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Dämmermännerung – Neuer Antifeminisumus, alte Leier

Barbara Kirchner rechnet in ihrem neuen Buch ab  – sowohl mit Antifeministen als auch mit denjenigen, die das mit der Emanzipation falsch verstanden haben. share tweet  Ganz anders als der Titel „Dämmermännerung“ von Barbara Kirchners Essay vermuten lässt, schreibt die Autorin nicht nur über die vermeintlich neue Bewegung der Maskulinisten (die aber an alte und extrem…

29.07.14 >

Barbara Kirchner rechnet in ihrem neuen Buch ab  – sowohl mit Antifeministen als auch mit denjenigen, die das mit der Emanzipation falsch verstanden haben.

Ganz anders als der Titel „Dämmermännerung“ von Barbara Kirchners Essay vermuten lässt, schreibt die Autorin nicht nur über die vermeintlich neue Bewegung der Maskulinisten (die aber an alte und extrem rechte Diskussionen anknüpft), sondern auch darüber, was in unserer Gesellschaft falsch läuft und eine wirkliche Emanzipation verhindert.

Besonders sind es die Antifeministen, die stark an konservativen Rollenbildern festhalten. Anhand der Person des Schriftstellers Bernhard Lassahn zeigt Barbara Kirchner auf, wie er und seine Anhänger argumentieren, wenn es um Fragen zur Familie geht und ob homosexuelle Paare Kinder bekommen können. Gekonnt widerlegt Kirchner die Antifeministen und macht deutlich, dass deren Argumentation nicht nur in Hinblick auf die homophoben und antifeministischen Einstellungen abzulehnen ist.

Doch auch an anderen Stellen rechnet Barbara Kirchner ab und das vor allem mit der Gesellschaft. Sie widerlegt Aussagen, die allgemeinhin als „feministisch“ gelten. Zeigt auf, wo der Marxismus falsch verstanden wurde und warum Frauen, die Karriere machen, eben nicht als Emanzipation zu verstehen sind. Dabei macht Kirchner mehr als deutlich, welchen Zwängen die Menschen derzeit unterliegen. Dabei führt sie etwa die kapitalistische Ausbeutung an (das Warten auf die Revolution ist für sie keine Option!). Auch auf die vielgeführte Diskussion, ob bestimmte Verhaltensweisen angeboren oder anerzogen seien, wirft Kirchner einen kritischen Blick.

Auch wenn Barbara Kirchner auf rund 100 Seiten viele Themenfelder und Diskussionen rund um das Stichwort Emanzipation anreißt, gelingt es ihr auf vieles den radikalen Blick zu werfen, der bisher allzu oft gefehlt hat. Dabei macht sie deutlich, warum sich die feministische und alternative Bewegung festgetreten hat.

In diesem Sinne ist auch der Schlusssatz zu verstehen: „Das Schlechte so verändern, daß das, was daran schlecht ist, verschwindet, nennt man abschaffen.“ Also: Ab in den Buchladen und raus auf die Straße!

„Dämmermännerung – Neuer Antifeminismus, alte Leier“ Ein Essay von Barbara Kirchner im konkret literatur verlag Hamburg. 2014. 96 Seiten. 12 Euro. 21 Schweizer Franken.


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