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Audienz mit der Queen of Neoswing: Alice Francis auf dem ‚Women of the World Festival‘

Alice Francis ist alles andere als Retro. Denn etwas so kosmopolitisches wie ihr Neoswing Projekt, wäre zu keiner anderen Zeit möglich gewesen.

19.03.13 > Musik,

Alice Francis ist alles andere als Retro. Denn etwas so kosmopolitisches wie ihr Neoswing Projekt, wäre zu keiner anderen Zeit möglich gewesen.

 

An den Produktionen werkeln neben Bandmitgliedern Mr. Goldielocks und Sir Chul-Min Yoo auch gerne mal Musiker in Shanghai oder ein Jazzprofessor aus Chile mit. Und die Homebase der Band ist zwar in Köln, die Durchschlagskraft ihrer Musik aber bei weitem kein nationales Phänomen mehr, wie der Tourenplan für das kommende Jahr mit Konzertterminen von Brighton bis Vancouver beweist. Dass Alice Francis selbst gebürtige Rumänien ist, deren Vater aus Tansania stammt, ist dann eigentlich keine Überraschung mehr. Mit Missy spricht die von der Presse betitelte Queen of Neoswing über sperrige Genrebegriffe, Sehnsuchtsorte und Tabubrüche.

Was unterscheidet euch von Electroswing?

Wir sind eine elektronische Band, trotzdem verstehe ich unsere Musik aber nicht als Electroswing. Die Musik hat einen stärkeren Konzert-Charakter und unsere Tempi sind anders, viel mehr an den Original-Swing angelehnt und nicht so schnell wie Electroswing, der meistens über 100 bpm liegt. Deswegen können auch die ganzen Lindy Hop und Swing Tänzer wunderbar darauf tanzen.
Am Anfang, als ich Electroswing gar nicht kannte  und auch nicht wusste, dass es überhaupt andere Menschen auf der Welt gibt, die ähnliche Musik machen, habe ich mir einfach mal Neo-Charleston einfallen lassen. Der Begriff hat sich aber noch nicht so durchsetzen können. Ich glaube, die Musik lag einfach irgendwie in der Luft und ist dann an allen möglichen Ecken und Enden der Welt entstanden, ohne dass die Leute sich eigentlich kannten.

Warum sind 20er Jahre momentan so beliebt?

Ich glaube, dass gerade die 20er Jahre ein bestimmtes Lebensgefühl ausdrücken. Die 20er waren sehr verspielt und verschnörkelt, und es gab viele Tabus. Frauen hatten sich gerade von der Rolle als Mutter und Hausfrau gelöst und dagegen rebelliert. Heute ist es ganz normal, dass Frauen kurze Kleider tragen, rauchen und trinken.

Du bezeichnest die Flapper Girls als die Provokateure und Punks ihrer Zeit. Was unterscheidet die Rebellion damals von heute?

Auch heute gibt es noch massig Gründe, um zu rebellieren. Wobei ich nicht weiß, ob es den Leuten so bewusst ist. Uns war das auf jeden Fall nicht bewusst, wir haben das einfach gemacht, weil es cool war, es hat uns gekickt. Und dann bin ich in diese Welt eingetaucht und habe mich mit den 20er Jahren befasst und gemerkt, das finde ich total geil und ich kann darin aufgehen. Dabei will ich natürlich nicht das 20. Jahrhundert negieren. Wir benutzen auf der Bühne Sampler und die neuste Technik und ich persönlich liebe Neon-Pink und baue das auch in meine Kostüme ein.

Im Rahmen des diesjährigen Women of the World Festivals in Frankfurt verlost Missy Magazine 2×2 Karten für Alice Francis am 9.4. Schreibt einfach eine Mail an verlosung@missy-mag.de, Stichwort: Lindy Hop. Viel Glück und viel Spaß beim Tanzen!


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