Seitennavigation Katze Musik
Seitennavigation Menu IconMENU
Seitennavigation Search Icon

Singlepremiere: Lafawndah „Daddy“

Die Single „Daddy“ ihres Albums ANCESTOR BOY ist ein gewaltiges Stück musikalischer Forschung.

15.01.19 > Musik

Von Misheel Enkh-Amgalan

2018 war bereits ein heftiges Jahr für das Multitalent Lafawndah: Sie spielte unter anderem in der Londoner South Bank, avancierte zu ihrer eigenen Regisseurin für das Musikvideo ihrer Single „Joseph“ und schlug die Brücke zwischen Musik und Film durch die Zusammenarbeit mit dem legendären Komponisten Midori Takada in „Le Renard Bleu“ (mit KENZO und Partel Oliva). Das Projekt „Ceremonial Blue“ wird eine vollständige Produktionsperformance sein, die ihr ab April bei einem Abstecher nach London bewundern könnt.

Lafawndah auf dem Cover ihres neuen Albums © Mathilde Agius

Man hätte erwarten können, dass sich Lafawndah noch ein wenig Zeit lässt mit der nächsten Bombe, doch sie beginnt das neue Jahr mit einem echten musikalischen Feuerwerk. Die Single-Auskopplung „Daddy“ aus ihrem Debütalbum „ANCESTOR BOY“, das am 22. März 2019 über ihr eigenes Label erscheinen wird, ist eine stimmungsvoll-dichte Mischung aus Pop- und Clubmusik. Irgendwie entspannend, irgendwie erotisch, vor allem aber brilliert der Song durch etwas fast schon Mystisches:

„Daddy didn’t tell you, he didn’t know, Mama couldn’t tell you but it’s time to know, now is the time for you to know“

Der Refrain greift diese Ahnung wie ein sich wiederholendes Mantra auf, doch es wird nie klar ausgesprochen, für welche Offenbarung die Zeit nun reif ist. Lafawndah beschäftigt sich in dem Song mit Ängsten um neues Terrain und gefährlichen Einsichten, sie vollzieht dabei die emotionalen Phasen eines Reifungsprozesses – die Intimität, das Lossagen des elterlichen Schutzes, die Angst.

„Daddy“ ist experimentalistisch und aufregend, es bietet bereits einen eindrucksvollen Vorgeschmack auf „ANCESTOR BOY“, ein Album, das an Maximalismus kaum zu übertreffen sein soll und den Pop neu interpretiert. Lafawndah selbst sagte mal in einem Interview: „I grew up listening to non-western music, so pop music is what’s exotic to me.“ Das Album erkundet den Pop weder imperialistisch noch territorial. Die Halbägypterin Halbperserin durchläuft eine musikalische Geschichte zwischen Los Angeles, Mexico City, New York, London und Paris; und es lässt sich nur hoffen, dass sie nicht allzu schnell irgendwo ankommen wird.

Wir schreiben ohne Rücksicht auf Verluste und das machen wir mit Absicht! Das bedeutet aber, dass wir kein fettes Anzeigengeschäft machen, denn leider gibt es nicht viele Firmen, die heute schon fortschrittlich genug sind, um auf ein queer-feministisches Heft zu setzen. Kein Wunder, dass kein anderer Verlag ein Heft wie Missy herausgibt. Jetzt unabhängige, feministische Berichterstattung unterstützen und ein Missy-Abo abschließen.

Beitragsnavigation