Kamala Khan in „Ms. Marvel“

Sie ist eine 16-Jährige, die sich hinter Klamotten versteckt. Die Haare im Gesicht, die Schultern immer etwas hochgezogen. MitschülerInnen machen ihr das Leben schwer.

Von Katharina Pfannkuch
Manchmal wäre Kamala gern wie die anderen. Aber da sie nunmal nicht dazugehört, will sie wenigstens gute Noten schreiben. Nachts stellt sie selbst verfasste Geschichten über ihre Idole ins Netz. Es geht um Comic-HeldInnen, vor allem um Carol Danvers, die als Ms. Marvel gegen das Böse kämpft. Kamalas Geschichten sind gut. Richtig gut. In der Schule weiß das nur niemand. Da ist sie für alle nur die langweilige Streberin, die darauf achtet, wenig Haut zu zeigen. Die kein Schweinefleisch isst und nicht auf Partys geht. Kamalas Eltern sind pakistanische Muslime, sie selbst ist in den USA geboren.

Bild: Marvel

Eines Nachts schleicht sie sich zu einer Party – nur um dort festzustellen, dass die Coolnessgesetze der Schule auch hier gelten. Traurig und wütend läuft Kamala davon. Und dann, mitten im nächtlichen New Jersey, erscheinen ihr plötzlich Captain Marvel, Iron Man und Captain America. Sie kündigen Kamala an, dass sich ihr Leben ändern wird.

Als Kamala zu sich kommt, trägt sie das Kostüm von Ms. Marvel, kann ihren Körper verwandeln und ihre Gliedmaßen verlängern. Von da an kämpft Kamala gegen Bösewichte. Anfangs noch im Sexbombenkostüm ihrer Vorgängerin unterwegs, schneidert sie sich bald ein eigenes Outfit, in dem sie sich nun durch das Marvel-Universum kämpft, springt und auch mal weint.

Ihre Erfinderin, die 32-jährige G. Willow Wilson, die zum Islam konvertierte, widmet Kamala „all den Geek-Girls da draußen“. Und die danken es ihr: Kamala Khan hatte schon Fans, bevor der erste Comicband mit ihr überhaupt erschien. Tagsüber gehört Kamala noch immer nicht zu den Coolen. Aber das macht ihr nicht mehr so viel aus.

Ins Kostüm von „Ms. Marvel“ sind schon mehrere weibliche Charaktere der Comicfirma Marvel geschlüpft. Kamala Khan hat seit Februar 2014 ihr eigenes Comic-Heft.

Alle Folgen aus der Reihe „Lieblingsstreberin“ gibt es >hier.


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