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Utopien für die Bühne

Die Regisseurin Anta Helena Recke im Porträt.

26.09.19 > Theater

Von Paula Perschke

Ein schwül-heißer Nachmittag in Berlin. Bei Kamillentee, Maracujasaftschorle und saurem Radler treffen wir uns auf der Veranda vom Café Kotti, für mich einer der schönsten Plätze in Kreuzberg 36. Mit Anta Helena Recke kann man hier aber nicht nur wunderbar abhängen, sondern auch zwischen Plauderei und Deeptalk switchen. Lässig lehnt sie an der Stuhlkante, raucht, lacht, nimmt sich Zeit, um nachzudenken, spricht danach aber entschlossen und bringt die Dinge ein ums andere Mal auf den Punkt. „Ich wünsche mir, dass wir über Kapitalismus, Patriarchat und rassistische Gesellschaftsstruktur hinwegkommen“, sagt die Konzeptkünstlerin, Performerin und Theaterregisseurin, die sich in ihrer freien Zeit der Communityarbeit im Beirat der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland widmet und sich intensiv mit transgenerationaler Heilung beschäftigt.

Anta Helena Recke © Meklit Fekadu Tsige

Recke ist viel unterwegs, verbringt gern Zeit in Norditalien und im Senegal. Berlin hält sie für „eine der freiesten Städte in Europa“. Neben der Stadt, in der sie lebt, liebe sie außerdem ihre Pflanzen, gutes Essen, verbringe gern ausgiebig Zeit mit Freund*innen und sammele

unermüdlich neue Ideen, kurzum: „Ich liebe das Leben und hoffe, das Leben liebt mich zurück.“

Die Begegnung mit einer so zugewandten, aufmerksamen Person, die in ihren Worten und ihrer Arbeit gleichzeitig so viel Dreck an die Oberfläche holt, ist selten. Recke studiert „Szenische Künste“ an der Universität Hildesheim und will sich beim besten Willen nicht auf ein künstlerisches Handwerk festlegen. Ihre Ideen sind genauso impulsiv wie komplex. Zu den Quellen ihrer Arbeit gehören Erlebtes, Erzähltes und Tagesaktuelles gleichermaßen. Wollte man ihrem Werk einen Titel verpassen, könnte dieser vielleicht lauten: „Schwarze Körper im europäischen (öffentlichen) Raum“.

Eines aber ist meistens gleich: Anta Helena Recke denkt von der Ursache hin zur (Aus-)Wirkung. Sie interessiert sich für Mikroaggressionen, denen People of Color täglich ausgesetzt sind, und denkt diese in einem größeren historischen und gesellschaftlichen Zusammenhang. Dass alles eine Ursache hat, davon ist sie überzeugt. Aus die…

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