Von Isabella Caldart

„Whatever Happened To Interracial Love?“ lautet der Originaltitel von „Nur einmal“. Er verweist auf die Motive in Kathleen Collins‘ Kurzgeschichtenband: Liebe und „Hautfarbe“ und damit verbunden die kurzzeitige Hoffnung auf dem Höhepunkt der Bürger*innenrechtsbewegung im Sommer 1963, Liebe könne Rassismus und Segregation überwinden.

© Douglas Collins

In stilistisch variierenden Storys, die aus diversen Perspektiven – meist aber aus der junger Women of Color – geschildert sind, schreibt Collins über internalisierten Rassismus, den Einfluss von Politik auf Privates und die Bedeutung von Privilegien – zeitlose Themen also. Der Plot ist dabei zweitrangig, Innensicht und Beziehungen der (ambivalenten) Figuren stehen im Mittelpunkt. Und immer wieder die „Hautfarbe“ – obwohl kaum weiße Menschen auftreten, spielen sie in der Selbstwahrnehmung der People of Color eine große Rolle. Vor der Lektüre sollte man allerdings wissen, dass sich Übersetzer*innen und der Schweizer Verlag dazu entschieden haben, den Duktus der Kurzgeschichten den Sechzigerjahren anzupassen und daher die Bezeichnung „Farbige“ recht häufig vorkommt.

Kathleen Collins „Nur einmal“ Aus dem amerikanischen Englisch von Brigitte Jakobeit und Volker Oldenburg. Kampa, 192 S., 20 Euro

Nahezu dreißig Jahre lang lag der Nachlass von Collins, die 1988 im Alter von nur 46 Jahren verstorben war, unangetastet in einem Koffer. Als ihre Tochter diesen öffnete, entdeckte sie einen wahren Schatz an Storys, Drehbüchern und Filmen. 1982 war Kathleen Collins eine der ersten Schwarzen Frauen, die bei einem Spielfilm Regie führte, doch erst 2015 konnte ein breiteres Publikum „Losing Ground“ sehen. Film wie Storys zeigen: Es gibt von Collins vieles, das sich zu entdecken lohnt.