Goth, Kanada, 1993

In ihrer Comic-Koproduktion „Skim“ gehen Jillian und Mariko Tamaki den Abgründen der Pubertät nach.

Von Sonja Eismann

Die Liebe verändert einen, verstehst du?“ „Ja.“ „Ich kann es nicht wirklich erklären, es ist so komplex, niemand hat die richtigen Worte dafür.“ Teenage-Weltschmerz, -Anmaßung und -Weisheit – wohl kaum jemand hat so gute Augen und Ohren dafür wie das japanisch-kanadische Cousinenduo Jillian (Foto) und Mariko Tamaki, dessen Graphic-Novel-Erstling „Skim“ aus dem Jahr 2008 jetzt auch auf Deutsch vorliegt.

Jillian Tamaki ©Reynard

Der Dialog zwischen der Titelheldin Skim, die statt Kim ironisch so genannt wird, weil sie weit davon entfernt ist, so dünn wie „skim milk“ zu sein, und ihrer ehemals besten Freundin Lisa steht ganz am Ende einer aufreibenden Coming- of-Age-Odyssee. Denn die beiden besuchen im Jahr 1993 in irgendeinem kanadischen Kaff eine katholische Privatschule, an der sich der beliebte Volleyballspieler John Reddear erst von seiner – ebenfalls beliebten – Freundin Katie Matthews und dann von seiner irdischen Existenz trennt.

Weil Lisa und Skim Außenseiterinnen sind, die noch dazu als Goths Wicca praktizieren, gelten sie ebenfalls als selbstmordgefährdet und müssen nun wohlmeinende Therapieratschläge ebenso wie den Glücksterror des neu gegründeten „Mädchen leben gerne“-Clubs aushalten. Während Skim und Lisa immer weiter auseinanderdriften, fängt Skim an, sich mehr für ihre Literaturlehrerin zu interessieren, als ihr guttut …

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