Editorial 03/12

Liebe Leserinnen, liebe Leser.

In unserem Dossier zum Thema Mode halten wir es ganz mit einem Discohit aus dem Jahr 1978: Le freak – c’est chic! Freaks sind diejenigen, die aus dem Rahmen fallen – und das sind, wen wundert’s, erstaunlich viele. Dabei machen es die Fashion Freaks besser als all die angepassten Modehasen. Zum Beispiel gibt es solche, die sich trotz Speckröllchen in heiße Bikinis werfen. Oder all die coolen afrikanischen DesignerInnen, die mit ihren Styles dem amerikanisch-europäischen Modemarkt eine Nase drehen (S. 56).

Mit Tabubrüchen schreiten wir auch in diesem Heft mutig voran: Schwangersein ist zwar keine Krankheit, kann aber zu einigen Unannehmlichkeiten führen (S. 93). Aus erster Hand kann Missy-Herausgeberin Stefanie Lohaus berichten – im September bekommt sie als Zweite im Team Nachwuchs. Deswegen vergrößert sich auch die Redaktion: Online-Redakteurin Katrin Gottschalk bestimmt jetzt auch über gedruckte Seiten.

Wird es ein Junge oder ein Mädchen? Hauptsache, gesund! Denkt sie – noch. Die Marketingetagen in Unternehmen sehen das anders und separieren die Produktewelt streng nach Geschlecht. Blau für Jungs, Rosa für Mädchen ist da nur die Oberfläche des tiefen Sumpfes, in den sich unsere Autorin Ella Carina Werner mit ihrer neuen Satire-rubrik „Duales System“ begibt (S. 19).

In unendliche Tiefen dringt auch die Heldin unserer Titelgeschichte vor: Lady Bitch Ray navigiert sich tagtäglich durch vielfältige Bezeichnungen des weiblichen Geschlechtsteils. Im Interview mit Missy spricht die frisch gebackene Doktorin über ihr neues Manifest in Buchform, „Bitchsm“, und die Erfahrungen von muslimischen Kopftuchträgerinnen in Deutschland (S. 70).

Mit vaginalsten Grüßen,
eure Redaktion.