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Pop und Quantenphysik

Die Künstlerin Hito Steyerl hinterfragt Bild- und Blickregime
und wird nun mit dem Käthe-Kollwitz-Preis geehrt.

21.02.19 > Kunst

Von Nine Yamamoto-Masson

Der Käthe-Kollwitz-Preis geht 2019 an die deutsche Künstlerin, Filmemacherin, Autorin und Theoretikerin Hito Steyerl – und wir jubeln wie auch schon im letzten Jahr, als Adrian Piper die Auszeichnung erhielt. Anlässlich der Ehrung widmet die Akademie der Künste in Berlin Hito Steyerl eine Soloausstellung. Eine gute Gelegenheit, sich mit ihrem Oeuvre zu beschäftigen, das die Künstlerin teilweise auch online für das Publikum zugänglich gemacht hat.

Hito Steyerl (geboren 1966 in München) studierte Kinematografie, Dokumentarfilmregie und Philosophie. Heute ist sie Professorin für Expe-rimentalfilm und Video an der Universität der Künste Berlin. Seit den 1990er-Jahren erkundet sie das Spannungsfeld von Sehen, Sichtbarkeit und deren Bedingungen (insbesondere im digitalen Zeitalter), Macht, Kapital und Gewalt. In ihren essayistischen Dokumentarfilmen, Texten, Performances und multimedialen Installationen setzt sich Steyerl mit der komplexen Politik von medialen Bildern und Bildtechnologien ausein- ander. Sie zeichnet nach, wie Bilder bzw. digitale Daten zirkulieren und in welchem Zusammenhang sie zur Wirklichkeit stehen: Einerseits sind sie Abbild, andererseits bringen Bilder Realitäten auch hervor und konstruieren als Artikulation von Macht unsere Welt mit.

©Trevor Paglen Courtesy of the artist; Esther Schipper, Berlin; Andrew Kreps Gallery, New York

Bild- und Blickregime entsprechen in dieser Hinsicht ökonomischen und politischen Kräftebeziehungen. Auf ebenso originelle wie scharfsinnige Weise zeigen Steyerls Arbeiten – oft über unerwartete Gegenüberstellungen, etwa von Popkultur und Quantenphysik, europäischer Philosophie des 17. Jahrhunderts und heutiger Virtual Reali- ty –, wie erschreckend eng diese mit Staats- und Kriegsgewalt verflochten sind.

In der Ausstellung werden u. a. die Multimediainstallation „Hell Yeah We Fuck Die“ (2016) und der Film „Die leere Mitte“ (1998) zu sehen sein. Angesichts der anstehenden Veranstaltungen zum Thema 30 Jahre Mauerfall ist dieser Film besonders relevant, weil er sich mit den Veränderungen des Potsdamer Platzes in Berlin seit dem späten 18. Jahrhundert auseinandersetzt und aufzeigt, wie in jeder Ära unterschiedliche Gruppen von Menschen durch neue Grenzziehungen marginalisiert und unterdrückt wurden. Im konkreten Fall werden in den 1990er- Jahren Eingewanderte und Minderheiten in den Blick genommen, de…

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