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Now & Then: Kat Frankie über Missy Elliott

„Don’t give a fuck!“ lautet das Motto von Musikerin Kat Frankie und ihrem großen Vorbild: Missy Elliott.

08.02.18 > Musik

Protokoll: Verena Reygers

Missy Elliott ermutigt mich als Produzentin. Die meisten kennen sie als Rapperin, aber kaum jemand weiß, für wen sie als Produzentin oder Songschreiberin gearbeitet hat. Sie ist ein Powerhouse! Sie hat sich nie davon beirren lassen, nicht in das Schema der klassisch attraktiven weiblichen Musikerin zu passen, sondern hat einfach ihr Ding gemacht.

Kat Frankie © Sabrina Theissen

Es hieß ja immer, der HipHop-Musiker Timbaland sei ihr Produzent, aber Timabland war der Koproduzent! Sie haben die Sachen gemeinsam gemacht, ohne dass Missy Elliott je die entsprechende Anerkennung bekommen hätte. Das war schon bei ihrem Einstieg ins Musikgeschäft so: Sie hat für Raven Symoné einen Song produziert und einen Rap-Part übernommen. Aber als die Plattenfirma das Video zum Song gedreht hat, besetzten sie ihren Rap-Part mit einem jungen, schlanken Model. Was machst du da? Erfüllst du die Erwartungen dieser Menschen oder gehst du deinen eigenen Weg? Missy Elliott ist so sehr sie selbst und ich bin sicher, sie weiß, dass sie dadurch eine Außenseiterin ist, aber sie macht einfach ihre Arbeit.

Missy Elliott © Derek Blanks

Das erste Mal von ihr gehört habe ich, als „Get Your Freak On“ erschien, aber erst sehr viel später habe ich begriffen, was sie alles drauf hat. Auch wenn wir unterschiedliche Genres bedienen, teilen wir eine ähnliche Attitüde. Ganz nach dem Motto: „Don’t give a fuck und vertraue deiner Vision!“ Bedenkt man, dass es immer noch wenige Produzentinnen gibt, ist sie natürlich ein großes Vorbild. Für mein erstes Album habe ich mit einem Produzenten zusammengearbeitet, von dem ich sehr viel gelernt habe. Ergo dachte ich, das kann ich auch alleine. Und die beste Art, produzieren zu lernen, ist, selbst zu produzieren – seitdem mache ich das.

Kat Frankie, 1978 in Australien geboren, zog Mitte der 2000er nach Berlin. Anfangs in der Antifolk-Szene der Hauptstadt beheimatet, hat die Autodidaktin inzwischen Gitarre und Folk um Loopstation, Soul, Jazz und Pop erweitert – zu hören auf ihrem soeben erschienenen neuen Album „Bad Behaviour“ (Grönland Records).

Melissa Arnette „Missy“ Elliott, geboren 1971 in Virginia, hat den HipHop-Olymp u. a. mit Produktionen für Aaliyah, Destiny’s Child, Whitney Houston oder TLC erklommen. 1997 veröffentlichte sie ihr legendäres Solodebüt „Supa Dupa Fly“.

Man könnte denken, die fehlende Anerkennung, die Missy Elliott erfahren musste, ist den 1990er-Jahren geschuldet – aber viel verändert hat sich seitdem nicht. Ich habe neulich ein Interview mit Grimes gelesen, in dem sie sagt, sie arbeite ungern mit anderen, weil sie fürchte, die heimsen statt ihr die Lorbeeren ein. Das ist eine total berechtigte Angst. Ich bin sicher, wenn ich mit jemand anderem zusammenarbeite, bekommt er die Anerkennung. So wie bei meinem Sideprojekt KEØMA, das ich gemeinsam mit dem Musiker Chris Klopfer mache. Immer wieder denken die Leute, Chris sei der Produzent und ich die Sängerin. Dabei ist es genau umgekehrt.

Ich versuche, die bestmögliche Produzentin sein, aber ich will es auf meine Art sein. Dieses Ziel selbstbewusst zu verfolgen, daran erinnert mich Missy Elliott. Jedes Mal, wenn ich zweifle oder verunsichert bin, schaue ich sie mir an – und mache mich dann wieder an die Arbeit.

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