Soulfood: Svenja Gräfen liebt Pizza

Die Schriftstellerin und feministische Aktivistin über Hefeschmelz, Porridge und Selfcare.

Protokoll: Anna Mayrhauser

Eigentlich esse ich alles gern, was vegetarisch und kein Staudensellerie ist, aber manchmal finde ich es anstrengend, darüber nachzudenken, was ich denn als Nächstes einkaufen und essen könnte. Selbst zu kochen stresst mich eher, statt mich zu entspannen, obwohl ich gar nicht so schlecht darin bin. Viel zu oft bin ich einfach schon zu hungrig, wenn ich mit dem Gemü- seschnippeln anfange, und dann macht es wenig Spaß. Außerdem mag ich es nicht, nach Rezept zu kochen, daher ist auch mein Repertoire etwas beschränkt. Zum Glück kochen Freund*innen oder mein Partner oft für mich. Oder ich hole mir einfach schnell was. Denn besonders wenn ich schreibe, passiert es mir häufiger, dass ich die Selfcare vernachlässige und viel zu spät merke, dass ich noch nicht gefrühstückt oder seit Stunden nichts gegessen habe. Dann muss es fix gehen, bevor ich hangry werde.

©privat

Vielleicht rührt daher meine Schwäche für Fast Food: Falafel, Fritten, Bánh mì und am allerliebsten Pizza. Pizza geht immer. Wenn’s mir gut geht, wenn’s mir schlecht geht, grundsätzlich auch zu jeder beliebigen Tageszeit und mehrmals die Woche. Denn Pizza ist super vielseitig! Und ein völlig anderes Gericht, je nachdem wo du sie kaufst oder wer sie zubereitet. Ab und zu geht auch TK-Pizza. Oder selbst gemachte mit Hefeschmelz, auch mega lecker. Wobei Pizzakäse einer der Gründe ist, weshalb meine Versuche, mich vegan zu ernähren, bislang immer gescheitert sind. Es ist mir erst einmal passiert, dass ich eine Pizza nicht essen konnte, weil sie wirklich grauenhaft war – normalerweise schmeckt auch schlechte Pizza noch okay. Was für ein Kunststück. Momentan ist meine Mission aber, mir mehr Zeit zu nehmen und nicht nur schnell zwischendurch zu essen. Morgens erst mal Porridge selbst machen, mehr ausprobieren. Es gibt ein paar Gerichte, die ich schon stressfrei zubereiten kann, z. B. Pasta mit Tomatensoße, Aubergine und massig Knoblauch.

Svenja Gräfen „Freiraum“ Ullstein, 304 S., 20 Euro, VÖ: 29.03.

Dieser Text erschien zuerst in Missy 02/19.

 

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