Bilder und Hashtags

Reicht das aus, um Netzfeminismus zu erklären? Eine Medienwissenschaftlerin meint, ja.

Von Linn Penelope Micklitz

Der Band der Kultur- und Medienwissenschaftlerin und Herausgeberin Annekathrin Kohout verhandelt in der Reihe Digitale Bildkulturen, die „ sich den wichtigsten neuen Formen und Verwendungsweisen von Bildern“ widmet und sie kulturgeschichtlich einordnen soll, dem Phänomen Netzfeminismus.

©Klaus Wagenbach Verlag

Doch wer sich zuvor mit diesem Begriff nicht befasst hat, steuert erstmal ahnungslos durch den Essay. Eine Einführung gibt es nicht, stattdessen teilt sich das Buch in Kapitel, welche mit Hashtags überschrieben sind. Unter #empowerment, #penisneid und vielen anderen wird analysiert, was hinter ihnen steckt, wer sie wofür benutzt und welche Kritik oder Gegenbewegungen sie nach sich gezogen haben. Das ist an sich sehr interessant, wird durch reichlich Bilder belegt und auf der Website digitale-bildkulturen.de durch ein Body-Positivity-Hashtag-Lexikon ergänzt.

Trotz dessen erschließt sich nicht, warum das Büchlein seinen Titel trägt. Bilder mit Hashtags zu versehen und zu posten, ist sicherlich Teil der feministischen Debatte im Netz, dennoch besteht Netzfeminismus nicht ausschließlich daraus. So lautet aber die These der Autorin, die einen eher intellektuellen analogen Feminismus dem sogenannten Netzfeminismus gegenüberstellt, welcher vorrangig bildorientiert arbeite. Das Buch und sein Anliegen bleiben schwammig, ebenso wie die verwendeten Begriffe. Für einen kleinen Hashtag-Crashkurs reicht es aber allemal.

Annekathrin Kohout „Netzfeminismus“ Digitale Bildkulturen, 77 S., 10 Euro

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