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Nazis wegbaden

In Zeiten des Rechtsrucks wird Self-Care ­politisch. Denn Nazis wollen, dass es uns elend geht.

17.01.19 > Kommentare

Von Jacinta Nandi
Illustration: Josephin Ritschel

Der Hausarzt erklärt mir, dass meine Schilddrüse total im Arsch ist. „Echt?“, sage ich. „Haben Sie denn gar keine Symptome bemerkt?“, fragt er. Er klingt neugierig. „Probleme bei der Gewichtsabnahme vielleicht? Selbstmordgedanken?“ Ich starre ihn an und denke nach. „Doch, aber ich dachte, dass das an der Politik liegt.“

Chemnitz, Seehofer, Verfassungsschutz, Verwandte in England, die die Burka verbieten lassen wollen, Schriftstellerkolleg*innen in Deutschland, die denken, dass nicht alle, die

„Ausländer raus!“ rufen, Nazis sind. Es gibt viele dunkle Tage derzeit. Dunkle Tage, an denen du zum tausendsten Mal hörst, dass der Grund, weshalb es Nazis gibt, du bist. Denn du findest Nazis kacke, und deswegen bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, als Nazis zu sein. Dunkle Tage, an denen Freund*innen dir sagen, dass es den Ort nicht gibt, an den du auswandern kannst, um in Sicherheit zu sein. Dunkle Tage, an denen ich nicht mehr schreiben will, nicht mehr kämpfen kann. Manchmal ist es so schlimm, dass ich meine Haut dafür hasse, dass sie nicht weiß ist. Tage, an denen ich mich gerne schälen würde, um weiß zu werden, um mich nicht mehr für Politik interessieren zu müssen.

©Josephin Ritschel

Was mache ich, um die…

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