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Die Kinematografin

Judith Benedikt erzählt gerne in Bildern.

20.02.19 > Arbeit

Von Vina Yun

Wie bist du Kamerafrau geworden?
Ich habe mit zwölf Jahren begonnen zu fotografieren. Dann war ich bei einem Videoworkshop und habe gemerkt, dass beim bewegten Bild mehr möglich ist. Später habe ich an der Filmakademie in Wien Bildtechnik und Kamera studiert. Ich bevorzuge die englischsprachige Bezeichnung Director of Photo­graphy (DoP) oder Cinematographer – Bildgestalterin oder Kamerafrau klingt sehr technisch.

Wie sieht der Frauenanteil im Kamerabereich aus?
Beim Österreichischen Kameraverband sind nur sechs Prozent Frauen, in Deutschland ist der Anteil etwas höher. In der Ausbildung ist das Geschlechterverhältnis halbwegs ausgewo­gen, aber im Berufsalltag verschwinden die Frauen. Das betrifft auch Regisseurinnen und Produzentinnen. Tendenziell wird man als Ka­merafrau eher von Regisseurinnen als von Regisseuren angefragt.

© Carolina Frank

Kannst du von deiner Tätigkeit gut leben?
Mittlerweile ja. Kamera ist in Österreich und Deutschland anstellungspflichtig, aber es gibt auch Kameraleute, die selbstständig arbeiten und ihr eigenes Equipment mitbringen. Oft bin ich nur für einen Tag beschäftigt – mein kürzester Dreh hat vier Minuten gedauert –, je nach Filmprojekt bis zu ca. einem Monat. Ich arbeite viel im Dokumentarfilmbereich, da ist die Arbeit häufig zergliedert: Man dreht mal hier einen Tag, da eine Woche lang. Daher habe ich meist mehrere parallele Anstellungsverhältnisse, bis zu sechs oder sieben verschiedene Arbeitgeber*innen im Monat. Es gibt selten Drehtage, die acht Stunden gehen, üblicher sind zehn, zwölf, bisweile…


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