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Kollektivschwitzen bei Hamamness

Performance-Bühne, Vortragsraum und Spa in einem – geht das überhaupt? Im Hamburger Kampnagel herrschen für elf Tage die Regeln der osmonischen Gesellschaft.

04.06.15 >

Das Hamam steht in der Türkei, dem Iran und arabischen Ländern schon seit Jahrhunderten für einen Ort der Ruhe, der Reinigung und für Rituale. Die Dampfbäder haben aber auch einen starken sozialen Charakter, so sind sie auch heutzutage noch Treffpunkte – mittlerweile sogar in einigen deutschen Städten. Diese in der Regel aufwendig gebauten, marmorierten Räume prägen in aufgeblasener Form vom 3. bis zum 13. Juni den Kampnagel in Hamburg. In drei Räume aufgeteilt finden in diesem Pop-Up-Hamam Performances, Körperarbeit und Diskurs statt. Mit dabei sind unter anderem Online-Missy Hengameh Yaghoobifarah, die Queer-Islam-Spezialistin Saboura Naqshband aus dem aktuellen Heft, die Berliner Performance-Künstlerin Sara Mikolai, die muslimisch-transfeministische Aktivistin Leyla Jagiella und die Hamburger Poetry-Slam-Legende Michel Abdollahi. MISSY sprach während der Aufbauarbeiten mit den Kuratorinnen Nuray Demir und Nadine Jessen über das Projekt.

Foto: Anja Beutler

MISSY: Wie darf man sich Hamamness vorstellen?
Hamamness-Team: Heiß, feucht, auf- und anregend.

Wie seid ihr auf das Konzept gekommen?
Das Konzept hat viele Autor_innen und Gehirne. In vielen Gesprächen und Inspirationen transformiert sich jetzt endlich das Luftschloss in einen realen Raum. Es ist ja eher ein Prozess, weniger ein Projekt. Und es schwirrt schon sehr lange in unseren Köpfen: Es dauerte Ewigkeiten, um das Geld zu organisieren.

Wer wird in den verschiedenen Räumen auftreten?
Bisher sind 36 verschiedene Personen eingeladen mit unterschiedlichen Skills: Performance, Physiotherapie, Musikwissenschaft, Philosophie,… Der Prozess geht natürlich immer weiter, wir müssen nur versuchen, das Budget im Auge zu behalten.

Foto: Anja Beutler

Warum ist ein Projekt wie dieses wichtig?
Wichtig finde ich ein seltsames Wort. Ich denke, ein experimenteller Erfahrungsraum mehr kann auf jeden Fall nicht schaden, also einen Rahmen zu schaffen, in dem es um innere Prozesse geht, aber gleichzeitig auch kollektiv erfahrbar ist.

Was habt ihr euch beim Dresscode gedacht?
Wir wollen kollektive Intimität erzeugen, aber niemanden zwangs-intimisieren. Deshalb gibt es individualisierte Pestemals – keine Wellness-Uniformen. Ob Publikum oder Presse, alle tragen Badekleidung.

Wen möchtet ihr ansprechen, wen erwartet ihr?
Wir bieten vorhandenen, aber unterrepräsentierten Positionen einen experimentellen Rahmen – und ein aufgeschlossenes, neugieriges, progressives Publikum!

Wir freuen uns auf jeden Fall schon!


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