Homopunks united

Punk war schon immer weiß, heterosexuell und männlich? Mitnichten, erklärt Philipp Meinert in seinem Buch.

Von Isabella Caldart

Wer an Punk denkt, hat zumeist ein klares Bild vor Augen: Ikonen wie Sid Vicious oder Johnny Rotten, hypermaskulin, weiß, heterosexuell, aggressiv. Doch Philipp Meinert, Autor von „Homopunk History“, weiß: Die Punk- und die LGBTIQ-Szenen haben sehr viel mehr gemein, als es auf den ersten Blick scheint. Das fängt bereits bei der Terminologie an: Sind doch historisch gesehen „Punk“ und „queer“ abwertende Begriffe, die umgedeutet und

neu angeeignet wurden. Fundiert recherchiert stellt Meinert auf vierhundert Seiten beide Bewegungen gegenüber und gleicht sie mit allgemeinen sozialen Entwicklungen ab. Akzeptanz und Ablehnung von Queerness im Punk verlief immer analog zur Gesellschaft, deren Anerkennung nahm entsprechend in den 1970ern im Zuge der erstarkenden Emanzipationsbewegungen zu und danach wieder ab, wie der Autor ausführt.

©Sven Serkis

Von den 1960er-Jahren bis heute dokumentiert Meinert vor allem die Punkszenen in New York, Los Angeles, London, Westberlin und der DDR. Er blickt dabei auf die gesamte Geschichte, von den Anfängen mit Künstler*innen wie Lou Reed, der tradierte Genderrollen aufbrach, über Jayne County, einer trans Koryphäe,…

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