Seitennavigation Katze
Seitennavigation Menu IconMENU
Seitennavigation Search Icon

Laurie Penny liest aus „Fleischmarkt“

„Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen“. Dieser Satz aus Laurie Pennys „Fleischmarkt“ zeigt in wenigen Worten die Besonderheiten ihres bemerkenswerten Manifests. Wir müssen es jetzt nicht nur selber lesen, sondern bekommen auch daraus vorgelesen und zwar von …

16.10.12 >
Foto: London Evening Standard

„Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen“. Dieser Satz aus Laurie Pennys „Fleischmarkt“ zeigt in wenigen Worten die Besonderheiten ihres bemerkenswerten Manifests. Wir müssen es jetzt nicht nur selber lesen, sondern bekommen auch daraus vorgelesen und zwar von der Autorin höchstpersönlich: Laurie Penny macht diesen Oktober für zwei Wochen eine Lesetour durch Deutschland.

Ungeniert revitalisiert sie die gemeinsame „Frauen“-Perspektive, als hätten z. B. schwarze Feministinnen sie nie kritisiert, und bietet eine so schöne Befreiungsvision, dass eine sich verblüfft die Augen reibt. Penny fragt, wie zwischen sexistisch-pornografischen Bilderfluten eine beglückende Sexualität gelebt werden kann. Sie geißelt weibliche Selbstzerstörung als „größte Niederlage des Feminismus in der westlichen Welt“ und schreibt drastische Seiten über weibliche Drecks-und Hausarbeit. Außerdem stellt sie mit einem Kapitel über Transsexualität klar, dass sie keine Essentialisierung einer irgendwie natürlichen Weiblichkeit will, sondern die Auflösung einengender Geschlechterraster.

Laurie Penny ist erst 26 Jahre alt, Journalistin und Bloggerin. Sie ist zornig – auch aus eigener Betroffenheit als Exanorektikerin – und genau. Statt die Hände über plastische Chirurgie oder Fick-mich-Fotos zu ringen, versucht sie zu verstehen, was genau passiert. Die Antworten haben immer mit Ausbeutung, Kaufen, Verkaufen und Macht zu tun. Ihre feministische Kapitalismuskritik ist kein Neuschnee, aber so eingängig geschrieben, dass viele sie lesen werden. Und so könnte „Fleischmarkt“ so manche Diskussion anregen: Zum Beispiel zwischen Frauen, die T-Shirts mit Playboy-Bunnys hassen, und denen, die sie in Sweatshops nähen. (Text: Sabine Rohlf, erschienen in Missy 02/12)

Diskutiert werden, kann sicher auch nach den Lesungen von Laurie Penny. Hier die Tourdaten:

16.10. // Berlin // Georg Büchner Buchhandlung
18.10. // Leipzig // Frauen- & Gender-Bibliothek
22.10. // München // Club Voltaire
24.10. // Hamburg //  Literaturzentrum / Centro Soziale
25.10. // Magdeburg  // Stadtbibliothek
29.10. // Köln // Universität Köln

Laurie Penny „Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus“, aus dem Englischen übersetzt von Susanne von Somm, Edition Nautilus, 126 S., 9,90 Euro.


Beitragsnavigation