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Team Alltag: Stöpsel, ohne.binde – Emanzipation der unpässlichen Frau?

share tweet  Na, brauchst auch du allmonatlich den Stöpsel an deinen „kritischen Tagen“? „Selbstverständlich, ich will mich doch nicht von meinen lästigen Tagen stören lassen!“. Die Antwort einer emanzipierten, unabhängigen Frau oder die Antwort einer normierten, angepassten Frau? Klar ist jedenfalls, dass die Menstruation in unserer patriarchalen Gesellschaft tabuisiert wird und deshalb von uns Frauen allmonatlich…

27.04.11 >

Na, brauchst auch du allmonatlich den Stöpsel an deinen „kritischen Tagen“? „Selbstverständlich, ich will mich doch nicht von meinen lästigen Tagen stören lassen!“. Die Antwort einer emanzipierten, unabhängigen Frau oder die Antwort einer normierten, angepassten Frau?

Klar ist jedenfalls, dass die Menstruation in unserer patriarchalen Gesellschaft tabuisiert wird und deshalb von uns Frauen allmonatlich während ein paar Tagen mit viel Mühe unsichtbar, unriechbar und unspürbar gemacht wird – kurz: versteckt. Der Grund ist nicht etwa, weil sie von Grund auf tatsächlich etwas Schlechtes, Ekliges, Mühsames oder Böses wäre, sondern weil sie dazu erklärt wurde.Im Matriarchat wurde die Menstruation noch als etwas Heiliges betrachtet und war Teil der matriarchalen Religion, dem zyklischen Wiedergeburtsglauben. Erst durch den Patriarchalisierungsprozess wurde sie zu etwas Schlechtem, Ekligen und Bösen gemacht. So wurde die Menstruation in der Antike als etwas Giftiges angesehen und galt als Überschuss an Körperflüssigkeit bei Frauen. Mit dem Christentum gewann die Menstruation die Bedeutung der Strafe, welche die böse Eva beziehungsweise die bösen Frauen wegen des Sündenfalls auferlegt bekamen. Im Christentum wurde sie auch als giftig und unheilsam angesehen und so steht in der Bibel, dass, wer eine menstruierende Frau anrührt für sieben Tage unrein sein wird.

Diese Vorstellungen herrschen zum Teil bis heute, so haben zum Beispiel viele Frauen haben während ihrer Menstruation keinen Sex. Mit dem Aufkommen des Bürgertums und der Naturwissenschaften im 18. Jahrhundert wurde die Menstruation weiter pathologisiert. Zudem war sie ein gutes Mittel, die Frauen in die häusliche Sphäre einzusperren – gerade in dieser Zeit, wo sie ja so viele Schmerzen hatten und von einem periodischen Irresein eingeholt wurden…

Und, was haben wir heute davon? Frauen, die sich vor und während ihrer Menstruation unwohl fühlen, die die Menstruation mittels Tampon regelrecht wegstecken, die funktionsfähig und tüchtig ihrer Arbeit nachgehen, die keinen Sex während der Menstruation haben, die nicht über die Menstruation sprechen, die sich von ihrem Zyklus entfremden, sowie ein Staat, der mit der Menstruation Geld macht … Und noch viel mehr, was die Menstruation weiterhin als Tabu und Übel markiert.

Verfasst von: c’est