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Saufen und lächeln

share tweet  Nachdem Chris mich schon so herzlich als Gastbloggerin bei Missy willkommen hieß (trotz der gnadenlosen Niederlage in unserem Tischtennis-Fight auf dem Gendercamp), will ich nun höflicherweise noch einmal selbst ein freundliches „Hallo“ in die Leser_innen-Runde werfen. Ich freue mich, dass ich euch einen Monat lang mit ein paar hoffentlich interessanten Zeilen versorgen darf. Passend …

02.06.10 >

Nachdem Chris mich schon so herzlich als Gastbloggerin bei Missy willkommen hieß (trotz der gnadenlosen Niederlage in unserem Tischtennis-Fight auf dem Gendercamp), will ich nun höflicherweise noch einmal selbst ein freundliches „Hallo“ in die Leser_innen-Runde werfen. Ich freue mich, dass ich euch einen Monat lang mit ein paar hoffentlich interessanten Zeilen versorgen darf.

Passend zu ihrer Frage, wann ich eigentlich schlafe, kommt dieser Post ganz ungeniert zu später Stunde. In der Tat, ich schlafe wenig, was allerdings nicht unbedingt meinem vermeintlich horrenden Arbeitspensum geschuldet ist, sondern oftmals meiner kaum beherrschbaren Sucht nach netten Kleinigkeiten, die das Internet für uns Konsument_innen bereit hält.

Um beim Thema Feminismus, respektive Geschlechterrollen, zu bleiben: Ein guter Freund postete heute auf Facebook folgendes Video. Es zeigt eine unter ihrer eigenen Unbeherrschtheit und Unzufriedenheit leidende Frau, der mit einem Wundermittel zu Besonnenheit und Lebensfreude verholfen wird:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=V0IgdSxtZU0[/youtube]

Frauengold, das zunächst als sogenanntes Herz-Kreislauf-Tonikum ab 1953 rezeptfrei u.a. in Drogerien verkauft wurde, sollte der ehemaligen deutschen (und laut Werbespot offenbar lebensfrohen) Trümmerfrau bei ihrem neuen TrümmerAufgabenfeld, Familie und Haushalt, als tatkräftiger Begleiter zur Seite stehen. Spannend an der Idee des Produktes und seiner Bewerbung finde ich nicht nur die selbstredenden Rollenbilder, die für Frauen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vorgesehen waren, sondern auch wie sich die Werbeindustrie den sich im stetigen Wandel begriffenden Geschlechterverhältnissen angepasst hat. Der obige Clip stammt aus den 1950er Jahren, der nachfolgende dagegen aus den 1960ern:

[youtube width=“425″ height=“355″]http://www.youtube.com/watch?v=r6OczveU0Xg[/youtube]

Mit der einsetzenden Feminisierung der Arbeitswelt hat demnach auch Frauengold eine neue Aufgabe erhalten: Alkohol am Arbeitsplatz ist mit dem lustigmachenden Zaubertrank nicht nur en vogue, sondern nimmt dem Chef gleich die hysterische Zicke ab, mit der sich bisher nur der Ehemann in den eigenen vier Wänden herumplagen musste. Dank Frauengold hält sie die Klappe, lächelt brav und unterwirft sich artig dem Patriarchat. Undenkbar, welche weitreichenden Ausmaße die Frauenbewegung hätte annehmen können, wäre nicht Frauengold souverän in die Bresche gesprungen. Hicks!

Keine Sorge, die deutschen Männer waren nicht allein mit ihren weibischen Nöten. In Großbritannien ging es ähnlich chaotisch zu. Wie, dokumentiert Komiker Harry Enfield für die BBC und setzt sich großmännisch gleich mit in Szene (als Ehemann der vorlauten Göre):

[youtube width=“425″ height=“355″]http://www.youtube.com/watch?v=LS37SNYjg8w[/youtube]

Ich kann nicht für Enfields antisexistische Intention garantieren, verstehe das Video dennoch so. Bei den Frauengold-Clips bin ich mir da allerdings nicht so sicher. Gute Nacht!


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