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Team Schwermetallanalyse: Homoerotische Aspekte der Heavy Metal Musik

share tweet  Heavy Metal gilt allgemein als eine von Männern dominierte Musikrichtung. Seien das die Hörerschaft oder die Künstler. Dementsprechend gilt auch die Musik als überaus männlich. Rauh, laut und oftmals als unmelodisch wahrgenommen, verkörpert Heavy Metal einen Gegenpol zum gefälligeren Pop und Metalheads gelten oft immer noch als Aussenseiter. Beim Auftreten der Angehörigen dieser Kultur …

17.05.12 >

Heavy Metal gilt allgemein als eine von Männern dominierte Musikrichtung. Seien das die Hörerschaft oder die Künstler. Dementsprechend gilt auch die Musik als überaus männlich. Rauh, laut und oftmals als unmelodisch wahrgenommen, verkörpert Heavy Metal einen Gegenpol zum gefälligeren Pop und Metalheads gelten oft immer noch als Aussenseiter. Beim Auftreten der Angehörigen dieser Kultur kann man sich jedoch durchaus fragen, was denn an langen Haaren, schwarzer Schminke und Lederkleidung so überaus männlich ist. Tatsächlich kann man in vielen Aspekten des Heavy Metal homoerotische Elemente finden. Was nun ja gar nicht in das klassische Bild des biertrinkenden, langhaarigen Metalheads passt, gelten sie doch eher als homophob.

Wenn man sich mit Homosexualität und Heavy Metal befasst, kommt man fast nicht um den Namen Rob Halford herum. Dies ist der Frontmann der Urgesteine des Heavy Metal „Judas Priest“ und hat sich 1998 als erster Metalmusiker geoutet und zu seiner Homosexualität bekannt. Für viele ist er darum mitverantwortlich, dass sich die Heavy-Metal-Szene toleranter gegenüber Homosexualität zeigt. Er ist jedoch nicht nur deshalb eine Schlüsselfigur, sondern auch, da er den immer noch typischen Look von Heavy Metal geprägt hat: In den 1980er Jahren begannen er und seine Band Lederkleidung, Ketten und Nieten zu tragen. Was vielen jedoch nicht bewusst war: Halford liess sich von der New Yorker Schwulen- und BDSM-Szene zu diesem Look inspirieren. Interessanter Weise stiess dieser Stil jedoch auf grosse Begeisterung beim Publikum, wurde zahlreich reproduziert und von anderen Musikgrössen übernommen. Enge Lederhosen gehören seither zum Standard.

 

Auch kann man das Auftreten der MusikerInnen und das Transportieren einer übertriebenen Männlichkeit als homoerotisch sehen. So gibt es Bands wie Manowar, die nur knapp bekleidet oder mit freiem Oberkörper auf der Bühne stehen und ihre mehr oder weniger gut gebauten Körper präsentieren und gezielt einen „männlichen“, starken Auftitt hinlegen oder mit einem Motorrad auf die Bühne fahren.

Insbesondere springt einem jedoch das zentrale Instrument einer jeden Heavy Metal Band ins Auge: Die Gitarre. Diese kann als phallisches Symbol betrachtet werden. Dies zeigt sich insbesondere in der Haltung, wie viele Gitarristen ihr Instrument behandeln. Der Hals der Gitarre wird während des Spielens häufig vom Körper weggehalten, während der Körper der Gitarre im Schritt des Gitarristen bleibt. Das Bild eines erigierten Gliedes entsteht. Auch aus musikalischer Sicht können die Gitarren-Soli als sexuell konotiert angesehen werden: Sie bauen sich oft zu einen immer wilder werdenden ekstatischen Zustand auf, um dann in einem Höhepunkt, analog zum Orgasmus zu enden.

 

Als Halford sein Coming Out gab, stand die Metalgemeinde hinter ihm und wendete sich nicht von ihm ab. Dies lässt sich vielleicht auch dadurch erklären, dass sich in diesen Kreisen immer noch eine grosse Zahl an Aussenseitern herumtreiben, welche sich nicht für private Angelegenheiten wie sexuelle Ausrichtung oder Religion interessieren. Natürlich gibt es auch Ausnahmen und Kreise, in denen weniger Toleranz herrscht. Im Grossen und Ganzen scheint dies jedoch kein Problem zu sein. Die Musik steht im Vordergrund.

Neben Rob Halford gibt es inzwischen auch einige andere Künstler und Künstlerinnen, welche sich zu ihrer Homosexualität geäussert haben. So wurde zum Beispiel der ehemalige Sänger der Black Metal Band „Gorgoroth“, Gaahl, 2010 in Norwegen als „Homosexual of the Year“ gewählt. In einem Interview habe er darauf hin gesagt: „I don’t need an award to be myself. But if this can help other people in the same scene as me, it’s a positive thing.“

Auch die Sängerin Otep Shamaya der Band „Otep“ steht offen zu ihrer Homosexualität.

AutorIn: Leza


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