nach drei Jahren ein politisch brandaktuelles Album am Start und stellt den offiziellen Song für die Olympischen Spiele 2012. Wenn das kein Comeback ist.

Es soll ja Tage geben, an denen selbst königliche Geschöpfe wie zum Beispiel unsere LeserInnen sich ganz unten auf der Selbstwert-Skala wieder finden. Falls Weglachen alleine nicht hilft, bitte zur Playlist auf S. 88 vorblättern: Dort haben wir die besten Gegenmittel gegen den Ego-Blues gesammelt, die der Popkosmos zu bieten hat – von Lady Gaga bis Queen Latifah.

Wir verbleiben mit freundlichen Grüßen und wünschen euch beste Unterhaltung, interessante Anregung und hoffentlich einige Brüller,

Eure Redaktion