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Flexibel hin- und hergeschoben

Daria Bogdanska füllt mit Themen wie Gewerkschaftliche Organisation und Arbeitsrecht Lücken in der Comicwelt.

12.04.19 > Comics,

Von Friederike Mehl

Daria ist Mitte zwanzig und führt ein turbulentes Leben. Mit 15 hat sie die Schule geschmissen und ist aus ihrem gewaltvollen Elternhaus abgehauen. Nachdem sie ihr Geburtsland Polen verlassen hat, lebt sie in verschiedenen europäischen Städten. Dort hält sie sich in der alternativen Szene über Wasser. Nun will die junge Frau noch einmal von vorn beginnen. Als sie an der Kvarnby Comics School, einer Kunsthochschule in Malmö, angenommen wird, sieht sie ihre Chance gekommen. Sie zieht in die südschwedische Stadt, findet ein WG-Zimmer und hat schnell Zugang zur Punkszene vor Ort.

Der Neustart könnte so einfach sein. Aber Schweden ist teuer, Daria pleite und die Jobsuche der Horror. Daria hat keine Steuernummer, weil sie nicht legal angestellt ist. Und sie bekommt keinen legalen Job, weil sie keine Steuernummer hat. Um ihren Unterhalt zu

verdienen, jobbt sie schließlich ohne Arbeitserlaubnis als Kellnerin. Der Restaurantbe- sitzer bezahlt sie mies. Ihre ebenfalls illegal beschäftigten Kolleg*innen aus Nicht-EU-Ländern bekommen noch weniger Geld und sind noch abhängiger von ihrer Stelle. Alle haben Angst, offen gegen den Chef aufzutreten. Doch bald kann sich Daria mit der Situation nicht mehr abfinden und beginnt, sich zu wehren.

Daria heißt im wahren Leben Daria Bogdanska und hat in dem autobiografischen Comic „Von Unten“ (Original: „Wage Slaves“) ihr erstes Jahr in Schweden dokumentiert. Stilistisch mutet der Band durch die Schwarz-Weiß-Zeichnungen klassisch an. Dazu ist er recht textlastig (etwa zur Hälfte auf Englisch, leider ohne Übersetzung). Dies wird jedoch ausgeglichen durch die Dynamik, mit der sich Comic-Daria durch ihre Story bewegt.

Seitdem „Von Unten“ 2016 erstmals erschien, befindet sich das Buch auf Erfolgskurs. Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt und 2018 für den Hauptpreis des Internationalen Comicfest…


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