Über die Grenzen

In „Fannys Reise“ flüchten Kinder vor Gewalt und Krieg – ein Thema, das derzeit wieder hochaktuell ist.

12.09.18 > Film & Serien

Von Isabella Caldart

Sommer 1943: In der unbesetzten Zone Frankreichs leben jüdische Kinder in einem Internat relativ unbehelligt vom Zweiten Weltkrieg. Doch als die Deutschen immer näher rücken, müssen sie fliehen. Ihr Ziel: die Schweiz. Die Umstände wollen es, dass sie auf ihrem Weg bald nicht mehr von Erwachsenen begleitet werden. Nun liegt es an der 13-jährigen Fanny, Verantwortung für acht Kinder und Jugendliche zu übernehmen. Sie lernen schnell, dass ihre einzige Möglichkeit zu überleben in Solidarität und Hoffnung liegt.

© Nicolas Schul

„Fannys Reise“ ist ein eindringlicher, packender Film über junge Menschen, die allen Widrigkeiten zum Trotz über sich selbst hinauswachsen. Unerwartete Hilfe, Zufälle und Glück, aber auch viele Rückschläge begleiten die Kinder auf ihrem beschwerlichen Weg über die Grenze. Neben der gelungenen Kameraführung, die mal die Weite Südfrankreichs zeigt, dann wieder ganz nah bei den Kids ist, sind es vor allem die hervorragenden Jungschauspieler*innen mit ihren großen, ernsten Augen, die aus „Fannys Reise“ erstklassiges Kino machen.

Fannys Reise FR 2016. Regie: Lola Doillon. Mit: Léonie Souchaud, Cécil de France, Ryan Brodie, Fantine Harduin, Anaïs Meiringer u. a., 94 Min., DVD & Blu-ray, Atlas Film, VÖ: 07.09.

Der Film von Lola Doillon beruht auf den Memoiren von Fanny Ben-Ami („Le Journal de Fanny“) und somit auf wahren Begebenheiten: Die Organisation, die Kinder vor dem KZ rettete und in die Schweiz und andere Länder schmuggelte, gab es wirklich. Das mehrfach ausgezeichnete Drama erinnert die Zuschauer*innen daran, dass es selbst in brutalsten Zeiten Menschen gab, die bereit waren, ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen, um das anderer zu retten.

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