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MISSY rezensiert: Marianne Dissard

Das dritte Album der französisch-amerikanischen Sängerin tritt das Erbe von Sängerinnen wie Françoise Hardy und Jane Birkin an und ist sonst: ruppig, schwierig, gut

25.08.14 > Musik

Von Verena Reygers
Erstmals musikalische Aufmerksamkeit zog Marianne Dissard als Gastsängerin der Desert-Eklektiker Calexico auf sich. Für „Ballad of Cable Hogue“ mimte sie die abgebrühte Westernlady. Da war die gebürtige Französin längst Teil der KünstlerInnenszene in und um Tucson, dem musikalischen Mekka in der Wüste Arizonas. Trotzdem sollte es noch einige Jahre dauern, bis Dissard ihren von Country und TexMex gefärbten Chanson Noir als Solokünstlerin veröffentlichte. Egal wie staubig und von Bands wie Giant Sand, Calexico und Howe Gelb beeinflusst, stets raunte in ihren Songs das Frankophile, schimmerten Nylons und roter Lippenstift hervor.

Auf „The Cat. Not Me“ ist das nun anders. Die Grenzen sind neu gesteckt, denn seit vergangenem Jahr lebt die Musikerin wieder in Frankreich. Entsprechend weniger im Desert verwurzelt wirken die Songs ihres dritten Albums. Dissard konzentriert sich auf das Erbe von Sängerinnen wie Françoise Hardy und Jane Birkin, während Steel Guitar und andere Altcountry-Elemente im Hintergrund agieren. Glatt gebügelt ist hier trotzdem nichts, denn kaum ein Song verzichtet auf verstörende Elemente und tonale Überraschungseffekte. Ruppig und aufbrausend einerseits, geheimnisvoll und zum Rückzug bereit andererseits. Die Katze im Albumtitel ist also eine durchaus passende Metapher zur Stimmung dieser Platte. Entsprechend braucht es Vertrauen und Geduld, sich ihr zu nähern. Marianne Dissard eröffnet diesem Album keinen leichten Zugang, man hat aber eine Ahnung, dass es sich lohnt, diesen zu finden.

Marianne Dissard „The Cat. Not Me“ bei Vacilando ’68 / Grand Harbour. Bereits erschienen.


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