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Das E-Wort

Regelschmerzen gehören nicht „dazu“, sondern sollten ­abgecheckt werden. Eine Endometriose-Aufklärungsstunde.

06.03.17 > Körper

Von Bettina Enzenhofer

Obwohl Endometriose die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung ist, haben sehr viele Betroffene einen jahrelangen Leidensweg hinter sich, ehe sie die richtige Diagnose erhalten. Seitdem ich das Krankheitsbild kenne, werde ich hellhörig, wenn mir jemand von starken Regelschmerzen erzählt, die nur mit Medikamenten ertragen werden, oder von der schmerzbedingten Unmöglichkeit, während der Menstruation bei der Arbeit zu erscheinen. Schlimme Bauchkrämpfe während der Tage seien doch völlig normal, sagen eure Bekannten und Freund*innen? Und auch Ärzt*innen reagieren auf eure Schmerzschilderung nur mit Unverständnis? Dann helfen euch die folgenden Infos weiter.

Endometriose fühlt sich schlimmer an als eine Axt im Bein. © Johanna Benz

Beschwerdebild Nummer eins einer Endometriose sind heftige Unterleibsschmerzen, insbesondere vor oder während der Menstruation. Auch oft vertreten: eine sehr lange oder starke Periode, Schmerzen beim penetrativen Sex, eine generelle Infektanfälligkeit oder Beschwerden beim Pinkeln oder Stuhlgang. Die Unterleibsschmerzen können bis in den Rücken oder die Beine ausstrahlen, in jedem Zyklus unterschiedlich stark und von Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen begleitet sein. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch könnte in einer Endometriose begründet liegen. Letztlich wirkt sich die Erkrankung negativ auf die allgemeine Lebensqualität aus. Das psychische Wohlbefinden, Berufs- und Alltagsleben, soziale Beziehungen, Partner*innenschaften und das Sexualleben können stark in Mitleidenschaft gezogen sein.

Etwa zehn bis 15 Prozent der (cis) Frauen im gebärfähigen Alter haben Endometriose. Anna ist eine klassische Endo-Patientin: „Ich hatte schon immer starke Regelschmerzen, aber mit 18 wurden sie so schlimm, dass ich trotz vieler Schmerzmittel nur mehr stöhnend im Bett lag. Ärzt*innen haben mir nur pro forma ein paar Fragen gestellt und Parkemed verschrieben. Dass es Endometriose gibt, habe ich erst spät über das Internet erfahren.“ Ihre Erfahrungen decken sich mit denen von Martina Schröder vom Feministischen Frauengesundheitszentrum (FFGZ) in Berlin: „Menstruationsbeschwerden werden nach wie vor nicht ernst genommen, obwohl hiervon viele junge Frauen betroffen sind. Leider wird heute immer noch in der gynäkologischen Praxis vermittelt, dass das normal sei, und die Pille verschrieben, ohne den Gründen wirklich nachzugehen. So wird auch die Diagnose der Endometriose verschleppt. Das Ausmaß wird oft erst dann deutlich, wenn Frauen die Pille absetzen und die Beschwerden massiv auftreten.“

Zwischen vierzig und sechzig Prozent der Patient*innen mit starken Regelschmerzen haben Endometriose. Im Durchschnitt dauert es zehn Jahre, bis sie erfahren, dass ihre Schmerzen Symptom einer Endometriose sind. In ihrem Körper siedeln sich Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter an und wuchern dort, zum Beispiel an der Vagina, den Eierstöcken, Eileitern, Darm oder Blase. Genauso, wie das Endometrium auf Hormone reagiert, sich aufbaut und letztlich bei der Periode abblutet, machen das auch die Endometriose-Herde außerhalb der Gebärmutter, wodurch es zu Entzündungen, Verwachsungen und Narben kommen kann. Doch obwohl die Herde auch auf andere Organe übergreifen können, ist eines wesentlich: Endometriose ist eine gutartige Erkrankung.

Warum das alles in manchen Körpern passiert? Das ist bis heute ungeklärt. Es gibt zwar unterschiedliche Theorien zur Krankheitsentstehung (etwa Hormonstörungen, erbliche Veranlagung, Rückstau des Menstruationsbluts), doch wissenschaftlich konnte bisl…

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